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Frage der Woche: Was kostet ein Platz im Pflegeheim?

Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet Pflegebedürftigen lediglich einen Teilkasko-Schutz. Das spüren vor allem Pflegeheimbewohner. Denn sie müssen sich nicht nur an den Pflegekosten beteiligen, sondern zahlen zudem die Unterbringung und Verpflegung aus eigener Tasche. Monat für Monat summieren sich die Ausgaben. Doch was kostet ein Platz im Pflegeheim genau?
Je nach Region kostet ein Platz im Pflegeheim unterschiedlich viel
Die Verpflegung müssen Heimbewohner komplett selbst zahlen
  • Der Umzug in ein Pflegeheim ist emotional wie finanziell belastend.
     
  • Bundesweit kostet Pflegebedürftige ein Platz im Pflegeheim im Schnitt rund 1.700 Euro pro Monat, wie eine Studie des PKV-Verbands zeigt.
     
  • Wer nicht zusätzlich privat vorsorgt, kann solche Beträge kaum stemmen und riskiert dadurch Altersarmut.

Mit der zweiten Stufe der Pflegereform hat sich in der Pflege einiges verbessert. Dazu zählt unter anderem, dass sich Pflegebedürftige nicht mehr wie bisher mit steigenden Pflegebedarf stärker an den Pflegekosten im Heim beteiligen müssen. Stattdessen gilt für Pflegeheimbewohner nun ein fester Betrag, der unabhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit ist. Für Menschen mit geringem Pflegebedarf bedeutet dies eine höhere finanzielle Belastung. Personen, die einen hohen Pflegegrad haben, werden dagegen deutlich entlastet.

Trotzdem bleibt die Pflege im Heim teuer. Denn neben dem Eigenanteil müssen Betroffene weitere Kosten wie Verpflegung und Unterbringung komplett selbst zahlen. Bundesweit kostet sie ein Platz im Pflegeheim dadurch im Schnitt etwa 1.700 Euro pro Monat, wie eine neue Studie des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) zeigt. Darin wurden die Kosten für 11.400 Altersheime in Deutschland ermittelt. Je nach Region ergeben sich teilweise gravierende Preisunterschiede.

 

In Thüringen zahlen Pflegeheimbewohner die geringsten Pflegekosten

Das Geld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung deckt ausschließlich einen Teil der Kosten für die pflegerische Versorgung im Altersheim ab. Den restlichen Betrag müssen Pflegebedürftige selbst übernehmen.

Wie viel der Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim kostet, orientiert sich an der jeweiligen Einrichtung. In der Untersuchung des PKV-Verbands werden bundesweit große Unterscheide deutlich. So liegt der Eigenanteil in einem Seniorenheim in Thüringen durchschnittlich bei 246 Euro pro Monat. Mit monatlich rund 858 Euro zahlen Senioren im Saarland oder in Berlin mehr als dreimal so viel.

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Welche weiteren Kosten kommen auf Pflegeheimbewohner zu?

Zum Eigenanteil für die Pflegekosten kommen die Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten, zum Beispiel für Renovierungsarbeiten im Heim, hinzu. Diese müssen die Bewohner komplett selbst tragen. Auch hierbei unterscheiden sich die Bundesländer mitunter gravierend, wie die aktuellen Zahlen des PKV-Verbands bestätigen, die procontra vorliegen.

Während beispielsweise die Verpflegung in Niedersachen und Brandenburg monatlich nicht einmal 150 Euro kostet, werden in Nordrhein-Westfalen dafür im Schnitt fast 420 Euro pro Monat fällig. Auch für die Unterkunft verlangen die Einrichtungen je nach Region unterschiedlich viel. In Bayern zahlen Pflegebedürftige hierfür etwa 291 Euro, in Thüringen wiederum 545 Euro.

Wie teuer ist ein Pflegeheim in Deutschland?

Der Gesamtanteil, den Pflegebedürftige im Heim aufbringen müssen, ergibt sich, wenn alle anderen Kosten mit dem Eigenanteil für die pflegerische Versorgung zusammengerechnet werden. Bundesweit betrachtet liegen die gesamten Kosten im Schnitt bei rund 1.700 Euro. Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen mit 2.163 Euro im Monat. Nur knapp halb so viel und damit am wenigsten müssen Heimbewohner in Mecklenburg-Vorpommern zahlen. Dort kostet ein Platz im Pflegeheim durchschnittlich rund 1.104 Euro.

Monatliche Pflegeheimkosten in den einzelnen Bundesländern:

  • Mecklenburg-Vorpommern: 1.103,93 Euro
  • Sachsen-Anhalt: 1.108,23 Euro
  • Sachsen: 1.143,60 Euro
  • Thüringen: 1.241,83 Euro
  • Brandenburg: 1.367,65 Euro
  • Niedersachsen: 1.395,84 Euro
  • Schleswig-Holstein: 1.450,75 Euro
  • Bremen: 1.662,82 Euro
  • Hessen: 1.686,31 Euro
  • Bayern: 1.691,51 Euro
  • Berlin: 1.748,90 Euro
  • Hamburg: 1.849,47 Euro
  • Rheinland-Pfalz: 1.878,25 Euro
  • Baden-Württemberg: 1.892,99 Euro
  • Saarland: 2.070,97 Euro
  • Nordrhein-Westfalen: 2.163,07 Euro

Bei finanziellen Engpässen müssen die Kinder einspringen

Selbst wenn Pflegebedürftige ein vergleichsweise günstiges Pflegeheim finden, müssen sie im Monat nach Abzug der gesetzlichen Pflegeleistungen oft noch mehr als 1.000 Euro dafür aufbringen. Für viele Menschen ist das nur schwer zu bewältigen. So fressen die Heimkosten nicht nur ihre Rente, sondern auch ihr Erspartes auf.

Können Betroffene selbst nicht zahlen, werden ihre Kinder in die Verantwortung gezogen. Je nach ihrem Einkommen sind sie verpflichtet, einen Teil der Heimkosten ihrer Eltern zu übernehmen. Damit es im Pflegefall nicht zu finanziellen Engpässen kommt, empfiehlt es sich, rechtzeitig mit einer privaten Pflegeversicherung vorzusorgen. Diese hilft, die Pflegelücke zu schließen. Denn wie die aktuellen Zahlen zeigen, reicht es nicht aus, allein auf die gesetzlichen Pflegeleistungen zu vertrauen.

 

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur privaten Pflegeversicherung.