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Frage der Woche: Die Folgen der Inflation - höhere Preise, weniger Rendite?

Nachdem die Inflation in Deutschland über zwei Jahre lang unter einem Prozent lag, ist sie inzwischen der Zwei-Prozent-Marke nahe. Im Januar ist die Teuerungsrate auf 1,9 Prozent gesprungen und hat das Schreckgespenst der „schleichenden Geldentwertung“ geweckt. Insbesondere Sparer müssen nun umdenken, damit ihre Rücklagen nicht langsam aufgefressen werden.
Welches Sparmodell zahlt sich trotz der Inflation für Sparer aus
Viele Sparer wissen durch die Inflation nicht wohin mit dem Geld

Das Leben in Deutschland ist im Januar teurer geworden. Verbraucher mussten unter anderem für Mieten, Nahrungsmittel und Energiekosten tiefer in die Tasche greifen. Besonders der Ölpreis hat zu Beginn des Jahres deutlich angezogen, sodass sich die Inflation mit einer Teuerungsrate von 1,9 Prozent in Deutschland auf dem höchsten Stand seit Juli 2013 befindet.

Von der wachsenden Teuerungsrate ist jedoch nicht nur Deutschland betroffen, sondern die gesamte Euro-Währungszone. Für die Europäische Zentralbank (EZB) ist dies eine durchaus wünschenswerte Entwicklung. Sie strebt für den Euroraum eine Inflation von zwei Prozent an. In Deutschland rechnen Wirtschaftsexperten im Jahr 2017 insgesamt mit einer eher moderaten Inflation von etwa 1,4 Prozent. 2016 waren es rund 0,5 Prozent. Was die EZB freut, bringt Sparer jedoch in die Zwickmühle.

50 Millionen Mark für ein Brötchen: Was bedeutet Inflation?

Eine Inflation bedeutet, dass das Geld an Wert verliert. Für Verbraucher heißt das im Grunde, sie bekommen für dieselbe Menge Geld weniger Waren. Ein Grund hierfür kann sein, dass immer mehr Geld in Umlauf gebracht wird, ohne dass gleichzeitig mehr Güter und Dienstleistungen angeboten werden.

Eines der wohl bekanntesten Beispiele für eine Geldentwertung stammt aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Damals ließ die Regierung Unsummen an Geld drucken, um die Staatsschulden einzudämmen. Dadurch gab es zwar insgesamt mehr Geld, doch die Menge an Waren blieb gleich. In der Folge stiegen die Preise an, sodass alltägliche Güter wie Brötchen oder eine Zeitung plötzlich mehrere Millionen Mark statt zuvor wenige Pfennige gekostet haben.

Folgen der Inflation: Gewinner und Verlierer

Ein großer Gewinner der Inflation ist der Staat. Denn liegt die Inflationsrate über dem Zinsbetrag, zu dem er sich Geld geliehen hat, reduzieren sich seine Schulden. Gleiches gilt aber auch für Privatpersonen, die einen oder mehrere Kredite aufgenommen haben.

Als Folge der Inflation müssen Verbraucher vor allem mehr für ihren Lebensstandard zahlen. Die höheren Preise für Strom, Lebensmittel und Dienstleistungen sind für viele Menschen Grund genug, sich genau zu überlegen, was sie sich von ihrem Geld leisten möchten. Einigen Unternehmen drohen dadurch Umsatzeinbußen, denn ihre Produkte finden zum Teil weniger Anklang.

Anleger sparen sich durch Inflation ärmer

Zu einem regelrechten Dilemma entwickelt sich die Inflation für viele Sparer. Durch die Zinspolitik der EZB erhalten sie bereits seit Jahren kaum Zinsen auf klassische Geldanlagen wie ein Sparbuch. Im Zuge der Inflation verliert ihr Geld nun deutlich mehr an Wert als im vergangenen Jahr, sodass sich viele Anleger arm sparen. Das Magazin ARD Plusminus errechnet dazu gemeinsam mit dem Flossbach von Storch Institut ein Beispiel für ein Verlustgeschäft:

Wer im letzten Jahr 10.000 Euro über zehn Jahre angelegt hat und dafür im Schnitt 0,3 Prozent Zinsen bekommt, hat durch die Inflation von 0,5 Prozent am Ende der Laufzeit weniger Geld als zu Beginn (9.800 Euro). Mit der aktuellen Teuerungsrate würde der Verlust noch höher ausfallen.

Neue Sparmodelle mit mehr Risikobereitschaft gefragt

Damit sich das Sparen für Verbraucher trotz der Auswirkungen der Inflation lohnt, sollten sie in ihrem Vorgehen umdenken und auf andere Sparmodelle setzen. „Wir müssen nur lernen, ‚anders‘ zu sparen als bisher. Der Wertpapier-Sparplan ist in Zeiten niedriger Zinsen das bessere Instrument als Tagesgeld oder Sparbuch“, betont Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank gegenüber dem Handelsblatt. Bisher sind nur wenige Sparer bereit, bei der Geldanlage Risiken einzugehen und verlieren dadurch viel Rendite. Experten wie Thomas Richter vom Fondsverband BVI fordern daher mehr Unterstützung aus der Politik für aktienorientiertes Sparen.

Aktienkurse können allerdings stark schwanken und sind daher nicht für alle Kunden die beste Sparoption. Einige Menschen wünschen sich mehr Sicherheit für ihre Geldanlage, beispielweise weil sie Rücklagen für ihre Familie aufbauen möchten. Für sie könnte es sinnvoller sein, verschiedene Anlagemöglichkeiten zu kombinieren. Diese Geldanlagetipps helfen Sparern, ein passendes Sparmodell ihre persönliche Lebenssituation zu finden.