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Grundrente, Vorsorgepflicht und Co.: Die neuen Rentenpläne der GroKo

Nach langen Gesprächen haben sich die Vertreter von SPD und Union auf wichtige Eckpunkte für die Verhandlungen zur Großen Koalition geeinigt. Zu den zentralen Themen gehört dabei auch die Rente. Hier sehen die möglichen Regierungspartner einige Verbesserungen vor. Mütter und Geringverdiener sollen künftig entlastet werden, Selbstständige sollen pflichtversichert sein.
SPD und Union wollen über Veränderungen bei der Rente verhandeln
Mit der Großen Koalition könnte sich bei der Rente einiges ändern
  • Im Rahmen ihrer Sondierungsgespräche konnten sich SPD und CDU/CSU auf einige Verbesserungen im Hinblick auf die Rente einigen.
     
  • Doch die geplanten Neuerungen kommen nicht allen Bürgerinnen und Bürgern zugute.
     
  • Für viele Menschen bleibt es daher wichtig, sich über verschiedene Optionen der privaten Vorsorge zu informieren.

SPD und Union haben ihre Sondierungsgespräche für eine mögliche Große Koalition erfolgreich abgeschlossen. Als Basis für die womöglich bevorstehenden Koalitionsverhandlungen haben die Vertreter der Parteien neben einigen Veränderungen bei den Themen Arbeit und Familie vor allem bei der Rente wichtige Neuerungen festgelegt. So sollen viele Bürgerinnen und Bürger im Alter künftig besser abgesichert sein. Doch was genau ändert sich mit einer künftigen GroKo bei der Rente?

Update 2. Februar 2018: Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen haben sich die Parteien auf ein Rentenpaket geeinigt. Dieses folgt den ausgehandelten Vereinbarungen aus den Sondierungsgesprächen.

48 Prozent bis 2025: Koalitionspartner planen stabiles Rentenniveau

Die wohl wichtigste Vereinbarung der Sondierungspartner von SPD sowie CDU/CSU betrifft das Rentenniveau. Dieses soll bis zum Jahr 2025 stabil bei 48 Prozent bleiben, nachdem es seit der Jahrtausendwende immer weiter gesunken ist. 2017 betrug der Wert etwa 47,9 Prozent, für 2018 geht die Deutsche Rentenversicherung dagegen von ungefähr 48,2 Prozent aus. Dieses Niveau will die Große Koalition in den kommenden acht Jahren konstant halten.

Dafür möchte sie den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor aus der Rentenformel abändern. Dieser besagt, dass das Rentenniveau sinkt, wenn die Zahl der Rentner im Jahr stärker steigt als die Arbeitnehmerzahl. Dank der guten Beschäftigtenzahl hat sich die Regelung zuletzt positiv auf die Renten ausgewirkt. Künftig sollen diese unabhängig von der Lohnentwicklung stabil bleiben.

Zudem soll der Rentenbeitrag, der derzeit bei 18,6 Prozent liegt, bis 2020 nicht mehr als 20,0 Prozent betragen.

 

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Trotz geplanter Verbesserungen: Viele Rentner bekommen zu wenig Geld

Ein stabiles Rentenniveau bringt jedoch für zahlreiche Erwerbstätige keine Vorteile. Denn viele Personen unterbrechen ihr Berufsleben beispielsweise zugunsten der Familie, sodass sie nicht durchgängig in die Rentenkasse einzahlen. Hinzu kommt, dass viele Arbeitnehmer nur ein geringes Gehalt bekommen.

Das Polster ihrer Rentenbeiträge ist daher entsprechend klein. Für sie bleibt es somit wichtig, sich nicht nur auf die gesetzliche Rente zu verlassen, sondern sich rechtzeitig zu den verschiedenen Möglichkeiten der privaten Vorsorge beraten zu lassen, um im Alter finanziell abgesichert zu sein.

 

Was bedeutet das Rentenniveau?

Das Rentenniveau bildet das Verhältnis von Standardrente zum Durchschnitteinkommen ab. Ein Arbeitnehmer, der in seinem Erwerbsleben 45 Jahre lang für ein Durchschnittseinkommen gearbeitet hat, soll demnach monatlich im Schnitt 1.263 Euro netto vor Steuern (Stand: 2018) als Altersgeld erhalten.

Unterstützung für Geringverdiener: Solidarrente bekommt wohl neue Chance

In den Sondierungsgesprächen konnten sich die möglichen Koalitionspartner ebenfalls auf einen Plan zur sogenannten Solidarrente einigen. Diese soll Geringverdiener, die aufgrund niedriger Renteneinzahlungen auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sind, finanziell unterstützen.

Menschen, die mindestens 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, sollen mit der Grundrente künftig einen Zuschlag zu ihrer gesetzlichen Rente bekommen, der zehn Prozent über dem regionalen Grundsicherungsniveau liegt. Dabei werden auch die Zeiten für Kindererziehung oder die Pflege eines Angehörigen angerechnet.

Das Konzept zur Solidarrente stammt von der ehemaligen Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und stand bereits kurz vor dem Aus. Mit der neuen Großen Koalition könnte es nun doch noch umgesetzt werden. Wie das Vorhaben der Koalitionspartner finanziert werden soll, ist bisher nicht klar.

Ausweitung der Mütterrente: Frauen bekommen drittes Babyjahr angerechnet

Mit der neuen Großen Koalition könnte sich auch etwas im Hinblick auf die Mütterrente tun. Mit ihr bekommen Mütter bisher für jedes Kind zwei Erziehungsjahre auf ihr Rentenkonto angerechnet, wenn der Nachwuchs vor 1992 geboren wurde. Künftig soll ein drittes Jahr für die Erziehung auf die Rente angerechnet werden, allerdings nur bei Müttern mit mindestens drei Kindern, die vor 1992 geboren sind.

Ähnlich wie bei der Solidarrente haben SPD und Union nicht angegeben, wer die geplante Ausweitung der Mütterrente bezahlen soll. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung würde dieses Vorhaben rund sieben Milliarden Euro kosten. Die Parteien stellen jedoch in Aussicht, dass die neue Mütterrente nicht ausschließlich aus der Rentenkasse finanziert wird.

Versicherungspflicht für Selbstständige soll für bessere Absicherung sorgen

Das neue Rentenpaket sieht schließlich eine Versicherungspflicht für Selbstständige vor. Damit sollen Menschen, die selbstständig tätig sind, künftig automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein, wenn sie keine andere Form der Absicherung nachweisen können. Entscheiden sich Selbstständige für eine private Absicherung, können sie von der vorgesehenen Opt-out-Regel Gebrauch machen und die gesetzliche Rentenversicherung verlassen.

Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hatten 2016 rund zwölf Prozent aller Selbstständigen keine ausreichende Absicherung für das Alter, da sie weder gesetzlich noch privat vorsorgen. Mithilfe der Versicherungspflicht sollen sie künftig finanziell besser abgesichert sein.

 

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.