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Inhaltsstoffe checken: Wie viel Mikroplastik steckt im Einkauf?

Über 38 Millionen Deutsche kaufen mehrmals pro Woche Lebensmittel ein. Doch nur selten wissen sie, welche Inhaltsstoffe sich hinter Bezeichnungen wie Acrylates Crosspolymer und Cetearyl Alcohol verbergen. So fällt es schwer, bewusst Produkte zu kaufen, die ökologisch unbedenkliche Stoffe beinhalten. Einige Apps helfen jedoch herauszufinden, wie umweltfreundlich der Einkauf ist.
Inhaltsstoffe mit Apps checken: Wie gesund sind Lebensmittel?
Mit Apps Mikroplastik und Palmöl in Produkten auf die Spur kommen

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen rund 9,5 Milliarden Euro für Bio-Produkte ausgegeben. Das entspricht einem Zuwachs von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch für Fairtrade-Lebensmittel gaben die Verbraucher 2016 mit 1,2 Milliarden Euro deutlich mehr Geld aus als 2015. Der Trend ist demnach deutlich: Immer mehr Menschen gehen bewusster mit Produkten um und wollen wissen, wie sie hergestellt wurden und was in ihnen steckt. Doch viele Unternehmen verbergen aus Verbrauchersicht ungeliebte Inhaltsstoffe wie Palmöl oder Mikroplastik hinter unverständlichen Bezeichnungen.

Hier können Apps wie CodeCheck Abhilfe schaffen. Mit ihr erfahren Nutzer, welche Bestandteile in Nahrung und Kosmetik stecken. Wie die Produkte bewertet werden und wie sich die App von anderen Produktscannern absetzt, erläutert Franziska Grammes von CodeCheck im Interview mit finanzen.de

Wie viele Verbraucher nutzen die CodeCheck-App bereits?

Franziska Grammes: Im gesamten DACH-Raum wurde die CodeCheck App mehr als fünf Millionen Mal heruntergeladen. Monatlich sind ungefähr 1,6 Millionen Menschen regelmäßig in unserer App und auf unserer Homepage aktiv. In erster Linie interessieren sich Menschen für CodeCheck, die wissen wollen, was in den Produkten steckt, die sie täglich konsumieren – und die dies bewusster tun wollen.

Wie viele Produkte haben Sie derzeit gelistet?

Franziska Grammes: Die CodeCheck Datenbank wächst schon seit 2002 und funktioniert als Wiki-System. Neben Herstellern können auch die Konsumenten hier die genauen Inhaltsstoffe von Kosmetika und Lebensmitteln eintragen. Heute bedeutet das konkret, dass die Inhaltsstoffliste eines Produktes abfotografiert und hochgeladen werden kann und dann mittels OCR-Erkennung sowie des CodeCheck-Teams in die Datenbank eingetragen wird. Mittlerweile ist unsere Datenbank mehr als 38 Millionen Produkte stark. Darunter befinden sich aber auch Produkte, die bis dato nicht bewertet werden können wie Bücher, Mode oder Elektrogeräte.

Unser Service für Sie

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Nach welchen Maßstäben werden die Produkte bewertet?

Franziska Grammes: Wenn die Inhaltsstoffe in unsere Datenbank eingetragen sind, werden sie durch einen Algorithmus mit der passenden Bewertung zusammengebracht. Für unsere Bewertung einzelner Inhaltsstoffe bezieht sich unser Wissenschaftsteam zum einen auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, zum anderen ziehen wir renommierte Experten heran. So basiert unsere Bewertung von Mikroplastik oder hormonell wirksamen Stoffen auf Einschätzungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die von E-Nummern beziehungsweise Zusatzstoffen auf Einschätzungen der Verbraucherzentrale Hamburg und die von Palmöl auf Einschätzungen des WWF.

Inwiefern haften Sie für die Bewertungen?

Franziska Grammes: In erster Linie sind wir eine Informationsplattform, die öffentlich einsehbare Produktinformationen mit den Einschätzungen von Experten zusammenbringt und sie so ortsunabhängig und unmittelbar zur Verfügung stellt.

Wie grenzt sich das Angebot von CodeCheck zu Mitbewerbern wie ToxFox und Barcoo ab?

Franziska Grammes: CodeCheck ist mit seinem Angebot recht einzigartig. Bei Barcoo erhält man nach einem Scan vor allem Informationen darüber, was ein Produkt anderswo kostet. ToxFox konzentriert sich auf die Inhaltsstoffe von Kosmetik- und Kinderartikeln mit einem Schwerpunkt auf Schadstoffen. Bei CodeCheck bekommen User eine umfassende und vor allem auch personalisierbare Bewertung von Lebensmitteln und Kosmetika. Dabei geht es nicht nur um potenzielle schädliche Stoffe wie Parabene, Aluminium oder Mikroplastik, sondern auch um Unverträglichkeiten. Mit CodeCheck kann man auch Gluten, Laktose oder tierische Inhaltsstoffe meiden.

Vielen Dank für das Interview, Frau Grammes.