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Unabhängige Patientenberatung: Rücktritte aus Protest gegen Sanvartis

Die Unabhängige Patientenberatung wird zukünftig von einem privaten Anbieter betrieben. Die Neuvergabe hatte bereits im Vorfeld für heftige Diskussionen gesorgt. Nun kam es bei der offiziellen Vorstellung des neuen Trägers zum Eklat. Zwei Mitglieder aus dem wissenschaftlichen Beirat erklärten angesichts der Entscheidung zugunsten von Sanvartis ihren Rücktritt.
Neuvergabe der Unabhängigen Patientenberatung führt zu Eklat
Beratung durch den Arzt nicht alles: Patientenberatung bald bei Sanvartis

Die Unabhängige Patientenberatung (UPD) wird zum Jahreswechsel einen neuen Träger bekommen. Wie Karl-Josef Laumann (CDU), Patientenbeauftragter der Bundesregierung, am gestrigen Montag in Berlin offiziell bestätigte, erhält das Unternehmen Sanvartis im aktuellen Vergabeverfahren den Zuschlag. Bereits seit einigen Wochen war bekannt, dass die Entscheidung wahrscheinlich zugunsten des Duisburger Call-Center-Betreibers ausfallen wird. Kritiker stellten dabei infrage, ob die Patientenberatung unter neuer Führung tatsächlich unabhängig bleiben kann. Schließlich erfüllt Sanvartis auch Aufträge von Krankenkassen.

Rücktritt aus Protest: Reaktion auf die Vergabe an Sanvartis

Zur Kritik an der Neuvergabe kommen jetzt weitere Negativschlagzeilen für Sanvartis. Denn noch bevor das Unternehmen die Gelegenheit hat zu beweisen, dass es die für Patienten wichtige Unabhängigkeit gewährleisten kann, traten am Montag gleich zwei Mitglieder aus dem wissenschaftlichen Beirat der Patientenberatung zurück. Marie-Luise Dierks und Rolf Rosenbrock erklärten laut Südwest Presse:  „Wir haben die Entwicklung der UPD viele Jahre mit unserer Sachkunde begleitet, weil wir in dieser Einrichtung einen der wenigen Orte authentischer Patientenorientierung gesehen haben.“ Es sei zu bezweifeln, ob die Beratung ihre Neutralität und Unabhängigkeit unter der Trägerschaft von Sanvartis bewahren kann.

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UPD mit neuem Anbieter: Kritik lässt nicht nach

Auch andere Stellen reagieren angesichts der neuen Situation mit Kritik. Der Paritätische Wohlfahrtsverband, dessen Vorsitzender Rosenbrock nun zurückgetreten ist, zeigte sich enttäuscht, angesichts der Entscheidung: „Wir bedauern, dass durch dieses Ausschreibungsverfahren bewährte Strukturen zerschlagen werden und viel Kompetenz verloren geht.“ Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), betonte, dass man die Arbeit der neuen UPD nun „ebenso konstruktiv wie kritisch begleiten“ wird.

Sanvartis will Unabhängige Patientenberatung ausbauen

Das Unternehmen Sanvartis hat unterdessen mit seinem Konzept weitgehende Verbesserungen bei der Patientenberatung versprochen. Vor allem hinsichtlich der Erreichbarkeit der telefonischen Beratung will Sanvartis bessere Ergebnisse liefern als die bisherige UPD. Demnach sollen zukünftig rund 80 Prozent der Anrufer innerhalb von zwanzig Sekunden mit einem Mitarbeiter am Telefon sprechen können. Zuletzt hatte die Erreichbarkeit bei der UPD aufgrund der steigenden Nachfrage deutlich abgenommen. So sank der Anteil der Anrufer, die in einer Stunde bei der UPD durchgekommen sind, innerhalb von drei Jahren von 66 Prozent auf 42 Prozent im Jahresdurchschnitt. Thorben Krumwiede, designierter Geschäftsführer der UPD, plant hier einen spürbaren Fortschritt: „Ziel ist es, die Anzahl der Beratungen auf mehr als 220.000 jährliche Kontakte nahezu zu verdreifachen.

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