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Dispozinsen: Viele Banken kassieren bei Kontoüberziehung weiter ab

Überziehen Verbraucher ihr Girokonto, werden dafür häufig hohe Zinsen fällig. Bis zu 13,75 Prozent verlangen einige Banken als Dispozinsen, wie Stiftung Warentest aktuell ermittelt hat. Andere Anbieter verlangen wiederum nicht einmal fünf Prozent. Die Verbraucherorganisation warnt zudem, dass einige Geldinstitute bei Zinsanpassungen tricksen.
Kontoüberziehung: Dispozinsen laut Finanztest nur minimal gesunken
Dispozinsen im Vergleich bei Finanztest: Konto überziehen bleibt teuer
  • Stiftung Warentest hat die Dispozinsen von 1.377 Bankinstituten abgefragt.
     
  • Viele Banken verlangen noch immer hohe Extrakosten von Kunden, die ihr Konto überziehen.
     
  • Ein Wechsel des Girokontos empfiehlt sich laut Stiftung Warentest, wenn drei Kriterien erfüllt sind.

Wenn am Ende des Monats das Geld knapp wird, greifen manche Kontoinhaber auf ihren Dispokredit zurück. Damit lassen sich zwar kurzfristige finanzielle Engpässe überbrücken. Doch dies hat je nach Bank einen hohen Preis. Denn im Schnitt liegt der Zins für die Kontoüberziehung bei 9,78 Prozent. Diesen Wert hat die Stiftung Warentest für den aktuellen Dispozins Vergleich der Finanztest (08/2017) ermittelt. Dazu hat sie die Zinsen von über 1.350 Banken, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen abgefragt. Wie in den Vorjahren zeigt sich: Verbraucher, die regelmäßig in den Dispo ihres Girokontos rutschen, können viel Geld sparen, wenn sie von einer teuren zu einer günstigen Bank wechseln.

Dispozinsen: Von 0 bis 13,75 Prozent ist alles möglich

Die Stiftung Warentest zufolge verlangen 28 Geldinstitute einen Dispozins von 12,5 Prozent und mehr. Am meisten schlägt die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost zu, bei der die Dispozinsen für die Konten „Direkt“ und „Klassik“ 13,75 Prozent betragen.

Im Gegensatz dazu erhebt die Deutsche Skatbank für „Girokonto Flat“ keine zusätzlichen Zinsen, wenn Kunden den Dispokredit nutzen. Bei „Trumpf“ sind es 4,17 Prozent. Vergleichsweise günstig sind zudem die Kontomodelle „Premium“ der Kreissparkasse Weilburg (3,49 Prozent), „Komfort Plus“ der VR-Bank Uckermark-Randow (4,1 Prozent) und „Premium“ der VR Bank Südthüringen (4,43 Prozent). Die Stiftung Warentest hält einen Zins von bis zu acht Prozent für akzeptabel.

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Stiftung Warentest warnt vor Tricks der Banken beim Dispozins

Während die Verbraucherorganisation in der Vergangenheit vor allem die Intransparenz der Banken bei der Offenlegung der Kosten beklagt hat, sind es nun kleinere Tricks, die den Testern unangenehm aufgefallen sind. So verschleiern manche Anbieter die konkrete Höhe des Dispozinses durch Angaben wie „Referenzzinssatz + Aufschlag von x Prozent“. Andere Banken behandeln einen negativen Referenzzins wie null, sodass die Gebühren für die Kontoüberziehung nicht sinken, wenn dieser in der Minusbereich rutscht.

Wann lohnt sich ein Kontowechsel?

Im Vergleich zur letzten Untersuchung ist der durchschnittliche Dispozins nur um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die Stiftung Warentest rät daher zu einem Wechsel des Girokontos, wenn

  • Die Kontoführungsgebühren bei mehr als 60 Euro pro Jahr liegen
  • Der Dispozins über zehn Prozent beträgt
  • Der Dispokredit häufig genutzt wird

Seit einer Gesetzesanpassung in diesem Jahr funktioniert der Girokontowechsel deutlich einfacher. Personen, die mit den Kontoführungsgebühren ihrer Bank generell unzufrieden sind, sollten Angebote anderer Banken überprüfen. Vor allem Direktbanken bieten zum Teil noch kostenlose Girokonten an.

Bei Konten, die einen geringen Dispozins in Aussicht stellen, ist ein genauer Blick auf die Vertragsbedingungen sinnvoll. Häufig geht dieser mit deutlich höheren Kosten für die Kontoführung einher, sodass sich das entsprechende Kontomodell meist nicht auszahlt, so die Tester.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Geldanlage.