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Online-Bezahlsystem paydirekt: Starke Konkurrenz und andere Probleme

Mit Paydirekt ist nun ein weiteres Online-Bezahlsystem in Deutschland gestartet. Dabei haben andere große Anbieter wie Paypal, Amazon oder Sofortüberweisung als Zahlungsanbieter im Online-Handel längst Fuß gefasst. Doch paydirekt will mit mehr Sicherheit in kurzer Zeit Millionen Kunden von sich überzeugen. Kann das Bezahlsystem halten, was es verspricht?
Die Einführung von paydirekt macht Online-Bezahlung noch sicherer
Das neue Bezahlsystem paydirekt verspricht Kunden mehr Sicherheit

Passend zur Weihnachtszeit, der umsatzstärksten Zeit des Jahres, haben die deutschen Banken jetzt den Bezahldienst paydirekt eingeführt. Nach zwei Jahren Vorbereitung können seit Anfang November 2015 nun Millionen Bankkunden verschiedener Banken wie HypoVereinsbank, Commerzbank, Targobank, Postbank sowie Ing-Diba einfach und unkompliziert beim Online-Shopping mit paydirekt bezahlen. Allerdings kämpft paydirekt bisher noch mit zwei Problemen: Nur wenige Online-Händler haben den Bezahldienst bisher eingebunden. Zudem gibt es mit Paypal eine schon fast überirdische Konkurrenz.

Online-Handel: Knapp jeder zehnte Euro wird im Internet ausgegeben

Immer mehr Kunden kaufen ihre Ware im Internet. Laut einer Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung wurden im letzten Jahr bereits rund 9,4 Prozent des Umsatzes im Einzelhandel, dies entspricht rund 43 Milliarden Euro, online erwirtschaftet. Prognostiziert wird, dass sich der Online-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz in den kommenden Jahren verdoppelt. Daher setzen die teilnehmenden deutschen Banken „auf ein schnelles, einfaches und sicheres Bezahlverfahren im stark wachsenden E-Commerce-Markt.“

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Wie funktioniert das neue Online-Bezahlsystem paydirekt?

Für viele Verbraucher steht beim Online-Shopping Sicherheit an erster Stelle. Zudem ist unkompliziertes Zahlen ebenso wichtige. Genau das bietet das neue Bezahlverfahren paydirekt seinen Kunden jetzt an. Denn im Gegensatz zum Online-Zahlungsanbieter Paypal wird der Einkauf bei paydirekt nicht über Drittanbieter geleitet. Kunden der teilnehmenden Bankinstitute können ihre gekauften Waren im Internet direkt vom Girokonto zahlen. Dabei ist die Teilnahme am Online-Banking Voraussetzung. Nachdem das Girokonto mit paydirekt verknüpft ist, benötigen Kunden für den Zahlungsvorgang beim Online-Shopping lediglich ihr Kennwort und ein Passwort. Die Eingabe der Bankdaten beim Kauf wird so überflüssig.

Im Gegensatz zum Bezahldienst Sofortüberweisung findet die Zahlung zudem direkt via Lastschriftverfahren und nicht als Überweisung statt. Falls die Ware nicht beim Einkäufer ankommt, kann er die Zahlung rückgängig machen. Doch nicht nur Käufer sind geschützt, sondern auch Händlern bietet paydirekt eine gewisse Sicherheit. Denn ist auf dem Girokonto des Kunden beispielsweise kein Geld, kommt es zu keiner Zahlung und somit auch zu keiner Versendung der Ware.

 

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Ob Ihre Bank schon an dem neuen Bezahlsystem teilnimmt, können Sie direkt online bei paydirekt erfahren. Nutzen Sie dafür die Bankensuche

Neuer Online-Bezahldienst paydirekt verspricht hohe Datensicherheit

Paydirekt verspricht seinen Kunden mehr Sicherheit vor allem im Umgang mit den persönlichen Daten. Denn im Gegensatz zum amerikanischen Zahlungsanbieter Paypal findet der Zahlungsablauf bei paydirekt ausschließlich zwischen der Bank und dem Händler statt. Dadurch wird auf einen Zwischenanbieter bei der Zahlungsabwicklung verzichtet. Dies schützt Kunden davor, dass bei der Zahlung persönliche Kontodaten oder Warenkorb-Daten an Händler weitergegeben werden. Ein weiterer Aspekt ist, dass alle Server in Deutschland laufen und paydirekt somit dem strengen deutschen Datenschutzgesetz sowie dem deutschen Bankgeheimnis unterliegt.

Kritiker: Paydirekt hat keine Chance am Markt

Eine große Herausforderung für paydirekt ist es nun neben Händlern auch ausreichend Kunden zu akquirieren. Die Konkurrenz ist stark: Paypal hat mehr als elf Jahre Erfahrung im Bereich des digitalen Bezahlens und allein in Deutschland etwa 16 Millionen aktive Nutzer. Ein weiteres Problem bei der Kundensuche ist für paydirekt die Freischaltung der Girokonten. Denn bisher können Kunden nur ein Konto mit paydirekt verknüpfen. Nutzen Verbraucher zwei oder mehr Girokonten, müssen sie sich für ein Konto entscheiden. Auch für die Banken ist dies nachteilig. „Denn pro Kunde verdient nur eine Bank Geld an der Nutzung“, so die Süddeutsche Zeitung.

Online-Händler: Wo können Kunden bereits zahlen?

Welche Gebühren bei paydirekt auf die Händler zukommen, ist noch unklar. Bei Paypal zahlen Händler durchschnittlich 1,9 Prozent des Umsatzes an Gebühr pro Transaktion. Damit sich paydirekt bei mehr Händlern durchsetzen kann, müsste der Bezahldienst deutlich niedrigere Gebühren fordern. Bis jetzt bieten erst vier Online-Händler, beispielsweise der Süßigkeitenhersteller Haribo oder der Online-Möbelladen D-Living, den neuen paydirekt Service deutschen Bankkunden an. Ob vor dem Weihnachtsgeschäft noch weitere Händler das neue Bezahlsystem testen wollen, ist fraglich. 

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Geldanlage.