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Von 225 Euro bis 869 Euro: Pflegebedürftige ungleich stark belastet

Unabhängig vom Pflegebedarf beteiligen sich Pflegebedürftige seit Anfang des Jahres mit einem festen Betrag an den Pflegekosten für das Heim. Im Schnitt liegt dieser bei monatlich rund 580 Euro. Doch je nach Region müssen Pflegeheimbewohner teils deutlich mehr für die Heimunterbringung ausgeben. Im teuersten Bundesland werden durchschnittlich knapp 870 Euro pro Monat fällig.
Pflegekosten im Vergleich: Wo Pflegebedürftige viel zahkeb
Kosten für die Pflege variieren je nach Bundesland deutlich
  • Pflegebedürftige zahlen im Pflegeheim unabhängig vom Pflegegrad einen einheitlichen Eigenanteil für die Pflegekosten.
     
  • Im Schnitt liegt der Eigenbeitrag bei 581 Euro pro Monat, wie das Bundesgesundheitsministerium nun mitteilte.
     
  • Pflegebedürftige zahlen zudem die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Ohne Pflegevorsorge droht ihnen durch die Pflegeheimkosten Altersarmut.

Pflegebedürftige zahlen im Pflegeheim einen Teil der Pflegekosten selbst. Damit die Bewohner mit steigendem Pflegebedarf jedoch finanziell nicht stärker belastet werden, ist der Eigenbetrag seit Jahresbeginn für alle Pflegegrade gleich. Die Höhe hängt vom jeweiligen Altersheim ab. Dafür wird vereinfacht gesagt der Anteil der nicht über die Pflegekasse abgedeckten Pflegekosten für alle Pflegebedürftigen durch die Anzahl der Heimbewohner geteilt.

Pflege ist in Ostdeutschland für Pflegebedürftige günstiger

Wie hoch der durchschnittliche Eigenanteil in den Bundesländern ist, hat das Bundesgesundheitsministerium nun nach einer Anfrage der Linken bekannt gegeben. Der Nordwest-Zeitung zufolge zahlen Pflegebedürftige bundesweit im Schnitt 581 Euro pro Monat aus der eigenen Tasche für die Pflegekosten. Regional ergeben sich allerdings gravierende Unterschiede. Während in Thüringen durchschnittlich 225 Euro monatlich zulasten der Heimbewohner anfallen, sind es im Saarland stolze 869 Euro.

Monatlicher Eigenbetrag im Altersheim für Pflegekosten im Schnitt:

  • Thüringen: 225 Euro
  • Schleswig-Holstein: 289 Euro
  • Mecklenburg-Vorpommern: 295 Euro
  • Sachsen-Anhalt: 303 Euro
  • Niedersachsen: 346 Euro
  • Bremen: 473 Euro
  • Bayern: 725 Euro
  • Nordrhein-Westfalen: 758 Euro
  • Baden-Württemberg: 768 Euro
  • Berlin: 856 Euro
  • Saarland: 869 Euro

Für die anderen Bundesländer liegen derzeit keine Zahlen vor.

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Schützen Sie sich und Ihre Liebsten jetzt vor hohen Pflegekosten.

Linke fordert gute Pflege unabhängig vom Geldbeutel

Die regionalen Unterschiede lassen sich unter anderem mit der Bezahlung der Pflegefachkräfte begründen. Deren Einkommen ist in den alten Bundesländern teils deutlich höher als in Ostdeutschland. Eine weitere Ursache stellt die Personalstärke in den Pflegeheimen dar. Da jedes Land selbst regelt, wie viele Pflegekräfte ein Altersheim haben muss, kommt es beispielsweise durch mehr Personal zu höheren Kosten.

Angesichts der großen Unterschiede bei den Pflegekosten fordert die Vizevorsitzende der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, in der Nordwest-Zeitung eine Pflege unabhängig vom Geldbeutel. Die gesetzliche Pflegeversicherung müsse dafür zur Vollversicherung ausgebaut werden, in der alle pflegebedingten Kosten übernommen werden.

Im Pflegeheim kommen weitere Kosten auf Pflegebedürftige zu

Neben dem Eigenanteil zahlen Pflegebedürftige, die im Altersheim wohnen, zudem die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung. Investitionskosten, beispielsweise für Modernisierungsarbeiten im Heim, zählen ebenfalls zu den Ausgaben, die zusätzlich anfallen und nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung gezahlt werden.

Tipp: Auch wenn sich die gesetzlichen Pflegeleistungen zuletzt verbessert haben, frisst die eigene Pflegebedürftigkeit oftmals die Rente und Rücklagen auf. Um auch im Pflegefall finanziell unabhängig bleiben zu können, ist eine private Vorsorge wichtig. So lässt sich die Pflegelücke beispielsweise mit einer privaten Pflegeversicherung immens verringern.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur privaten Pflegeversicherung.