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TK will Fitnessarmband-Träger belohnen: Bevorteilung von Gesunden?

Die Techniker Krankenkasse (TK) erwägt Fitness-Tracker in ihrem Bonusprogramm einzusetzen. Denkbar wären dann finanzielle Belohnungen für regelmäßige Bewegung. Doch das Konzept stößt nicht bei allen auf Gegenliebe. Die Grünen sehen sogar die Solidargemeinschaft der gesetzlichen Krankenversicherung in Gefahr.
Techniker Krankenkasse erwägt Einsatz von Wearables
Fitnesstracker bei Bonusprogrammen: Ältere könnten benachteiligt werden

Die Techniker Krankenkasse könnte zukünftig die Nutzung von Fitness-Trackern in ihre Bonusprogramme einbinden. Wer sich dann freiwillig für diese Option anmeldet, hätte beispielsweise die Möglichkeit durch regelmäßige Bewegung Boni zu erhalten. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erklärt TK-Chef Jens Baas, dass laut einer Studie der Krankenkasse mittlerweile jeder siebte Erwachsene ein Fitness-Armband nutzt. Rund 50 Prozent davon seien überzeugt, sich dadurch mehr zu bewegen. Aus diesem Grund würde man erwägen, die positiven Effekte der Fitness-Tracker im eigenen Bonusprogramm zu nutzen.

Die private Krankenversicherung DKV sieht in den Fitnessarmbändern hingegen kein geeignetes Instrument, um Menschen zu mehr Bewegung zu animieren. Denn sie geht nach einer Umfrage durch das Marktforschungsinstitut GfK davon aus, dass nur sechs Prozent der Menschen in Deutschland ein Fitnessarmband benutzen. Etwa die Hälfte davon benutzt es nicht oder nicht mehr.  

Solidargemeinschaft durch Fitness-Tracker in Gefahr?

Die Grünen sehen den Einsatz von Fitnessarmbändern kritisch. Denn ältere oder chronisch kranke Menschen können nicht von den Vorteilen wie Beitragsermäßigungen oder Boni profitieren. Dies sei zutiefst unsolidarisch, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. TK-Chef Jens Baas sieht das nicht so: „Eine Solidargemeinschaft kann nur funktionieren, wenn es in ihr auch genügend gesunde Menschen gibt. Deshalb ist es uns wichtig, uns nicht nur für die medizinische Versorgung Kranker einzusetzen, sondern auch zu honorieren, wenn sich Versicherte um ihre Gesundheit kümmern.“

Doch Klein-Schmeink hat weitere Bedenken. Demnach gebe es noch immer keine Garantie für Datensicherheit. Gerade sensible Gesundheitsdaten sind mit erheblichen Risiken verbunden, insbesondere wenn Patienten nicht nachvollziehen können, was mit diesen Informationen geschieht.

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Krankenkassen zahlen bereits Zuschüsse zu Fitness-Trackern

Fitness-Tracker und andere Wearables sind nicht immer kostengünstig. Einige Krankenkassen zahlen aber bereits Zuschüsse für die Anschaffung der Fitness-Armbänder und Smartwatches. Auch die Techniker Krankenkasse gehört dazu. Sie bietet Teilnehmern ihres Bonusprogrammes derzeit bis zu 50 Euro für ein Fitness-Armband. Dazu müssen im Vorfeld Punkte durch verschiedene Gesundheits- und Vorsorgemaßnahmen, wie beispielsweise ein Hautkrebs-Screening, Schutzimpfungen und ähnliches, gesammelt werden. Die AOK Nordost beteiligt sich ebenfalls mit 50 Prozent, höchstens jedoch 50 Euro an den Kosten eines Fitness-Trackers oder auch Pulsmessgeräten. Vor Anschaffung eines teuren Geräts sollten Versicherte überprüfen, ob und in welchem Umfang sich ihre Krankenkasse am Preis beteiligt.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur gesetzlichen Krankenversicherung.