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Gründergeist von Schülern wecken: Planspiel bietet Mehrwert fürs Leben

In der Schule nicht nur Aufsätze schreiben, Matheaufgaben lösen oder Vokabeln lernen, sondern an eigenen Ideen arbeiten – das Planspiel des Deutschen Gründerpreises für Schüler macht dies möglich. Damit sammeln Jugendliche früh wertvolle Erfahrungen für den Berufseinstieg. Besonders wichtig ist dabei der Umgang mit Misserfolgen, erklärt Projektleiter Lennart Augustin.
Jugendliche knüpfen über das Planspiel wichtige Netzwerke
Lennart Augustin (Bildquelle: Deutscher Gründerpreis für Schüler)

Viele Menschen, die heute als erfolgreiche Gründer ein eigenes Unternehmen führen, hatten schon zu Schulzeiten innovative Geschäftsideen. Doch diese auch umzusetzen, fällt ohne weitere Unterstützung schwer. Genau hier setzt das Projekt des Deutschen Gründerpreises für Schüler an.

Mithilfe eines Gründungsplanspiels können Schülerinnen und Schüler als Team an ihren eigenen Ideen arbeiten und diese zu einem ausgefeilten Geschäftskonzept weiterentwickeln. Wie das funktioniert und welchen Mehrwert das Projekt sowohl für den Unterricht als auch den späteren Berufsweg hat, erklärt Projektleiter Lennart Augustin im Interview.

Herr Augustin, was sollten Schülerinnen und Schüler neben einer Geschäftsidee mitbringen, wenn sie sich für den Wettbewerb des Deutschen Gründerpreises für Schüler bewerben möchten?

Lennart Augustin: Das Wichtigste sind Neugier und die Motivation, im Team gemeinsam etwas bewegen zu wollen. Natürlich sollten sich die Schülerinnen und Schüler auch ein bisschen für Wirtschaft interessieren, aber das kommt im Wettbewerb ganz von allein.

Eine große Herausforderung stellt für viele Teams das Zeitmanagement dar: Termine einhalten und Aufgaben effizient untereinander aufteilen – Das müssen die Jugendlichen erst einmal lernen. Damit erwerben sie aber auch Fähigkeiten, die man später im Beruf braucht. Eine ganz wichtige Erkenntnis ist, dass nicht alles auf Anhieb klappt und dass dies kein Drama ist. Denn aus dem Scheitern lernt man am meisten.

Der Schulalltag ist meist geprägt von einem strikten Zeitplan und festgelegten Inhalten mit wenig Praxisbezug. Wie lässt sich das Gründungsplanspiel hier integrieren und wie kann dieses den Unterricht bereichern?

Lennart Augustin: Der Wettbewerb ist auf die Lehrpläne der Bundesländer abgestimmt und lässt sich beispielsweise in die Fächer Wirtschaft, Politik, Mathematik und Sozialwissenschaften integrieren oder als Projekt in interdisziplinären Arbeitsgruppen organisieren. Die neun Aufgaben des Planspiels sind so konzipiert, dass unterschiedlichste Fähigkeiten gefragt sind. Wenn sich die Teams die Bearbeitung der Aufgaben gut nach ihren Stärken aufteilen, ist für jeden etwas dabei. Oft hören wir von den Teilnehmern: „So viel Zusammenarbeit wie beim Deutschen Gründerpreis für Schüler habe ich in meiner ganzen Schulzeit nicht erfahren.“

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Mit „Jugend gründet“ gibt es ein weiteres Planspiel, bei dem Jugendliche ihre Unternehmerfähigkeiten unter Beweis stellen können. Wie unterscheidet sich der Wettbewerb des Deutschen Gründerpreises für Schüler von anderen Projekten?

Lennart Augustin: Das Besondere am Deutschen Gründerpreis für Schüler ist: Er unterstützt einerseits den Unterricht, andererseits lernen auch die Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler von einer ganz anderen Seite kennen. Die Jugendlichen sollen ja selbstständig arbeiten und so nimmt der Lehrer hier eine andere Rolle ein: Er wird zum Coach und Teil des Teams.

Die Schulen bereiten mit der Teilnahme am Gründerpreis ihre Schüler auf die Wirtschafts- und Berufswelt vor und bauen Netzwerke zur örtlichen Wirtschaft auf. Durch den hohen Praxisbezug können die Jugendlichen ihre Talente erproben. Dafür fehlt in der Schule oft die Zeit.

Wie geht es für die Nachwuchsgründer nach dem Ende des Wettbewerbs weiter? Gibt es Unterstützung, um weiter an ihren Projekten zu arbeiten?

Lennart Augustin: Alle ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren von dem riesigen Netzwerk, das hinter dem Wettbewerb steht. Hier gilt besonderer Dank unseren Partnern Sparkasse, Stern, ZDF und Porsche. Darüber hinaus unterstützt unser Alumni-Verein unsere Absolventen auf diversen Ebenen, sei es bei der Vermittlung von Praktika, bei der Berufswahl oder auch bei Unternehmensgründungen.

Wie können Jugendliche von den gesammelten Erfahrungen während des Wettbewerbs für ihren späteren Berufsweg profitieren?

Lennart Augustin: Die Schülerinnen und Schüler erfahren, was es bedeutet, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen. Sie erleben, wie viel Spaß es macht, sich intensiv mit einer Sache zu beschäftigen und wie wichtig es sein kann, manchmal auch nach Hilfe zu fragen.

Einige Aufgaben des Gründerpreises machen es notwendig, sich externe Hilfe bei Profis zu holen. So suchen sich die Teams im Laufe des Spiels einen Unternehmerpaten, der die Ideen und den Businessplan auf Herz und Nieren prüft. Dies ist für viele Jugendliche ein großer Schritt. Nicht zuletzt gewinnen sie Selbstvertrauen und Routine im Präsentieren ihrer Idee.

Vielen Dank für das Interview, Herr Augustin.