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Frage der Woche: Welche Folgen hat ein Verkauf der Lebensversicherung?

Eine Lebensversicherung ist für viele Deutsche ein sinnvoller und sicherer Weg, langfristig Geld anzulegen und sich ein Polster für das Alter aufzubauen. Doch seit einiger Zeit gibt es immer wieder Ärger um die Absicherung. Derzeit kündigen einige Versicherer an, die Verträge ihrer Kunden zu verkaufen. Doch welche Folgen hat ein solcher Verkauf der Lebensversicherung?
Große Versicherer planen Verkauf von Millionen Lebensversicherungen
Viele Kunden ärgern sich über den Verkauf ihrer Lebensversicherung
  • Einige große Lebensversicherer sorgen aktuell mit ihrem geplanten Verkauf von Millionen Lebensversicherungen für Verwirrung bei den Kunden.
     
  • Da viele Versicherte nicht wissen, welche Folgen der Verkauf für sie hat, fassen sie eine Kündigung ihres Vertrags ins Auge.
     
  • Bevor sie kündigen und auf eine Geldanlage umsteigen, ist es jedoch ratsam, unterschiedliche Angebote genau zu vergleichen.

Im Jahr 2016 gab es bundesweit rund 85 Millionen laufende Verträge zur Lebensversicherung, wie aus Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft hervorgeht. Verbraucher sehen darin oftmals eine gute Möglichkeit, langfristig für das Alter vorzusorgen. Denn die Unternehmen haben einst mit hohen garantierten Zinsen sowie einer umfassenden Gewinnbeteiligung gelockt. Doch genau dies wird ihnen nun zum Verhängnis.

Die Versicherer können die versprochene Rendite in Anbetracht der Niedrigzinsphase kaum noch erwirtschaften. Insbesondere ältere Lebensversicherungen lohnen sich für sie einfach nicht mehr. Daher versuchen einige Gesellschaften, zahlreiche Verträge und damit auch die Kunden loszuwerden. Aktuell planen Generali und ERGO Millionen von Verträgen zu verkaufen. Auch AXA prüft diesen Schritt. Viele Versicherte sind nun verunsichert und fragen sich, welche Folgen der Verkauf ihrer Lebensversicherung für sie hat.

Verkauf der Lebensversicherung: Drohen Kunden finanzielle Einbußen?

Der Bund der Versicherten (BdV) nennt die aktuellen Meldungen der großen Lebensversicherer ein „Erdbeben in der deutschen Lebensversicherung“. Millionen Verträge sollen an sogenannte Abwicklungsfirmen verkauft werden, weil sich die Unternehmen diese nicht mehr leisten können. Die Käufer – oftmals Unternehmen mit Sitz im Ausland – haben die Aufgabe, die Policen zu übernehmen und zu verwalten. An den garantierten Zinsen soll sich durch den Verkauf der Lebensversicherung nichts ändern, heißt es vonseiten der Versicherer.

Allerdings sind die Käuferfirmen vermutlich nicht bestrebt, ihre erwirtschafteten Überschüsse in großem Maße mit den Versicherten zu teilen. Denn anders als die Versicherer müssen sie sich nicht mit hohen Beteiligungen um neue Kunden bemühen. Somit dürfte Versicherten künftig viel Geld aus der Überschussbeteiligung fehlen, betont BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein gegenüber Deutschlandfunk. Mit einer geringeren Beteiligung bleiben Lebensversicherungskunden lediglich die verzinsten Beiträge, um ihr Polster für das Alter aufzustocken.

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Was können Kunden bei einem Verkauf ihrer Lebensversicherung tun?

Für Versicherte gibt es verschiedene Optionen, wie sie beim Verkauf ihrer Lebensversicherung verfahren können: Entweder sie lassen den Vertrag weiterlaufen, stellen ihn ruhig oder kündigen. In puncto Kündigung raten Experten jedoch, genau zu prüfen, welche Bausteine der Vertrag enthält. Beinhaltet die Lebensversicherung beispielsweise den Zusatz einer Berufsunfähigkeitsversicherung, ist eine Kündigung eher nicht sinnvoll. Denn der Schutz bei Berufsunfähigkeit dürfte nicht mehr zu so günstigen Konditionen zu haben sein wie beim Abschluss des Vertrags.

Wer sich für die Kündigung der Lebensversicherung entscheidet und künftig lieber auf eine Geldanlage setzen möchte, sollte vorab in jedem Fall verschiedene Angebote miteinander vergleichen, um die passende Anlageform zu finden.

Beim Verkauf der Lebensversicherung nicht vorschnell entscheiden

Als Alternative zur Kündigung ist unter Umständen ein Widerruf beziehungsweise eine Rückabwicklung der Lebensversicherung möglich. Dies gilt für Verträge, die vor 2008 abgeschlossen wurden und bei denen die Widerrufsbelehrung fehlerhaft war, so Kleinlein. Trifft dies zu, kann die Versicherung rückabgewickelt werden und Kunden bekommen ihr eingezahltes Geld plus Zinsen zurück. Ob dies eine Option ist, muss jedoch von einem Experten geprüft werden.

Verbraucherschützer wie Lars Gatschke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen raten zunächst zur Geduld. So sollten die betroffenen Kunden ihren Vertrag erst einmal weiterlaufen lassen und im Blick behalten, wie sich die Überschussbeteiligung entwickelt. „Sollte ein Verbraucher dann das Gefühl haben, dass man ihm am langen Arm verhungern lässt, kann er immer noch reagieren“, sagt er gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Lebensversicherung.