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Friendsurance: Seit 5 Jahren mit Freunden versichern

Seit fast 5 Jahren ermöglicht es Friendsurance, sich mit anderen Versicherungskunden zusammenzuschließen und Geld zu sparen. Anfangs stand das Konzept noch in der Kritik, doch das Unternehmen hat nachgebessert und das Geschäftsmodell sogar erweitert. Was sich in den letzten Jahren getan hat, erläutert Geschäftsführer Tim Kunde im Gespräch mit finanzen.de.
Friendsurance: Seit Gründung 2010 hat sich viel getan
Zusammen versichern und Geld sparen

Friendsurance wurde im März 2010 mit dem Ziel gegründet, Versicherungen für Verbraucher günstiger zu machen. Versicherte schließen sich dazu in kleinen Gruppen, beispielsweise mit Freunden, zusammen und zahlen einen Teil ihrer Versicherungsbeiträge in einen gemeinsamen Topf. Kommt es zu einem kleinen Schaden, wird dieser mit Mitteln aus dem Topf beglichen. Bei größeren Schäden springt hingegen der Versicherer ein. Bleibt die Versichertengruppe innerhalb eines Jahres schadensfrei, erhält jeder Versicherte einen sogenannten Schadensfrei-Bonus zurückgezahlt. Für das Jahr 2014 kamen auf diese Weise 84 Prozent der Kunden zu einer Rückzahlung.

Friendsurance hat Geschäftsmodell zuletzt erweitert

Während der Bonus zu Beginn nur über einen Versicherungsneuabschluss möglich war, können jetzt auch bestehende Verträge auf der Versicherungsplattform integriert werden. finanzen.de hat zum fünfjährigen Bestehen von Friendsurance beim Geschäftsführer und Mitbegründer Tim Kunde unter anderem nachgehakt, wie sich das Unternehmen zuletzt weiterentwickelt hat.

Als Stiftung Warentest Friendsurance vor einigen Jahren unter die Lupe genommen hat, bemängelte die Verbraucherorganisation unter anderem, dass es keine Prüfinstanz bei der Meldung kleinerer Schäden gibt. Hat das Unternehmen in der Zwischenzeit nachgesteuert?

Tim Kunde: Kleine Schäden werden bei uns durch unser Service-Team aufgenommen. Dabei wird die Schadensmeldung mit den jeweiligen Versicherungsbedingungen abgeglichen. Wenn der Schaden durch die Bedingungen abgedeckt ist, erfolgt eine entsprechende Regulierung des Schadens. Dieser Prozess ist sehr schlank und dadurch auch sehr schnell.

Stiftung Warentest kritisierte damals auch, dass zu wenige Anbieter zur Auswahl stehen. Mittlerweile sind bei Friendsurance deutlich mehr Versicherer zu finden als noch vor wenigen Jahren. Was hat sich außerdem bei Friendsurance in den letzten zwei Jahren zum Positiven entwickelt?

Tim Kunde: In den letzten zwei Jahren haben wir die Anzahl an Versicherungspartnern deutlich steigern können, auf aktuell rund 60 Versicherungen. Dadurch sind wir in der Lage, unseren Kunden ein sehr breites Angebot an Tarifen zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren haben wir die Nutzung unseres Konzepts noch weiter vereinfacht: in wenigen Schritten und mit nur ein paar Minuten Einsatz kann man sich bei uns Beitragsrückzahlungen sichern, und damit für Schadensfreiheit belohnt werden. Dies funktioniert für Versicherungen, die auf unserer Plattform neu abgeschlossen werden, sowie auch für bestehende Verträge, zu denen unser Konzept hinzugefügt wird.

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Chance auf Rückzahlungen

Nach eigenen Angaben erhielten über 90 Prozent der Versicherten für 2013 eine Rückzahlung, für 2014 84 Prozent. Wie erklären Sie sich die sinkende Tendenz?

Tim Kunde: Bei der Beitragsrückzahlung gibt es immer eine gewisse Schwankung, die von der Anzahl an Schäden in den Gruppen, sowie auch von der Verteilung der einzelnen Versicherungssparten abhängt. Sowohl das Rückzahlungsergebnis für 2013 als auch das Rückzahlungsergebnis für 2014 liegen über den statistischen Erwartungen. Wir freuen uns sehr, dass wir so viele unsere Kunden ein kleines bisschen glücklicher machen können. Zusätzlich sollte man nicht vergessen: diejenigen Kunden, die 2014 keine Beitragsrückzahlung erhalten haben, haben durch die Nutzung von Friendsurance ja keinerlei Nachteil erhalten. Im Gegenteil: sie haben 2015 – so wie in allen folgenden Jahren – wieder die Chance auf Rückzahlungen.

Friendsurance richtet sich besonders an Studenten und Berufseinsteiger. Wie viele Versicherte verzeichnet das Unternehmen aktuell? Wie viel Prozent davon befinden sich in der relevanten Zielgruppe?

Tim Kunde: Friendsurance richtet sich nicht nur an eine junge Zielgruppe. Das Internet ist inzwischen in fast allen Altersgruppen angekommen, und die Nutzung von Friendsurance erfordert kein technisches Experten-Wissen. Insofern sehen wir durchaus, dass auch ältere Kunden uns nutzen, da besonders diese die Erfahrung gemacht haben, über viele Jahre Beiträge zu zahlen, ohne einen Schaden zu haben. Wir geben diesen Kunden die Möglichkeit, sich für die Schadensfreiheit zu belohnen.

Zu der konkreten Anzahl an Kunden machen wir leider keine Angaben.

Kleinere Schäden werden über den Topf gezahlt, in denen ein Teil der Versicherungsbeiträge fließt. Bei größeren Schäden zahlt hingegen das Versicherungsunternehmen. Wie ist dabei festgelegt, welche Schäden als „klein“ oder „groß“ gelten?

Tim Kunde: Die Definition eines großen bzw. eines kleinen Schaden hängt vom jeweiligen Tarif des Versicherten ab. Friendsurance setzt in jedem Tarif die Selbstbeteiligung auf den maximal möglichen Wert. Dieser Wert definiert dann die Grenze zwischen kleinem und großen Schaden: Wenn ein Schaden entsteht, wird der Schaden bis zur Selbstbeteiligungshöhe von der Gruppe getragen. Hierzu wird bei jedem Gruppenmitglied ein Teil der Rückzahlung (bis zu 50€) einbehalten, echte Kosten entstehen für die Gruppenmitglieder nicht. Dies ist der kleine Teil des Schadens. Alles über der Selbstbeteiligungshöhe wird von der jeweiligen Versicherung des Geschädigten getragen, dies ist der große Teil des Schadens.

Vielen Dank für das Interview, Herr Kunde!