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Trotz Änderungen bei der Restschuldversicherung: Hohe Kosten bleiben

Eine Restschuldversicherung springt ein, wenn Kreditnehmer ihre Raten nicht zahlen können. Doch dies hat seinen Preis: So treibt der Abschluss eines solchen Schutzes die Zinsen für das Darlehen in die Höhe. Neben den hohen Kosten für die Restschuldversicherung beklagen Kritiker die Intransparenz vieler Verträge. Der Bundestag will nun mit Neuregelungen Abhilfe schaffen.
Die Kosten sind bei der Restschuldversicherung Kritikpunkt Nummer eins
Eine Restschuldversicherung kommt Kreditnehmer teuer zu stehen

Einen Kredit für das Traumhaus, das neue Badezimmer oder ein Auto aufzunehmen, ist dank der Niedrigzinsphase so günstig wie lange nicht. Dennoch kommen auf viele Darlehensnehmer nach dem Vertragsabschluss oft hohe Zusatzkosten zu. Grund dafür sind sogenannte Restschuldversicherungen. Diese schließen viele Kunden parallel zum Darlehen ab, um sich und ihre Lieben im Falle einer Zahlungsfähigkeit abzusichern. Denn die Restschuldversicherung dient als Schutz, wenn der Kreditnehmer seine monatlichen Raten nicht mehr tilgen kann, beispielsweise weil er arbeitslos wird oder gar verstirbt.

Restschuldversicherung: Intransparente Verträge erfordern Neuregelungen

Durch die Restschuldversicherung müssen Kreditnehmer bei finanziellen Engpässen nicht befürchten, dass ihr mit dem Kredit finanziertes Hab und Gut von der Bank weggenommen wird. Außerdem müssen sie keine Angst haben, ihre Angehörigen im Todesfall mit dem aufgenommenen Darlehen zu belasten.

Doch Verbraucherschützer raten vom Abschluss einer solchen Absicherung eher ab. Für sie stehen die Kosten der Restschuldversicherung oft in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen. Zudem sind viele Verträge intransparent, sodass Versicherte oft nicht wissen, welche Zusatzgebühren sie erwarten und wann die Versicherung wirklich einspringt. Dies hat der Bundestag nun zum Anlass genommen, um für strengere Regelungen und mehr Transparenz zu sorgen.

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Kosten der Restschuldversicherung sollen transparenter werden

Künftig müssen Kunden innerhalb von sieben Tagen nach der Beratung beziehungsweise nach dem Abschluss der Versicherung ein Informationsschreiben bekommen. Dieses hat unter anderem über die genauen Kosten der Restschuldversicherung sowie des gesamten Kredits zu informieren. „Wir schaffen damit mehr Transparenz bei Verbrauchern hinsichtlich der Risiken und der Kosten beim Abschluss einer Restschuldversicherung“, lobt der SPD-Finanzexperte Marcus Held.

Bisher wurde diese Absicherung von vielen Banken als sinnvoller Schutz sowie Sicherheit für den Kredit verkauft. Dafür gab es jedoch kaum Regulierungen, sodass einige Institute ihre Kunden vor Vertragsabschluss zum Teil nicht über die damit verbundenen Gebühren informiert haben.

Bessere Beratung und mehr Informationen zur Restschuldversicherung

Neben den oft intransparenten Kosten der Restschuldversicherung besteht ein weiterer Kritikpunkt darin, dass Kreditnehmer häufig nicht über Alternativen informiert werden. Um die Rückzahlung des Kredits abzusichern, haben Verbraucher beispielsweise mit einem Bausparvertrag oder einer Lebensversicherung andere Optionen.

Zudem wurde von vielen Kreditgebern in der Vergangenheit der Eindruck erweckt, dass die Restschuldversicherung eine Pflichtbedingung ist, um das gewünschte Darlehen zu bekommen. Das soll sich dank der neu geschaffenen Informations- und Beratungspflichten nun ändern. Hinzu kommt eine Ausdehnung des Widerrufsrechts. Die 14-tägige Frist für einen Widerruf startet künftig erst mit dem Erhalt des verpflichtenden Informationsschreibens.

Keine Neurungen: Weiter hohe Kosten bei der Restschuldversicherung

Die beschlossenen Neurungen sollen zwar mehr Transparenz und striktere Regulierungen bringen. An den oftmals horrenden Kosten für die Restschuldversicherung ändern sie jedoch nichts. So kann sich der Effektivzins für das Darlehen durch die Absicherung mehr als verdoppeln. Auch den hohen Provisionen der Banken für den Abschluss einer Restschuldversicherung wurde kein Einhalt geboten. Einer Studie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zufolge liegen diese bei teilweise mehr als 50 Prozent.

Kunden werden zu spät über Kosten der Restschuldversicherung aufgeklärt

Darüber hinaus stehen die Neuregelungen in der Kritik, weil sie die angestrebte Transparenz erst nach Abschluss des Vertrags schaffen. Für Grünen-Politikerin Nicole Maisch müsste insbesondere die Information über die höheren Kosten für das Darlehen durch die Restschuldversicherung bereits beim Vergleich verschiedener Kreditangebote erfolgen. Hierbei könnte zum Beispiel der Effektivzins für das Darlehen ohne Versicherung sowie mit dem Schutz angegeben werden. Dieser Vorschlag fand im Bundestag allerdings keinen Anklang. Die Restschuldversicherung bleibt somit umstritten.

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