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Krankenversicherung für Selbstständige: Privat oder besser gesetzlich?

Selbstständige haben bei ihrer Krankenversicherung die Wahl: Sie können sich freiwillig gesetzlich oder privat versichern. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile, berichtet die Stiftung Warentest. Entscheidend für die optimale Absicherung ist unter anderem, wie es um die Gesundheit des Existenzgründers steht und ob er sich bald Kinder wünscht.
Welche Krankenversicherung für Selbstständige passt
Beim Start in die Selbstständigkeit richtig krankenversichern

Bei der Krankenversicherung können sich Selbstständige in der Regel zwischen einem privaten und gesetzlichen Krankenversicherungsschutz entscheiden. Während Angestellte mit ihrem Einkommen erst die sogenannte Versicherungspflichtgrenze überschreiten müssen, um in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln zu können, gilt diese Voraussetzung für Existenzgründer nicht. Sie können sich ganz unabhängig vom Einkommen privat krankenversichern.

Um freiwillig versichertes Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu werden, müssen Personen vor Beginn ihrer Selbstständigkeit schon einmal gesetzlich krankenversichert gewesen sein, informiert die Stiftung Warentest.

Private Krankenversicherung für Selbstständige oder doch besser GKV?

Die Wahl der richtigen Krankenversicherung für Selbstständige hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wer sich beispielsweise bald Kinder wünscht, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung aus finanzieller Sicht oftmals besser aufgehoben. Denn Kinder sind dort beitragsfrei mitversichert. In der privaten Krankenversicherung ist der Nachwuchs hingegen extra zu versichern. Allerdings bieten die PKV-Versicherer günstige Tarife für Kinder an.

In der GKV gibt es darüber hinaus keine Gesundheitsprüfung. Selbstständige werden unabhängig von ihrem Gesundheitszustand versichert und müssen keine Risikozuschläge aufgrund ihrer gegebenenfalls eingeschränkten gesundheitlichen Verfassung zahlen wie in der PKV.

Tipp: Wer sich erst gesetzlich krankenversichert und feststellt, dass die Leistungen der Krankenkasse nicht den persönlichen Wünschen und Anforderungen an eine gute Krankenversicherung entsprechen, kann auch dann noch Mitglied der privaten Krankenversicherung zu werden, so Stiftung Warentest.

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Krankenversicherung für Selbstständige: Nachteil GKV – Hohe Kosten

Selbstständige zahlen als freiwillig gesetzlich Versicherte ihre Beiträge komplett selbst. Abhängig davon, ob sie Anspruch auf Krankentagegeld haben möchten, liegt der Beitragssatz bei 14 oder 14,6 Prozent. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag. Maximal zahlen Selbstständige in diesem Jahr monatlich rund 721 Euro, sofern Anspruch auf Krankentagegeld besteht und das monatliche Einkommen 4.425 Euro brutto oder mehr beträgt.

Verdienen Selbstständige weniger, reduziert sich der Krankenkassenbeitrag – jedoch nur bis zu einer gewissen Grenze. Gesetzlich ist ein Mindesteinkommen von derzeit 2.283,75 Euro brutto festgelegt. Fällt das Einkommen geringer aus, müssen Selbstständige dennoch den Beitrag zahlen, der sich aus der Untergrenze ergibt. Selbstständige zahlen daher jeden Monat mindestens 333 Euro – selbst wenn sie nur 1.000 Euro verdienen.

Existenzgründer, die am Anfang ihrer Selbstständigkeit mit wenigen Einnahmen rechnen, sollten daher prüfen, ob sie sich familienversichern können. Zudem können sie sich erkundigen, ob sie staatliche Förderungen etwa über das Jobcenter erhalten können, erklärt Stiftung Warentest. Alternativ steht ihnen die Absicherung in der privaten Krankenversicherung frei. Umzu entscheiden, welche Absicherung sinnvoller ist, sollten Selbstständige nicht nur verschiedene gesetzliche Krankenkassen prüfen, sondern sich auch unverbindlich mehrere Angebote zur privaten Krankenversicherung einholen.

Private Krankenversicherung als Selbstständiger: Vorteil Kosten

Während die Wahl der gesetzlichen Krankenversicherung für viele Selbstständige aufgrund der hohen Beiträge unattraktiv ist, punktet die private Krankenversicherung durch günstige Tarife. Denn die Versicherungsbeiträge richten sich nicht nach dem Verdienst, sondern beispielsweise nach den Leistungen, dem Gesundheitszustand und dem Alter. Zudem profitieren Versicherte von besseren Behandlungen und kürzeren Wartezeiten beim Arzt.

Gerade junge Selbstständige finden schnell einen günstigen und leistungsstarken Tarif. Wollen sie irgendwann zurück in die GKV, müssen sie bei der privaten Krankenversicherung allerdings beachten, dass sich der Wechsel schwierig gestalten kann. Wechselwillige müssen vor dem 55. Lebensjahr ihre Selbstständigkeit aufgeben und eine versicherungspflichtige Anstellung finden, bei der das Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Dennoch stellt die Wahl der privaten Krankenversicherung für viele Selbstständige die richtige Entscheidung dar, da insbesondere bei Singles und Gutverdienern die Beiträge im Vergleich zur gesetzlichen Absicherung niedrig ausfallen. Interessierte verschaffen sich am schnellsten einen Überblick über passende Angebote mit einem unverbindlichen Preis-Leistungs-Vergleich.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur privaten Krankenversicherung.