0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

ARD Plusminus: Doppelte Abzocke bei den Betriebsrenten

In der aktuellen Ausgabe von ARD Plusminus stehen die Betriebsrenten im Fokus. Denn mitunter zahlen Sparer am Ende drauf. Bei alten Verträgen werden doppelt Sozialabgaben fällig, wodurch die Betriebsrente entsprechend gering ausfällt. Doch auch neue Verträge sind gegenüber der privaten Altersvorsorge oft im Nachteil.
ARD Plusminus: Wann lohnen sich Betriebsrenten noch?
ARD Plusminus: Wenn Betriebsrenten zum Minusgeschäft werden

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gilt vielen Arbeitnehmern als wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Wie aktuell ARD Plusminus zeigt, kann sich die Betriebsrente im Alter als Minusgeschäft entpuppen. Denn auf die Auszahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge werden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in vollem Umfang erhoben, also sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberanteil. Insbesondere Menschen, die vor 2004 einen Vertrag abgeschlossen haben, sind dadurch stark belastet.

ARD Plusminus: Wann werden Betriebsrentner doppelt belastet?

Erst seit einer Reform der gesetzlichen Krankenversicherung sind Einzahlungen in die Betriebsrente bis zu einer Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung sozialabgabenfrei. Bei alten Verträgen werden die bAV-Beiträge jedoch noch aus dem Nettogehalt gezahlt. Die Folge: Betroffene Betriebsrentner müssen sowohl in der Einzahlungs- als auch in der Auszahlungsphase Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge leisten. Dadurch verringern sich die Rentenleistungen entsprechend. Oftmals erhalten die Rentner netto sogar deutlich weniger Rente als sie im Laufe der Jahre in ihren Vertrag eingezahlt haben.

Doch auch bei Menschen, die erst später eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen haben und die Beiträge aus dem Bruttoeinkommen abführen, ergibt sich häufig eine Nullrendite.

Unser Service für Sie

Sichern Sie jetzt Ihren Ruhestand mit der richtigen Altersvorsorge ab.

Wann lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge heute?

Die betriebliche Altersvorsorge wird durch die Sozialabgaben in der Auszahlungsphase belastet. Hinzu kommt, dass sich die gesetzliche Rente bei einer Betriebsrente verringert, da durch die sogenannte Entgeltumwandlung niedrigere Beiträge an die Rentenkasse gezahlt werden. Aus diesem Grund lohnt sich die bAV eigentlich nur, wenn der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter durch Zuschüsse direkt bei der Altersvorsorge unterstützt. Besteht diese Möglichkeit nicht, ist die private Altersvorsorge mit hoher Wahrscheinlichkeit lukrativer für Arbeitnehmer, so ARD Plusminus.

Aus diesem Grund sollten sich Arbeitnehmer vor Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge genau informieren, ob der Arbeitgeber eine finanzielle Unterstützung anbietet. Alternativ bestehen eine Reihe von anderen Vorsorgemöglichkeiten, wie etwa eine Riester-Rente und der Vermögensaufbau mittels eines Sparplans. Ohne eine fundierte Beratung durch einen Altersvorsorge-Experten ist es hingegen nicht ratsam eine Vorsorgeentscheidung zu treffen, die die eigene finanzielle Versorgung für mehrere Jahrzehnte beeinflusst.

Betriebliche Altersvorsorge: Betriebsrenten sollen verbessert werden

Die Probleme mit den Betriebsrenten sind inzwischen hinlänglich bekannt. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will daher mit einer Reform die betriebliche Altersvorsorge stärken, um sie attraktiver für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu machen. Das Arbeitsministerium arbeitet an einem Gesetzesentwurf, der beispielsweise eine höhere Verankerung der bAV in Tarifverträgen vorsieht. Aus dem Bundesfinanzministerium kommt derweil der Vorschlag, Geringverdiener durch einen Zuschuss von bis zu 450 Euro bei der Betriebsrente zu unterstützen. Ob diese Idee in dem zukünftigen Gesetzesentwurf umgesetzt wird, ist jedoch noch offen.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.