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Wohnen in Deutschland: Wann lohnt sich kaufen oder mieten?

Eine Wohnungsbesichtigung mit 20 anderen Interessenten für eine Einzimmerwohnung, die viel zu viel Miete kostet − Wohnraum in Deutschland wird immer begehrter und teurer. Vor allem die Mieten schnellen vielerorts in die Höhe. So mancher will darum lieber kaufen als mieten. Stiftung Warentest und Postbank haben geprüft, wo sich dies noch lohnt.
Je nach Lage lohnt sich eher kaufen oder mieten
Die Kosten für ein Haus oder eine Wohnung steigen immer weiter
  • Die steigenden Kosten für Wohnraum in Deutschland machen sich nun auch bei den Kaufpreisen für Immobilien bemerkbar.
     
  • Zwei neue Studien zeigen, dass die Entscheidung zwischen kaufen oder mieten oftmals von der Lage abhängt.
     
  • Um bei der Baufinanzierung Stolperfallen zu umgehen, hilft Käufern eine persönliche Beratung.

In Hamburg, Berlin oder München eine Wohnung in guter Lage zu bekommen, ist schon schwer genug. Soll der Wohnraum dann auch noch halbwegs erschwinglich sein, grenzt dies beinahe an ein Wunder. Denn ganz gleich, ob kaufen oder mieten, die Preise sind in den letzten Jahren vor allem in den Großstädten gestiegen. Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen will, muss somit tief in die Tasche greifen. Doch das gilt nicht überall.

Für die neue Finanztest (8/2017) hat die Stiftung Warentest die Miet- und Kaufpreise für Immobilien in 115 deutschen Städten und Kreisen überprüft. Dabei zeigt sich vor allem in den Städten ein mitunter drastischer Anstieg. Auch das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut kommt für den Postbank Wohnatlas 2017 zu dem Ergebnis, dass Wohnen auf dem Land generell günstiger ist als in den beliebten Städten. Beide Studien finden Regionen, in denen Immobilien noch günstig zu haben sind.

Kaufen oder mieten: Wo gibt es noch günstige Immobilien?

Der Postbank Wohnatlas 2017 hat den deutschen Immobilienmarkt untersucht und geprüft, in welchen Regionen sich eher kaufen oder mieten lohnt. Dabei haben die Experten den jeweiligen Kaufpreis für eine 100-Quadratmeter-Wohnung mit Standardausstattung mit der entsprechenden Jahresmiete verglichen.

Besonders günstig ist der Wohnungskauf der Studie zufolge in Mitteldeutschland, etwa in Sachsen-Anhalt, Südniedersachen, Nordthüringen sowie in Südbrandenburg und Teilen Sachsens. Dort beträgt der Preis für die Eigentumswohnung etwa zehn bis 15 Jahresmieten. Das bedeutet, Käufer können davon ausgehen, dass sich ihre Investition in etwa zehn bis 15 Jahren rentieren wird, weil beispielsweise keine monatliche Miete anfällt.

Am teuersten ist der Kauf einer Immobilie in den deutschen Küstengebieten, zum Beispiel in den Regionen um Ost- und Nordfriesland sowie die Ostseeküste rund um Rügen. Für eine Eigentumswohnung in diesen Regionen müssen Interessenten zwischen 35 und 61 Jahresmieten zahlen.

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Stiftung Warentest stellt je nach Region große Preisunterschiede fest

Die aktuelle Studie der Stiftung Warentest zeigt, dass insbesondere Immobilienkäufer im Raum München horrende Wohnungspreise hinnehmen müssen. Ein Quadratmeter in einer Eigentumswohnung mit sehr guter Lage und Ausstattung wie Fußbodenheizung, Parkett- oder Marmorbodenboden und dreifachverglasten Fenstern kostet dort bis zu 9.525 Euro. In Hamburg, immerhin die zweitteuerste Stadt, sind es rund 2.000 Euro weniger. Zum Vergleich: Im äußersten Osten Deutschlands, dem Landkreis Görlitz, werden in einer sehr gut gelegenen und ausgestatteten Wohnung 1.500 Euro pro Quadratmeter fällig.

Für wen lohnt sich der Immobilienkauf?

Verglichen mit dem Vorjahr ist der Kaufpreis für Immobilien bundesweit um durchschnittlich sieben Prozentpunkte gestiegen. Viele Menschen stehen daher vor der Frage, ob sich für sie noch kaufen oder doch besser mieten lohnt. Dabei sind vor allem die persönlichen Lebensumstände entscheidend. Wer beispielsweise durch seinen Beruf häufig umzieht, wird von einem Eigenheim nicht wirklich profitieren. Personen, die sich Wohneigentum in ländlichen Regionen zulegen, erhalten bei einem späteren Verkauf möglicherweise eine weitaus geringere Summe als beim Kauf. Denn die Nachfrage nach Immobilien sinkt mit den Einwohnerzahlen.

Wollen sich Menschen dagegen für das Alter absichern, kann ein eigenes Haus oder Wohnung die Lebensqualität steigern und zugleich für Mietfreiheit im Alter sorgen. Für Interessierte, die besonderen Wert auf hohe Qualität legen, zahlt sich der Immobilienkauf auch in vergleichsweise teuren Regionen aus. Zumindest dann, wenn der höhere Preis einer besonders guten Bausubstanz, Lage oder Ausstattung geschuldet ist und sie keine Abstriche machen möchten.

Bei der Frage zwischen kaufen oder mieten hilft ein Kostenvergleich

In Bezug auf die Kosten für Wohneigentum ist es hilfreich, die Konditionen der Baufinanzierung mit der monatlichen Miete zu vergleichen. In Spitzenregionen frisst die Miete mehr als 40 Prozent des Einkommens auf. Die Raten für einen Immobilienkredit sind in Anbetracht der aktuellen Niedrigzinsphase meist günstiger. Hierbei sollten sich Kaufinteressierte jedoch persönlich beraten lassen, um wichtige Eckpunkte für die Baufinanzierung zu klären. So sollten Kreditnehmer die niedrigen Zinsen im besten Fall über die gesamte Laufzeit bekommen und Sondertilgungen leisten können.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Baufinanzierung.