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In Rohstoffe investieren: Sicherer Geldzuwachs oder riskante Wette?

Gerade wenn Turbulenzen an den Kapitalmärkten drohen oder hohe Renditen mit anderen Geldanlagen nur schwer möglich sind, wenden sich Anleger Rohstoffen zu und investieren dort. Aktuell geraten Rohstoffe wieder verstärkt in den Fokus. Dabei ist die Anlage in Rohstoffe wie Metalle, Öl oder Edelhölzer mit genauso vielen Chancen wie Risiken verbunden.
Trotz neuer Entwicklungen: Besser vorsichtig in Rohstoffe investieren
Gold und Silber sind klassische Rohstoffe für die Geldanlage

Die meisten Menschen denken vorwiegend an Gold, Silber und gegebenenfalls Öl, wenn es darum geht, ihr Geld in Rohstoffe zu investieren. Allerdings werden gerade in der Industrie weitere Rohstoffe benötigt, sodass sich auch eine Anlage in Platin, Palladium oder Kupfer lohnen kann. Hinzu kommen nachwachsende Rohstoffe, zum Beispiel Hölzer, die bei einer nachhaltigen Bewirtschaftung sogar ohne Raubbau an der Natur möglich sind. Zudem können Anleger in Agrarrohstoffe wie Kaffee und Kakao investieren, deren stete Nachfrage starke Wertschwankungen unwahrscheinlicher macht. Anleger, die einen Teil ihres Vermögens in Rohstoffe investieren, sollten sich jedoch genau mit den jeweiligen Besonderheiten auseinandersetzen.

Bevor Anleger in Rohstoffe investieren: Aktuelle Entwicklungen beobachten

Vor ein paar Jahren war es vor allem Chinas Rohstoffhunger, der die Rohstoffpreise in die Höhe trieb, in der Finanzkrise eher das Sicherheitsbedürfnis der Anleger. In jüngster Vergangenheit mussten dagegen viele Rohstoffe eher einen deutlichen Preisverfall erfahren. Öl war billig wie lange nicht mehr, Metalle verbuchten Verluste von bis zu 50 Prozent. Nun steigen viele Rohstoffpreise wieder. Das hat unterschiedliche Ursachen. Neue technische Errungenschaften können beispielsweise die Nachfrage nach einem bestimmten Rohstoff wie Lithium in der Industrie erhöhen. Ebenfalls möglich ist ein Preisanstieg durch eine künstliche Drosselung der Verfügbarkeit. Gerade beim Öl kennt man diese Strategie von den OPEC-Staaten, die dadurch den Preis mitgestalten.

Insgesamt beobachten Experten im Moment eine positive Wertentwicklung bei vielen Rohstoffen. Auch Kleinanleger wittern daher ihre Chance.

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Gibt es Gesetzmäßigkeiten bei der Preisentwicklung der Rohstoffe?

Anleger, die zum ersten Mal in Rohstoffe investieren, erhoffen sich verlässliche Aussagen darüber, wie sich die verschiedenen Preise von Edelmetallen und Co. zukünftig entwickeln werden. Das ist aber keineswegs einfach. Der Goldpreis unterliegt zwar gewissen Gesetzmäßigkeiten. So ist der Rohstoff als „sicherer Hafen“ für Anleger insbesondere dann interessant, wenn es Unruhen an den Finanzmärkten gibt. Folglich steigt der Goldpreis in Krisenzeiten, während er tendenziell bei florierenden Kapitalmärkten sinkt. Allerdings lässt sich selbst für Experten kaum zuverlässig vorhersagen, wann es wieder zu einer Krise oder einer Phase des Aufschwungs kommt beziehungsweise wie lange diese jeweils anhält.

In Rohstoffe investieren: Das sind die Chancen

Rohstoffe sind dazu geeignet, das eigene Vermögen inflationssicher zu machen. Denn im Gegensatz zu Währungen sind Rohstoffe nicht an den Kaufkraftverlust des Geldes gebunden. Darüber hinaus lässt sich mit einem gut aufgestellten Rohstoffportfolio ein Gewinn im zweistelligen Prozentbereich erzielen – vorausgesetzt, dass Kauf und Verkauf des jeweiligen Rohstoffs zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Wird direkt in Rohstoffe investiert, sich ein Anleger beispielsweise einen Goldbarren für den heimischen Tresor zulegt, sind allerdings keine echten Erträge möglich. Anleger haben jedoch mit der Investition in die Aktien rohstoffproduzierender Unternehmen – sogenannte Rohstoffinvestments – die Chance, von positiven Entwicklungen an den Rohstoffmärkten zu profitieren und zusätzlich Erträge wie Dividenden mitzunehmen.

Risiken eines Investments in Rohstoffe

Abhängig von der Art des Rohstoffes sind die Risiken für Anleger unterschiedlich. Anlagen in Hölzer können durch Ungezieferbefall, Brände oder Unwetter im schlimmsten Fall komplett zerstört werden. Die Preisentwicklung von Kaffee, Kakao und anderen Agrarrohstoffen ist ebenso von guten und schlechten Erntejahren abhängig. Der Wert von Industrierohstoffen kann durch neue Konjunkturdaten plötzlich in die Höhe schießen – oder ins Bodenlose fallen. Selbst vermeintlich sichere Vorhersagen wie der steigende Lithiumbedarf durch die Verbreitung von Elektroautos könnten durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die Verwendung eines anderen Rohstoffs bei der Herstellung der notwendigen Akkus ins Leere laufen.

Sicherheit gibt es bei den Prognosen also niemals. Daher raten Experten auch dazu, nur einen Teil des verfügbaren Vermögens in Rohstoffe zu investieren. So lassen sich größere Wertverluste aussitzen und bessere Zeiten abwarten.

Service: Der Kapitalanlage Vergleichsrechner zeigt Ihnen, welche Optionen Sie bei der Geldanlage mit welchem Chancen-Risiko-Verhältnis haben.

In Rohstoffe mit ETCs investieren

Mit den sogenannten ETCs ist es ebenfalls möglich, in Rohstoffe zu investieren. Bei den ETCs (Exchange-traded Commodities) handelt es sich um eine spezielle Form von Wertpapieren. Ähnlich wie ETFs, die die Wertentwicklung eines Aktienindex nachbilden, simuliert ein ETC die Wertentwicklung von Rohstoffen. Damit wird die Investition für Privatanleger erheblich erleichtert. Jedoch ist es für Sparer wichtig zu wissen, dass bei einer Pleite des Emittenten, also des Herausgebers, unter Umständen der Totalverlust der Anlage droht.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Geldanlage.