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Frage der Woche: Ist eine betriebliche Altersvorsorge sinnvoll?

Mit einer betrieblichen Altersvorsorge können Arbeitnehmer ihren Lebensabend absichern. Insbesondere wenn sich der Arbeitgeber daran beteiligt, erscheint dies als gutes Geschäft. Doch die Betriebsrente hat einige entscheidende Nachteile. Viele Arbeitnehmer wissen daher nicht, ob die betriebliche Altersvorsorge sinnvoll ist.
Nicht für alle Arbeitnehmer ist eine betriebliche Altersvorsorge sinnvoll
Arbeitnehmer sollten auch die Nachteile der Betriebsrente beachten
  • Bundesweit nutzen rund 20 Millionen Arbeitnehmer die betriebliche Altersvorsorge, um ihre gesetzliche Rente später aufzubessern.
     
  • Trotz einiger Vorteile hat die Betriebsrente jedoch vor allem auf lange Sicht eher negative Folgen für Angestellte.
     
  • Um sich bestmöglich für das Alter abzusichern, sollten sich Interessierte daher genau über ihre verschiedenen Vorsorgemöglichkeiten informieren.

Kurz vor Ende der Legislaturperiode hat sich die große Koalition im Juni 2017 auf das sogenannte Betriebsrentenstärkungsgesetz geeinigt. Dieses soll die betriebliche Altersvorsorge (bAV) verbessern und mehr Menschen dazu bringen, zusätzlich zur gesetzlichen Rente für das Alter zu sparen.

Trotz der neuen Regelungen bringt die bAV Arbeitnehmern jedoch nicht nur Vorteile. Vielmehr wird damit teilweise die gesetzliche Rente geschwächt, wie das Magazin ARD Plusminus aktuell zeigt. Für viele Menschen stellt sich daher die Frage, ob die betriebliche Altersvorsorge überhaupt sinnvoll ist.

 

Welche Vorteile hat die betriebliche Altersvorsorge?

Opting-out-Regelung, Arbeitgeberzuschuss für Geringverdiener und ein Ende der Beitragsgarantie − mit zahlreichen Neuerungen soll die betriebliche Altersvorsorge ab 2018 sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer attraktiver werden. Doch am Grundkonzept der Betriebsrente ändert sich durch das neue Gesetz erst einmal nichts. Dieses besteht im Wesentlichen aus der sogenannten Entgeltumwandlung. Das bedeutet, Arbeitnehmer, die sich für eine bAV entscheiden, zahlen direkt von ihrem Bruttogehalt in einen Rentenvertrag ein. Sie wandeln damit einen Teil ihres Lohns in einen Sparanteil für die Altersvorsorge um.

Das schmälert zwar ihr monatliches Bruttoeinkommen, hat jedoch den Vorteil, dass Angestellte weniger Geld versteuern müssen. Auch die Sozialabgaben fallen geringer aus. Ein Mitarbeiter, der aufgrund der Einzahlung in die bAV nur noch 2.500 Euro anstelle von 2.700 Euro brutto bekommt, zahlt für die Kranken- und Pflegeversicherung durchschnittlich 20 Euro weniger im Monat.

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Welche Schattenseiten gibt es bei der betrieblichen Altersvorsorge?

Durch die Steuervorteile und geringere Sozialabgaben erscheint die betriebliche Altersvorsorge auf den ersten Blick sinnvoll. Was viele Arbeitnehmer jedoch nicht beachten: Sie zahlen durch das reduzierte Bruttoeinkommen niedrigere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sodass sich ihr Rentenanspruch langfristig verringert.

Den Experten von ARD Plusminus zufolge könnten sich die geringeren Einzahlungen in die Rentenkasse zudem auf alle Rentner auswirken, wenn die Anzahl der Personen mit betrieblicher Altersvorsorge wie von der Regierung erwünscht steigt. Denn je weniger Geld im Rententopf vorhanden ist, desto weniger kann ausgezahlt werden. Auch jetzige Rentner könnten dies zu spüren bekommen, beispielweise wenn ihre Rente nicht mehr an die Lohnentwicklung angepasst werden kann, weil dafür kein Geld übrig ist.

Hohe Abzüge von der Betriebsrente: Ist die betriebliche Altersvorsorge sinnvoll?

Neben den Einbußen bei der gesetzlichen Rente hat die betriebliche Altersvorsorge weitere Nachteile. So müssen die Auszahlungen einerseits noch versteuert werden. Andererseits werden auf die Betriebsrente mit dem Renteneintritt die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Ein großer Teil der monatlichen Rente wird damit wieder abgezogen.

ARD Plusminus berichtet von einer Betroffenen, bei der sich die Betriebsrente von 50.000 Euro durch Steuern (17.000 Euro) und Krankenkassenbeiträge (9.000 Euro) auf 19.000 Euro reduziert hat. Angesichts der eingezahlten 22.000 Euro im Laufe des Erwerbslebens entpuppt sich die betriebliche Altersvorsorge hier als Minusgeschäft.

Nach Meinung der Bundesregierung ist die betriebliche Altersvorsorge dennoch sinnvoll. Vonseiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales heißt es gegenüber Plusminus, dass die zahlreichen Vorteile der bAV die Nachteile überwiegen würden. Somit müssen Vorsorgeinteressierte die Mängel der Betriebsrente entweder hinnehmen oder sich nach einer anderen Absicherung umsehen. Hierfür ist es hilfreich, sich von einem Experten ausführlich zu den verschiedenen Vorsorgemöglichkeiten beraten zu lassen, um den Lebensabend sorgenfrei genießen zu können.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.