0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Rentenkonzepte in der Kritik: Wirkungslos und am Bedarf vorbei

Die Deutsche Rentenversicherung lässt aktuell kein gutes Haar an verschiedenen Reformvorschlägen zur Rente. Demnach geht die Lebensleistungsrente am Bedarf vorbei, das Vorsorgekonto bringt womöglich gar nichts und das Konzept zur Deutschlandrente lässt viele Fragen offen. Gleichzeitig spricht sich Finanzstaatssekretär Spahn gegen eine Anhebung des Rentenniveaus aus.
Deutsche Rentenversicherung kritisiert aktuelle Rentenkonzepte
Rentenreform: Konzept für verbesserte Rente in der Kritik

Reinhold Thiede von der Deutschen Rentenversicherung Bund hat am Freitag auf einer Veranstaltung in Berlin verschiedene Reformvorschläge zur Rente auseinandergenommen. Dabei machte er klar, dass sowohl die Ideen der Regierung als auch Gegenkonzepte aus den eigenen Reihen oder der Opposition am Ziel vorbei führen und dem Ansehen der gesetzlichen Rentenversicherung sogar schaden. Die geplante Lebensleistungsrente nannte er „keine gute Idee.“

Lebensleistungsrente kommt nicht den richtigen Menschen zugute

Vertreter der Deutschen Rentenversicherung haben sich von jeher kritisch hinsichtlich der Lebensleistungsrente gezeigt. Denn die geplante Rentenaufstockung stellt die Behörde vor einige Probleme. Viele der Rentner, die eine Grundsicherung beziehen und Anspruch auf die Lebensleistungsrente hätten, haben laut Ergebnis einer neuen Studie der Rentenversicherung gar keinen Bedarf für eine Rentenaufstockung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Partner ein hohes Einkommen hat, das die kleine Rente ausgleicht. Hier müsste geprüft werden, ob überhaupt eine Bedürftigkeit vorliegt. Das sei aber nicht die Aufgabe der Rentenversicherung.

Unser Service für Sie

Sichern Sie jetzt Ihren Ruhestand mit der richtigen Altersvorsorge ab.

Vorsorgekonto und Deutschlandrente wären wirkungslos

Auch andere Konzepte nannte Thiede ungeeignet, um Altersarmut zu bekämpfen. Das Vorsorgekonto sei angesichts der heutigen Marktbedingungen  unmöglich zu starten und wahrscheinlich teurer als angenommen. Das Vorsorgekonto ist ein Vorschlag der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg. Es handelt sich dabei um eine kapitalgedeckte Altersvorsorge, deren Verwaltung allerdings in staatlicher Hand liegen soll. Thiede kritisiert nicht nur, dass es fraglich sei, ob die Leistungen gerade für Menschen, die ein hohes Alter erreichen, am Ende ausreichen. Zudem argumentiert er, dass die veranschlagte Zahlung einer Rente bei Erwerbsminderung, nur dazu diene, die Legalität des Produktes zu erhalten. Der Staat würde mit dem Vorsorgekonto sonst unerlaubt in den Wettbewerb eingreifen.

Die sogenannte Deutschlandrente lässt hingegen noch viele Fragen offen, so zum Beispiel zur Leistung. Das Modell drei hessischer Minister sieht eine automatische Einzahlung von Arbeitnehmern in ein Vorsorgeprodukt vor, dass durch die Deutsche Rentenversicherung oder einer andere Institution ohne Gewinninteresse verwaltet wird. Arbeitnehmer können sich allerdings auch dazu entscheiden, nicht in die Deutschlandrente einzuzahlen. Genau das sei laut Thiede in Anbetracht der unsicheren Leistungen wahrscheinlich. Thiede spricht sich stattdessen für eine Stärkung der Riester-Rente aus. Das könnte unter anderem durch die Schaffung von Freibeträgen bei der Grundsicherung im Alter geschehen.

Anhebung des Rentenniveaus kosten Milliarden

Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung äußert sich auch Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) zur Rente. Angesichts der aktuellen Forderungen, das Rentenniveau einzufrieren oder wieder anzuheben, warnt er vor den damit verbundenen Kosten: „Jeder Prozentpunkt kostet viele Milliarden Euro. Das müssen am Ende alles Arbeiter und Angestellte zahlen.“ Wirklichen Handlungsbedarf sieht Spahn eher bei den Erwerbsgeminderten: „Wir haben so viel Geld für die Rente mit 63 ausgegeben, dass kein Geld mehr für die Erwerbsgeminderten da war. Die kommen nämlich gar nicht bis 63. Das darf sich nicht wiederholen. Wenn wir jetzt das Rentenniveau für alle anheben, hilft das gerade denen nicht, die es im Alter wirklich schwerer haben.“

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.