0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Neuer DAK-Versorgungsplan soll Fettleibigen früher und besser helfen

Die Zahl der Fettleibigen nimmt in Deutschland weiter zu. Eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit zeigt, dass bereits jeder vierte Mensch in Deutschland extremes Übergewicht hat. Mit dem bisherigen Versorgungskonzept wird sich daran wohl nicht viel ändern. Die Krankenkasse fordert daher, Betroffene künftig viel früher zu beraten und sie konsequenter zu unterstützen.
DAK will Versorgung für Fettleibige verbessern
Adipositas hat viele Begleiterkrankungen

In einer aktuellen Studie hat sich die DAK-Gesundheit gemeinsam mit dem IGES Institut die Versorgung von Adipositas-Patienten in Deutschland genau angeschaut. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass dabei noch vieles verbessert werden muss. Denn bisher fehlt ein einheitliches und gesetzlich geregeltes Konzept, um Erkrankte bestmöglich zu unterstützen. Wie die Analyse zeigt, gibt es derzeit eine Unter- beziehungsweise Fehlversorgung.

Deutschlandweit ist inzwischen fast jeder vierte Mensch fettleibig. Daneben leiden viele Menschen an Übergewicht. Bei den Frauen sind davon 29 Prozent betroffen, bei den Männern sogar 44 Prozent − Tendenz steigend. Um dem entgegenzuwirken, setzt sich die Studie für einen neuen Behandlungs- und Therapieplan ein.

Adipositas-Behandlung braucht mehr Struktur für individuelle Hilfe

In erster Linie fordert die DAK-Gesundheit, das Versorgungskonzept für Menschen mit Adipositas auszudehnen, sodass es vielmehr Betroffene erreichen und unterstützen kann. Dazu müssen zunächst die bestehenden Mittel sinnvoller genutzt und vor allem einheitlich eingesetzt werden. Es ist jedoch auch wichtig, die Versorgung so zu optimieren, dass Patienten möglichst früh Hilfe bekommen.

Hausärzte sollten Betroffene beispielsweise unbedingt ansprechen und die Erstuntersuchung durch einen qualifizierten Ernährungsmediziner veranlassen. Anschließend muss pro Quartal ein weiterer Termin stattfinden. Zusammen mit einer Ernährungsfachkraft können die Erkrankten außerdem ein Konzept zur Gewichtsreduzierung festlegen.

Was könnte sich mit dem neuen Versorgungsplan für Fettleibige ändern?

Das von der DAK-Gesundheit vorgeschlagene Therapiekonzept soll künftig zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Nur so können Patienten einheitlich unterstützt werden und müssen nicht länger auf Sonderleistungen einzelner Kassen hoffen.

Die Krankenkasse gibt an, dass die Zahl der Fettleibigen mit der richtigen Behandlung in den nächsten zehn Jahren um etwa zwei Millionen Menschen zurückgehen kann. Damit nicht genug: Auch die Zahl der Personen, die an den Folgen der Krankheit sterben, könnte sinken. Mithilfe von qualifizierten Ärzten und einer Früherkennung soll das Konzept darüber hinaus möglichst vielen Neuerkrankungen vorbeugen.

Fettleibigkeit mit großem Einfluss auf das Leben der Betroffenen

An Adipositas leiden in Deutschland rund 16 Millionen Menschen. Ein Großteil von ihnen ist 60 Jahre oder älter. Patienten gelten als fettleibig oder fettsüchtig, wenn ihr Body-Mass-Index (BMI) über 30 liegt. Diese Zahl errechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat. So hat eine Person, die 1,70 Meter groß ist und dabei 90 Kilo wiegt, einen BMI von 31,1 und ist demnach adipös.

  • BMI zwischen 18,5 und 24,9: Normalgewichtig
  • BMI zwischen 25,0 und 29,9: Übergewicht
  • BMI zwischen 30,0 und 34,9: Adipositas Grad I
  • BMI zwischen 35,0 und 39,9: Adipositas Grad II
  • BMI ab 40,0: Adipositas Grad III

Schuld am extremen Übergewicht haben in vielen Fällen zu wenig Bewegung und falsche Ernährung. Aber auch genetische Faktoren oder eine psychische Erkrankung können die Ursache sein. Betroffene leiden unter Begleiterscheinungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen oder Depressionen. Für sie ist die Krankheit eine enorme körperliche wie psychische Belastung, der sie nur schwer entfliehen können.

Hilfe finden Erkrankte neben ihrem Hausarzt bei unterschiedlichen Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat beispielsweise ein Beratungstelefon eingerichtet und hält Informationen für Menschen mit Essstörungen und ihre Angehörigen bereit. Zudem zeigt ihnen eine digitale Karte je nach Wohnort verschiedene Therapieangebote und Einrichtungen.