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Krankenkassen verteuern sich für Versicherte 2017 weiter

Der durchschnittliche Krankenkassen Zusatzbeitrag steigt 2017 zwar nicht weiter an, sondern bleibt bei 1,1 Prozent. Dennoch können die Beiträge bei den Kassen steigen, da sie nicht an die Vorgaben aus dem Gesundheitsministerium gebunden sind. Auch in der privaten Krankenversicherung wird es teurer.
Krankenkassen Zusatzbeitrag: 2017 keine Erhöhung
Krankenkassen Zusatzbeitrag 2017 bleibt unverändert hoch

Der Zusatzbeitrag wird 2017 im Schnitt unverändert bei 1,1 Prozent liegen. Allerdings bedeutet dies für Versicherte nicht automatisch, dass sie 2017 nicht mehr Geld für ihren Krankenversicherungsschutz zahlen müssen. Die Krankenkassen sind an die Vorgabe aus dem Bundesgesundheitsministerium nicht gebunden. Bis zum Jahreswechsel könnten daher wohl so manche Kassenpatienten doch über Beitragsanpassungen informiert werden. Welche Krankenversicherung je nach Bundesland die günstigsten Krankenkassenbeiträge auch für 2017 hat, zeigt der Krankenkassen Vergleichsrechner.

Update 20. Dezember 2016: Bisher haben die Metzinger BKK, die BKK Faber-Castell & Partner, die AOK Plus, die BKK Melitta Plus, die BKK ZF & Partner, die Bergische BKK sowie die IKK Brandenburg und Berlin angekündigt, ihre Krankenkassenbeiträge 2017 leicht zu erhöhen.

Noch im Juli rechnete Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, mit steigenden Krankenkassenbeiträgen für 2017. Sie begründete diese Entwicklung mit wachsenden Kosten im Gesundheitssystem. Zudem erhalten die Krankenkassen zu wenig Geldmittel für Hartz-IV-Empfänger. Derzeit belaufen sich Zahlungen auf 90 Euro pro Monat und Empfänger, notwendig seien allerdings 136 Euro. Allein für 2016 entsteht hierdurch eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Auch der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem ging von einem Zusatzbeitrag 2017 von 1,4 Prozent aus. Seinen Berechnungen zufolge soll dieser bis 2020 sogar auf 2,4 Prozent ansteigen.

Service: Auch in der privaten Krankenversicherung stehen für etwa sechs Millionen Versicherte deutliche Beitragserhöhungen für 2017 an. Welcher Versicherer teurer wird, erfahren Privatversicherte hier.

Wann stehen die neuen Krankenkassenbeiträge für 2017 fest?

Wie hoch der durchschnittliche Zusatzbeitrag ausfällt, gibt der GKV-Schätzerkreis meist Mitte Oktober bekannt. Bis spätestens zum 1. November eines Jahres legt das Bundesgesundheitsministerium dann den endgültigen Wert fest. Die Krankenkassen sind daran jedoch nicht gebunden, sondern können ihren Zusatzbeitrag selbstständig festlegen. Erfolgt eine Anpassung zum Jahreswechsel, informieren die Kassen ihre Versicherten bis Jahresende über die Krankenkassenbeiträge 2017. Bisher haben dies nur wenige Krankenkassen wie die AOK Sachsen-Anhalt und die Barmer getan. Mit der Metzinger BKK gibt es derzeit nur eine regionale Krankenversicherung, die gänzlich auf einen Zusatzbeitrag verzichtet.

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Krankenkassen Zusatzbeitrag: Gröhe verhindert Erhöhung 2017

Eine Herausforderung für die Krankenkassen ist der Zuzug von Flüchtlingen. Sobald diese anerkannt sind und Hartz IV erhalten, fallen sie unter die Zuständigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings lässt sich hier nur schwer kalkulieren, welche zusätzlichen Ausgaben auf die Kassen zukommen. Im Juni hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angekündigt, 1,5 Milliarden Euro mehr aus dem Gesundheitsfonds an die Kassen zu überweisen, um die Beiträge im Jahr 2017 stabil zu halten.

Erhöhung des Zusatzbeitrags 2017: Neues Argument für die Bürgerversicherung?

Auch wenn der Krankenkassenbeitrag im Schnitt stabil bleibt, ist zu erwarten, dass die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zum Thema des kommenden Bundestagswahlkampfs werden wird. Einerseits gibt es Forderungen, den Zusatzbeitrag wieder paritätisch zu gestalten, das heißt den Kostenaufwand gleichmäßig auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu verteilen. Bisher müssen Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag komplett aus der eigenen Tasche zahlen. Andererseits dürfte der Ruf nach einer Bürgerversicherung wieder lauter werden. Im letzten Bundestagswahlkampf hatten SPD, Grüne und Linkspartei für die Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung geworben, in die obligatorisch nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbstständige und Beamte einzahlen. 

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur gesetzlichen Krankenversicherung.