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Frage der Woche: Was droht bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung?

Dank der Paradise Papers weiß alle Welt über die Steuertricks bekannter Politiker, Stars und sogar der Queen Bescheid. Auch Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon hat derzeit Steuerprobleme. Denn er hat jahrelang seine Steuererklärung zu spät abgegeben. Doch welche Strafen drohen Steuerzahlern überhaupt bei einer verspäteten Abgabe der Steuererklärung?
Eine verspätete Abgabe der Steuererklärung kann teuer werden
Die Abgabe der Steuererklärung lässt viele Steuerzahler verzweifeln
  • Die jährliche Steuererklärung gehört oftmals zu den unangenehmen Bürgerpflichten und wird meist auf den letzten Drücker erledigt.
     
  • Lassen sich Steuerzahler jedoch zu viel Zeit und geben die Steuererklärung zu spät ab, droht Ärger mit dem Finanzamt.
     
  • Je nach Streitfall kann sich dann eine Rechtsschutzversicherung als nützlich erweisen.

Als ehemaliger bayerischer Finanzminister hätte es der aktuelle Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon eigentlich besser wissen sollen: Alle Menschen, die verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben, müssen sich dabei an bestimmte Fristen halten. Andernfalls riskieren sie Ärger mit dem Finanzamt.

Dennoch hat Fahrenschon mehrere Jahre infolge die Abgabefristen für die Lohnsteuererklärung missachtet und seine Formulare für die Jahre 2012 bis 2014 nach eigenen Angaben erst gebündelt im Jahr 2016 eingereicht. Das Amtsgericht München hat daher nun einen Strafbefehl wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen ihn erlassen. Doch mit welchen Folgen müssen er und andere Menschen überhaupt rechnen, wenn sie die Steuererklärung zu spät abgeben?

 

Verspätete Abgabe der Steuererklärung: Welche Fristen gibt es?

Für Menschen, die verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben, gilt der 31. Mai als Stichtag. Dazu zählen beispielsweise verheiratete Paare mit den Steuerklassen III und V oder Steuerklasse IV für beide Partner sowie Arbeitnehmer mit hohen Freibeträgen für Fahrt- oder Betreuungskosten und zugleich einem Gehalt von über 11.000 Euro brutto im Jahr. Ihre Steuererklärung muss bis zum genannten Abgabetermin beim zuständigen Finanzamt eingegangen sein. Wer die professionelle Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nimmt, hat etwas länger Zeit, die Formulare abzugeben. Von ihnen müssen die Dokumente dem Fiskus erst am 31. Dezember vorliegen.

Ab dem Steuerjahr 2018 werden die Abgabefristen um zwei Monate verlängert. Dann müssen Steuerzahler ihre Einkommenssteuerformulare bis zum 31. Juli des Folgejahres abgeben. Lassen sie die Erklärung von einem Profi anfertigen, können sie diese bis Ende Februar des übernächsten Jahres einreichen.

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Steuererklärung zu spät abgegeben: Wann droht welche Strafe?

Personen, die ihre Steuerklärung nach dem Stichtag abgeben, bekommen zunächst ein Erinnerungsschreiben ihres Finanzamtes mit einer neuen Abgabefrist. Wenn sie auch diesen Termin verpassen, sendet ihnen das Amt eine sogenannte „Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung unter Androhung eines Zwangsgeldes“ und nennt zugleich einen letzten Abgabetermin. Sobald dieses Datum verstrichen ist, kann das Finanzamt eine Steuerschätzung durchführen. Das bedeutet, dass die Steuersumme ohne die jeweiligen Formulare geschätzt wird. Dabei fällt eine solche Schätzung meist schlechter aus als die tatsächliche Besteuerung. Steuerzahlern gehen so oft Hunderte Euro verloren.

Darüber hinaus müssen Steuertrödler mit einer Strafzahlung rechnen, dem sogenannten Verspätungszuschlag, wenn sie ihre Steuererklärung zu spät abgeben. Wie hoch dieser ausfällt, richtet sich nach der Dauer der Fristüberschreitung und der Höhe der jeweiligen Einkommenssteuer. Im schlimmsten Fall werden bis zu 25.000 Euro fällig.

Tipp: Wer absehen kann, dass er es nicht schafft, seine Erklärung fristgerecht abzugeben, sollte frühzeitig einen Antrag auf Verlängerung stellen. In der Regel geben die Finanzämter einen Aufschub. Dazu genügt ein formloses Schreiben mit einer kurzen Begründung für die Verzögerung.

Was tun bei Ärger mit dem Finanzamt?

Neben einer verspäteten Abgabe der Steuererklärung können Menschen auch aus anderen Gründen mit dem Finanzamt in Konflikt geraten. Das passiert etwa, wenn Steuerzahler die Formulare falsch ausgefüllt haben, die Rückzahlung geringer ausfällt als erwartet oder sogar eine Nachzahlung fällig wird.

Im schlimmsten Fall enden solche Streitigkeiten mit dem Finanzamt vor Gericht. Wer eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, verlässt sich dabei meist darauf, dass diese für die anfallenden Anwalts- und Gerichtskosten aufkommt. Allerdings zahlt die Versicherung bei Konflikten rund um die Steuererklärung nur, wenn der Baustein Privatrechtsschutz zusätzlich einen Steuer-Rechtsschutz enthält. Um im Streitfall nicht finanziell im Regen zu stehen, sollten Steuerzahler mit einer Rechtsschutzversicherung die Tarifbedingungen genau überprüfen, bevor sie vor Gericht ziehen.