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Länder knüpfen Hilfe bei Hochwasserschäden an Versicherungsnachweis

Die Bundesländer wollen die Eigenverantwortung der Bürger beim Hochwasserschutz stärken. Denn Hausbesitzer, die sich nicht um eine Elementarschadenversicherung für ihr Haus bemühen, drohen künftig bei finanziellen Hilfen nach einem Hochwasser leer auszugehen. Gleichzeitig macht sich Sachsens Ministerpräsident Tillich für einen bezahlbaren Schutz in Risikogebieten stark.
Soforthilfe bei Hochwasser: Länder wollen mehr Eigenverantwortung
Hilfe bei Hochwasserschäden: Keine Versicherung - kein Geld

Mit einer Wohngebäudeversicherung schützen sich Hausbesitzer vor teuren Schäden am Haus durch Feuer, Leitungswasser, Hagel und Sturm. Um auch bei Naturgewalten wie Hochwasser geschützt zu sein, benötigen sie eine zusätzliche Elementarschadenversicherung. Obwohl sich laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ein Großteil der Verbraucher entsprechend absichern könnte, haben nur 40 Prozent der Hauseigentümer den Schutz bei Elementarschäden vereinbart.

Diese Nachlässigkeit könnte sich bald doppelt rächen. Denn im Ernstfall müssen Hausbesitzer nicht nur für die Schäden durch Hochwasser selbst aufkommen. Die Bundesländer haben sich zudem darauf verständigt, dass die Zahlung von finanziellen Soforthilfen künftig daran gekoppelt werden soll, ob sich Betroffene zuvor um eine entsprechende Gebäudeversicherung mit Schutz bei Elementarschaden bemüht haben.

Hausbesitzer müssen sich um Versicherung fürs Haus bemüht haben

„Wer sich nicht versichert hat – und das aus wirtschaftlichen Gründen nicht gemacht hat, obwohl es durchaus möglich gewesen wäre – der wird zukünftig vom Staat keine Hilfe erfahren können“, erläutert Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. In dem offiziellen vorläufigen Beschluss der Länder heißt es, dass nur derjenige mit staatlicher Unterstützung rechnen kann, „der sich erfolglos um eine Versicherung bemüht hat oder ihm diese nur zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten worden ist.“ Insbesondere der letztgenannte Punkt ist wichtig. Denn in Risikogebieten ist der Versicherungsschutz bei Schäden durch Hochwasser häufig teuer, teilweise werden Hauseigentümer von den Versicherern als Kunden abgelehnt.

Tipp: Bleiben Sie bei der Suche nach einer Elementarschadenversicherung hartnäckig und holen Sie sich Unterstützung durch einen Versicherungsexperten. Welche Versicherer empfehlenswert sind, zeigt beispielsweise der Gebäudeversicherung Test von Focus-Money.

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Gebäudeversicherung: Versicherungspflicht für Hausbesitzer wohl vom Tisch

Mit dem Beschluss der Bundesländer folgen die Minister einer Entscheidung Bayerns. Dort erhalten Hausbesitzer ab Juli 2019 keine staatlichen Hilfen mehr, wenn die Schäden hätten versichert werden können.

Sachsens Ministerpräsident Tillich hat vergangene Woche auf dem Naturgefahrenkolloquium der Verbraucherzentrale Sachsen nochmals an die Eigenvorsorge der Bürger appelliert. Er wolle sich zudem beim Bund und bei der Versicherungswirtschaft für bezahlbare Versicherungsbeiträge für Menschen in Risikogebieten einsetzen. Auch die Möglichkeit einer Pflichtversicherung sprach der Minister an, mit der eine faire Lastenverteilung für alle Bürger möglich wäre, berichtet der MDR. Mit dem aktuellen Beschluss der Länder gerät die Versicherungspflicht für Hausbesitzer jedoch in weite Ferne.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Wohngebäudeversicherung und Hausratversicherung.