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Einfachere Riester-Rente gefordert: Viele Zulagen werden verbrannt

Die Riester-Rente soll Sparer bei ihrer Altersvorsorge unterstützen. Allerdings lassen sich jährlich Millionen Versicherte die staatlichen Zulagen entgehen. Nun fordert ein Anbieter eine Vereinfachung der Riester-Rente, durch die unter anderem eine automatische Zuteilung der Förderung beinhaltet. Während Politiker den Vorschlag kritisch sehen, gibt es Rückenwind aus der Branche.
Weniger Bürokratie bei Riester-Rente: Zulagen automatisch vom Staat?
Riester-Rente für mehr Sparer: Plan mit Neuerungen auch bei Zulagen

Als die Riester-Rente vor 15 Jahren eingeführt wurde, hat wohl niemand damit gerechnet, dass die geförderte Altersvorsorge Jahre später mehr als 16 Millionen abgeschlossene Verträge zählen würde. Allerdings kann man kaum von einer reinen Erfolgsgeschichte sprechen. Denn viele Sparer waren und sind von undurchsichtigen Verträgen und hohen Kosten bei der Riester-Rente frustriert. Darüber hinaus ist insbesondere die Beantragung der Zulagen für manche Vorsorgewillige noch immer zu kompliziert.

Genau daran will jetzt ein Reformvorschlag des Anbieters Deutsche Vermögensberatung (DVAG) etwas ändern. Unter anderem soll nicht länger der Kindergeldbezug, sondern das Alter des Kindes bei der Beantragung der Kinderzulage entscheidend sein. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung (FAZ) kann insbesondere der Branchenverband GDV einer Neuausrichtung der Riester-Rente etwas abgewinnen. Allerdings hätten die Änderungen nicht nur Vorteile für Riester-Sparer.

Einfachere Riester-Rente mit Nachteilen für Eltern?

Eine mögliche Verbesserung der Riester-Rente sieht DVAG-Vorstandsmitglied Helge Lach beim Zulagensystem. Die staatlichen Zulagen sind das Hauptargument für die Riester-Rente. Denn zahlt der Sparer einen bestimmten Mindestanteil, bietet der Staat Unterstützung durch eine Grundzulage in Höhe von 154 Euro und Kinderzulagen von bis zu 300 Euro pro Kind – und das jährlich. Allerdings müssen diese Zulagen beantragt werden. Viele Riester-Versicherte versäumen es jedoch die Förderung zu beantragen oder zahlen nicht genügend Beiträge, um die volle Förderung zu erhalten. Dadurch würden viele Zulagen verbrannt.

Gegenüber der FAZ führt Lach aus, dass die Riester-Rente einerseits allen Erwerbstätigen geöffnet werden könnte und nicht mehr nur den rentenversicherungspflichtigen. Anderseits sollen die Kinderzulagen nicht mehr wie bisher an den Kindergeldbezug geknüpft werden, sondern unabhängig davon bis zum vollendeten 18. Lebensjahr an die sparenden Eltern fließen. Hierbei wären allerdings viele Eltern gegenüber der jetzigen Regelung benachteiligt, wenn ihre Kinder sich nach dem 18. Geburtstag noch in Ausbildung befinden oder studieren. Lach räumt ein, dass sein Vorschlag etwas ungerechter, jedoch einfacher wäre.

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Mehr Einfachheit bei Riester-Rente könnte zu Klagen führen

Lachs Vorschläge zur Riester-Rente zielen vor allem auf einen einfacheren Zugang zur Riester-Rente und weniger Komplexität bei der Zulagenbeantragung während der Sparphase ab. Dadurch könnten mehr Menschen von der Förderung profitieren und Kosten gesenkt werden. Allerdings gibt es keine durchgehende Zustimmung in der Politik. Anja Karliczek (CDU), für Altersvorsorge zuständiges Mitglied im Finanzausschuss, begrüßt zwar einen möglichen Abbau von Komplexität bei der Riester-Rente, befürchtet jedoch Klagen durch die Vereinfachungen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht den Plan Lachs weitaus positiver. So könne die Abwicklung der Riester-Rente über die Finanzämter vonstattengehen. Damit könnten die Zulagen automatisch an die Sparer fließen – eine jährliche Beantragung sei dann nicht mehr notwendig.

Neue Renten-Chefin zweifelt an Allheilmittel für gesetzliche Rentenversicherung

Derweil erinnert die neue Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Gundula Roßbach im Interview mit dem Tagesspiegel daran, dass es bei der gesetzlichen Rentenversicherung selbst einige Baustellen gibt. So müsse das System immer wieder neu angepasst werden: „Die Jahrhundertreform, die alle Probleme löst, kann es nicht geben.“ Die Politik müsse im Kampf gegen Altersarmut darauf achten, wer hier besonders betroffen ist. Das sind laut Roßbach Erwerbsminderungsrentner, Menschen mit unsteten Erwerbsbiografien und kleine Selbstständige. Bei diesen Gruppen lohnt es sich anzusetzen.

Auch zur Riester-Rente äußert sich Roßbach. Mit der Einführung der Produktinformationsblätter zu Beginn dieses Jahres erkennen Sparer nun einfacher die Kostenverteilung bei den einzelnen Produkten. Dadurch könnte es zu einer Marktbereinigung kommen. 

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Riester-Rente..