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Kapitalanlage Studentenwohnung: Laufende Kosten fressen Rendite

Bei der Geldanlage setzen die Deutschen vermehrt auf Immobilien. Allerdings warnt Stiftung Warentest in der aktuellen Finanztest-Ausgabe (7/2014) vor der Kapitalanlage Studentenwohnung. Denn von den in Aussicht gestellten Renditen bleibt am Ende durch zusätzliche Kosten kaum etwas übrig.
Kapitalanlage Studentenwohnung nur bedingt sinnvoll
Studentenwohnungen bieten immer mehr Luxus

Die Kapitalanlage Studentenwohnung verspricht auf den ersten Blick einige Vorteile: Aufgrund doppelter Abiturjahrgänge und der Aufhebung der Wehrpflicht gibt es zurzeit viele Studienanfänger, die auch irgendwo unterkommen müssen. Mieteinnahmen sind demnach garantiert. Als Sachwert ist die Geldanlage inflationsgeschützt und mit steigenden Mieten ist aus Sicht vieler Makler ohnehin zu rechnen. Schließlich herrscht in vielen Städten schon jetzt Wohnungsmangel. Oben drauf gibt es noch Renditen von bis zu fünf Prozent. Doch Finanztest deckt jetzt auf: So vielsprechend sind die Studentenapartments als Geldanlage nicht. Nach Abzug aller Kosten bleibt nur eine bescheidende Rendite übrig. Zudem ist die Kapitalanlage Studentenwohnung nicht risikolos.

Kapitalanlage Studentenwohnung in Zukunft ein Auslaufmodell?

Die Studentenwohnungen, die Finanztest als Kapitalanlage untersucht hat, haben nur wenig mit typischen Studentenwohnheimen zu tun. Viel Luxus wird den Studienanfängern geboten, etwa mit eigenem Bad, Fitnesscenter und Sportplatz. Das kostet natürlich. In München zahlen Studenten beispielsweise 440 Euro pro Monat, in Berlin 375 Euro – ohne Nebenkosten. Solch hohe Mieten sind für Anleger gut, schließlich finanziert sich ihre Geldanlage über die Mieteinnahmen. Doch es sollte sie auch stutzig machen. Wie viel mehr sind Studenten bereit, für ihre rund 20 Quadratmeter große Wohnung zu zahlen? Sind steigende Mieteinnahmen in Zukunft auch dann realistisch, wenn es wieder weniger Studenten gibt? Finanztest steht diesen Fragen kritisch gegenüber und verweist darauf, dass sich viele Studienanfänger schon jetzt die teuren Apartments nicht leisten können. Die Kapitalanlage Studentenwohung steht so unter keinem guten Stern.

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Laufende Kosten drücken auf die Rendite

Ein weiterer Nachteil bei der Kapitalanlage Studentenwohnung sind die zusätzlichen Kosten, die einmalig und laufend entstehen. Bei den in Aussicht gestellten Renditen handelt es sich nur um „das Verhältnis der jährlichen Nettokaltmiete zum Kaufpreis“, so Finanztest. Doch wenn man

  • Grunderwerbssteuer
  • Notar- und Grundbuchgebühren
  • Ggf. Maklerprovision
  • Verwaltungskosten
  • Instandhaltungskosten
  • Kosten für Möbel und deren Instandsetzung

abzieht, bleiben am Ende meist nur zwischen 2,8 bis 3,3 Prozent Rendite übrig. Ganz schön wenig, wenn man bedenkt, dass die Kapitalanlage nicht ganz ohne Risiken ist, meinen die Experten. Abgesehen von möglichen ausbleibenden Mietzahlungen ist nicht garantiert, dass man die Studentenwohnung „in 10 oder 15 Jahren wenigstens zum Einstandspreis wieder verkaufen kann.“ In Ballungsräumen sind die Preise für Immobilien der Bundesbank zufolge schon heutzutage überbewertet und auch der Bundesfinanzminister Schäuble selbst befürchtet eine Immobilienblase. Sicher sieht anders aus.

 

Alternativen zur Kapitalanlage Studentenwohnung

Als Alternative schlägt Finanztest den „Kauf einer kleinen Eigentumswohnung in einer gewöhnlichen Wohnanlage“ vor. Diese könne schließlich auch an andere Personen als Studenten vermietet werden. Wer auf der Suche nach einer passenden Geldanlage ist, hat jedoch noch viele weitere Möglichkeiten. Je nachdem, wie viel Sicherheit sich Anleger wünschen und wie lange das Geld für sie arbeiten kann, gibt es verschiedene interessante Angebote, wie ein Kapitalanlage Rechner zeigt. Bei geringer Risikobereitschaft und einer Anlagedauer von drei bis fünf Jahren bieten offene Immobilienfonds beispielsweise Renditen über fünf Prozent.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Geldanlage.