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Frage der Woche: Zahlt die Versicherung bei Schäden durch Starkregen?

Tagelanger Dauerregen oder Regengüsse, die Straßen unter Wasser setzen – Nicht nur Gewitter und Sturm können schlimme Schäden anrichten, sondern auch Starkregen. Die Kosten dafür haben sich 2016 verzehnfacht, wie ein aktueller Bericht zeigt. Fast eine Milliarde Euro haben die Versicherer demnach gezahlt. Doch wann springt bei Starkregen die Versicherung überhaupt ein?
Bei Schäden durch Starkregen zahlt die Versicherung nicht immer
Starke Regenfälle können zu Überschwemmungen führen
  • Beinahe jedes Jahr kommt es in vielen Gebieten in Deutschland zu schweren Überschwemmungen durch Starkregen.
     
  • Allein im letzten Jahr hat dies die Versicherer knapp eine Milliarde Euro gekostet, zehnmal so viel wie 2015.
     
  • Damit die Versicherung im Ernstfall auch zahlt, ist es wichtig, den Schutz der Gebäude- und Hausratversicherung genau zu prüfen.

Immer wieder sind weite Teile Deutschlands von Stark- oder Dauerregen betroffen. Die Regengüsse können dabei verheerende Folgen haben und vor allem viel Geld kosten. Laut aktuellen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich die Schadenssumme durch Starkregen bei den Versicherungen im Jahr 2016 verzehnfacht. So meldeten Kunden ihrer Sach- und Kfz-Versicherung Unwetterschäden in Höhe von insgesamt über 2,5 Milliarden Euro. Allein 940 Millionen Euro entfielen davon auf sogenannte Elementarschäden wie Überschwemmungen.

Einen Großteil dieser Summe verursachten die beiden großen Unwetter Elvira und Friederike im letzten Jahr, heißt es vom Verband. „2016 hat sich erneut gezeigt, welche enormen Schäden Starkregen anrichten können. Noch nie haben Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht“, so GDV-Präsident Wolfgang Weiler.

Der eigentliche Schaden ist dabei meist noch höher als die Zahlen angeben. Denn diese umfassen nur die Beträge, die die Versicherer gezahlt haben. Viele Bürger sind allerdings nicht ausreichend versichert und bleiben somit selbst auf den Kosten sitzen. Doch welche Versicherung zahlt bei Starkregen überhaupt und welche Bedingungen gelten dafür?

Schäden durch Starkregen: Versicherung zahlt nur mit Elementarschutz

Ähnlich wie bei Unwetterschäden durch Sturm oder Blitzschlag übernimmt die Gebäudeversicherung die Kosten für Schäden am Haus. Generell springt die Versicherung bei Starkregen jedoch nur ein, wenn Versicherte einen zusätzlichen Elementarschutz vereinbart haben. Dieser sichert Hausbesitzer auch bei Überschwemmungen, Rückstau, Hochwasser, aber auch Erdrutschen und Lawinen ab. Ohne den Extraschutz gegen die Naturgewalten werden nur Wasserschäden abgedeckt, die durch Leitungswasser, wie nach einem Rohrbruch, verursacht werden.

Die Elementarversicherung kann zusätzlich zur Gebäudeversicherung abgeschlossen werden und trägt die Ausgaben für

  • Reparaturen im und am Haus sowie an Garage oder Schuppen
  • die Trockenlegung und Sanierung des Gebäudes
  • den eventuellen Abriss
  • Konstruktion und Bau eines gleichwertigen Hauses

Nach Angaben des GDV haben derzeit nur 40 Prozent der Gebäude in Deutschland diese Absicherung, da viele Eigentümer hohe Kosten fürchten. Dabei muss der Zusatzschutz nicht immer teuer sein. Mit einem genauen Vergleich von Preis und Leistungen verschiedener Angebote finden Hausbesitzer einen Tarif, der sie im Schadensfall bestmöglich absichert.

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Kaputtes Inventar durch Starkregen: Welche Versicherung hilft?

Hat der Regen nicht nur Schäden am Haus angerichtet, sondern auch das Inventar zerstört, kommt die Hausratversicherung dafür auf. Das gilt jedoch nur, falls eine zusätzliche Elementarversicherung vorliegt. Dann übernimmt die Versicherung bei Starkregen zum Beispiel die Kosten, wenn das angestaute Wasser von der Straße in die Wohnung eindringt und die Möbel aufweicht oder wenn das Dach unter Wasser- und Schlammmassen einbricht und es reinregnet. Für Eigentümer oder Mieter, die beispielsweise vergessen haben, das Fenster zu schließen und dadurch einen Wasserschaden in Kauf nehmen, gibt es dagegen in der Regel kein Geld.

Übrigens: Autofahrer, deren Wagen bei einer Überschwemmung beschädigt wurde, sind durch die Teilkaskoversicherung geschützt. Wer jedoch fahrlässig in einen überfluteten Tunnel fährt oder ähnliches, kann sich nicht auf die Leistungen seiner Kfz-Versicherung verlassen.