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Mehr Rente für Mütter: Was bringt die geplante Mütterrente II?

Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union steht fest. Dieser sieht bei der Rente einige Verbesserungen vor. Mit der Mütterrente II sollen künftig drei statt zwei Jahre Erziehungszeit auf die Rente angerechnet werden. Das gilt jedoch nicht für alle älteren Mütter und Väter. Neben dieser Einschränkung ist auch die Finanzierung unklar, sodass das Vorhaben bereits in der Kritik steht.
GroKo plant mit der Mütterrente II Verbesserungen für einige Mütter
SPD und Union wollen die Mütterrente ausweiten
  • Um künftig stärker gegen Altersarmut vorzugehen, haben sich SPD und Union auf eine Reform der Mütterrente geeinigt.
     
  • Mütter und Väter mit mindestens drei vor 1992 geborenen Kindern bekommen pro Kind drei Erziehungsjahre auf ihre Rentenbeiträge gutgeschrieben.
     
  • Die Frage, wie die geplante Mütterrente II finanziert werden soll, ist derzeit noch unklar und sorgt für reichlich Kritik.

Seit mehr als drei Jahren gibt es in Deutschland die sogenannte Mütterrente, mit der Kindererziehungszeiten bei der Rente besser berücksichtigt werden. Dazu bekommen Mütter oder Väter mit einem vor 1992 geborenen Kind zwei Jahre Erziehungszeit auf ihre Rentenversicherungsbeiträge angerechnet. Zuvor war es nur ein Jahr.

Trotz der Verbesserungen brachte die Mütterrente keine Gleichstellung zwischen älteren und jüngeren Müttern. Denn Eltern von jüngeren Kinder bekommen drei Erziehungsjahre gutgeschrieben. Vor allem die CSU forderte daher seit Langem Verbesserungen. Nun hat die Große Koalition (GroKo) aus SPD und CDU/CSU vorläufig eine Ausweitung der Mütterrente beschlossen.

Update 13. Juli 2018: Arbeitsminister Heil hat sein erstes Rentenpaket vorgestellt, das jedoch noch mit anderen Ressorts abgestimmt werden muss. Der Entwurf sieht den zusätzlichen Rentenpunkt nur für Mütter und Väter von mehr als zwei Kindern vor.

Update 29. August 2018: Heil ist von seinem ursprünglichen Plan abgerückt. Nun profitieren von heute im Bundeskabinett beschlossenen Mütterrente II alle älteren Mütter und Väter. Ihnen wird künftig ein zusätzlicher halber Rentenpunkt pro Kind anerkannt - unabhängig von der Anzahl der Kinder.

 

Jahrelange Kritik: Anpassungen bei der Mütterrente gefordert

Bis Ende Juni 2014 wurde älteren Müttern und Vätern im Gegensatz zu Eltern mit Kindern, die ab 1992 geboren wurden, lediglich ein Jahr für die Erziehung ihres Kindes auf die Rentenbeiträge angerechnet. Haben sie ihren Beruf zugunsten ihrer Kinder länger pausiert, fand dies in der Rentenversicherung keine Berücksichtigung, wodurch sich ihr Rentenanspruch verringerte. Hier sollte die Mütterrente gegensteuern, um drohende Altersarmut zu vermeiden.

Doch um dies zu erreichen, genügen die bisherigen Regelungen nicht, erklären Kritiker. Die Mütterrente sollte beispielsweise nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden, sondern vielmehr als Zuschlag gezahlt werden, forderte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in einem Interview vor der Bundestagswahl 2017. Zudem reicht die Erhöhung des Altersgeldes durch die Mütterrente nicht aus, um Altersarmut abzuwenden. Mit der Mütterrente sind derzeit für jedes Kind maximal 340 Euro mehr Rente im Jahr möglich.

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Mütterrente II: Verbesserungen nur für einige Mütter und Väter

Nun haben sich SPD und Union darauf geeinigt, in der kommenden Legislaturperiode die Mütterrente II auf den Weg zu bringen. Sie sieht vor, dass in der Rentenversicherung künftig nicht mehr bloß zwei Jahre als Erziehungszeit gelten, sondern drei Jahre. Dies bedeutet eine zusätzliche Rentenerhöhung von etwa 31 Euro im Monat. Von der Änderungen dürften jedoch nur rund 2,8 Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren. Denn die Mütterrente II soll lediglich für Mütter und Väter gelten, die drei oder mehr vor 1992 geborene Kinder erzogen haben.

Tipp: Trotz der geplanten Verbesserungen sollten Mütter und Väter weiterhin nicht allein auf die Leistungen der gesetzlichen Rente zählen. Um ein sicheres Polster für den Lebensabend aufzubauen, ist es wichtig, sich über die verschiedenen Optionen einer privaten Altersvorsorge beraten zu lassen.

Koalitionspartner lassen Frage nach der Finanzierung offen

Auf scharfe Kritik stößt die Einschränkung der Mütterrente II beim Sozialverband VdK, der die Änderungen als „Ungerechtigkeit“ bezeichnet. Verbandspräsidentin Ulrike Mascher kündigte an, dass der Verband Widerstand leisten werde, wenn Union und SPD die Mütterrente II nicht für alle Mütter einführen. Die zusätzlichen Ausgaben könnten ihrer Meinung nach aus Steuermitteln finanziert werden, da es sich dabei um eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ handele, so Mascher. Unterstützung bekommt sie dabei von Bernd Riexinger, Parteivorsitzenden der Linken. Er fordert ebenfalls eine Ausdehnung der Mütterrente II auf alle Mütter und Väter sowie eine Finanzierung aus Steuermitteln.

Bisher planen SPD und Union, die Kosten von rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr zum Großteil aus der Rentenkasse zu zahlen. Dagegen sträubt sich jedoch die Deutsche Rentenversicherung. Deren Präsidentin, Gundula Roßbach, plädiert ebenfalls dafür, die Ausgaben mithilfe von Steuermitteln zu decken.

 

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