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Verbraucherzentrale präsentiert 6-Punkte-Plan für günstiges Wohnen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht die nächste Bundesregierung in der Pflicht, umgehend Maßnahmen zur Entlastung der Bürger bei den Wohnkosten zu erheben. Konkrete Ideen haben die Verbraucherschützer nun einen 6-Punkte-Plan vorgestellt. Mit diesem soll unter anderem der soziale Wohnungsbau und die Mietpreisbremse gefördert werden.
Verbraucherschützer mit 6-Punkte-Plan für günstigeres Wohnen
Nach der Wahl: Verbraucherschützer fordern bezahlbaren Wohnraum
  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband erwartet von der nächsten Regierung umfassende Maßnahmen, um Wohnraum bezahlbarer zu gestalten.
     
  • Dazu haben die Verbraucherschützer ein 6-Punkte-Plan mit Maßnahmen beispielsweise im Bereich der Mietpreisbremse veröffentlicht.
     
  • Die Maßnahmen sollen Menschen helfen, die keine bezahlbare Wohnung finden oder trotz günstiger Baufinanzierung erfolglos auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie sind.

Selbst in manchen kleineren Städten ist es schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Noch gravierender ist die Situation in Ballungsgebieten und großen Städten wie München oder Berlin. Allein in der Hauptstadt sind die durchschnittlichen Kaltmieten in den letzten zwei Jahren um über neun Prozent gestiegen. Selbst Menschen mit mittleren Einkommen haben hier geringe Aussichten auf eine erschwingliche Wohnung.

Auch für Bürger, die lieber bauen oder kaufen statt mieten wollen, ist es in vielen Regionen kaum möglich, Bauland oder verfügbare Eigentumswohnungen zu entdecken. So ist es zwar in der derzeitigen Niedrigzinsphase einfach, mit einem Vergleich eine günstige Baufinanzierung zu erhalten. Allerdings steigen die Immobilienpreise vielerorts weiter, wodurch es viele Kaufwillige schwer haben, das notwendige Eigenkapital aufzubringen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert daher von der nächsten Koalition, im Anschluss an die Wahl verschiedene Gesetze zugunsten von Mietern, privaten Eigentümern und Bauherren zu ändern.  In insgesamt sechs Bereichen sehen die Verbraucherschützer Änderungsbedarf:

Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse soll die rasanten Mietsteigerungen in Ballungsgebieten abfedern. Das jetzige Gesetz funktioniert laut vzbv allerdings nicht. Daher soll die nächste Regierung das Gesetz mit einer Pflichtangabe zur Vormiete und den Modernisierungskosten ausbauen sowie auf Neubauwohnungen ausweiten.

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Modernisierungsumlage

Einige Vermieter und Investoren umgehen die Mietpreisbremse, indem sie die Mieten nach Sanierungsmaßnahmen drastisch erhöhen. Der 6-Punkte-Plan begrenzt daher Mieterhöhungen von elf auf sechs Prozent pro Jahr, nachdem eine Wohnung modernisiert wurde. Maximal dürfen Vermieter demnach die Miete innerhalb von acht Jahren nach Sanierung um 1,50 Euro pro Quadratmeter pro Monat erhöhen.

Bestellerprinzip bei Maklerprovision

Was bei Mietwohnungen längst gilt, soll auch für den Immobilienverkauf gelten: Statt die Provision auf den Käufer umzulegen, soll in Zukunft derjenige die Courtage tragen, der einen Makler engagiert. Das ist häufig der Verkäufer, der die entsprechende Immobilie über einen Makler anbietet.

Grunderwerbssteuer

Der vzbv  sieht in einer verringerten Grunderwerbssteuer für Immobilienkäufer einen finanziellen Anreiz für Sanierungen. Das soll dem wachsenden Problem veralteter Wohnungen und Häuser entgegenwirken.

Gleichzeitig wäre es angebracht, sogenannte Share Deals für Unternehmen abzuschaffen. Diese befreien Käufer von Unternehmen mit Grundbesitz von der Grunderwerbssteuer und führen zu Spekulationen am Wohnungsmarkt, die ebenfalls zur Mietpreisexplosion beitragen.

Energetische Gebäudesanierung

Einhergehend mit der Anpassung der Grunderwerbssteuer ist es laut vzbv notwendig, die energetische Gebäudesanierung stärker zu fördern. Der Staat könnte hier pro Jahr 1,5 Milliarden Euro in Form von Steuererleichterungen gewähren.

Sozialer Wohnungsbau

Zwar entstehen in Ballungsgebieten zahlreiche neue Wohnungen. Dazu werden beispielsweise viele vorhandene Baulücken geschlossen. Allerdings schaffen die Neubebauungen kaum Mietwohnungen, die für Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen bezahlbar sind. Aus diesem Grund soll die nächste Koalition laut Ansicht des vzbv den sozialen Wohnungsbau nach 2019 fortsetzen. Darüber hinaus sei eine strenge Zweckbindung für die Neubauten und eine Ergänzung des Bundes- durch Landesmittel erforderlich. 

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Wohngebäudeversicherung und Hausratversicherung.