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Frage der Woche: Was springt bei der GroKo für Arbeitnehmer heraus?

Nach der längsten Regierungsbildung aller Zeiten herrscht hierzulande wieder Klarheit: Bei den Verhandlungen zur Großen Koalition (GroKo) sind sich SPD und Union nun bei den letzten Themen einig geworden und haben den Entwurf für den Koalitionsvertrag finalisiert. Besonders Arbeitnehmer profitieren von einigen Neuerungen der künftigen Regierung und werden teilweise stark entlastet.
Der neue Koalitionsvertrag könnte für viele Arbeitnehmer für finanzielle Entlastung sorgen
Die Neuerungen bei der GroKo sehen für Arbeitnehmer vielversprechend aus
  • Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich SPD und CDU/CSU auch in den letzten Punkten beim Koalitionsvertrag für die GroKo geeinigt.
  • Der Vertrag sieht einige Neuerungen vor, von denen vor allem Arbeitnehmer künftig profitieren können.
  • Änderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung, den Steuern und bei der Rente sorgen bei vielen Arbeitnehmern für eine stärkere finanzielle Entlastung.

Der Entwurf des Koalitionsvertrags für die neue Große Koalition steht. Nach wochenlangen Verhandlungen haben beide Parteien nun ein Gerüst für die neue Regierung geschaffen. Dabei war vor allem die finanzielle Entlastung der Bürger immer wieder ein großes Thema. Ob beim Baukindergeld, Solidaritätszuschlag, bei der Rente oder der gesetzlichen Krankenversicherung: In vielen Bereichen können sich Arbeitnehmer künftig über mehr Geld in der Tasche freuen. 

GroKo sorgt für Rückkehr der paritätisch finanzierten Krankenversicherung

Gute Nachrichten für Arbeitnehmer gibt es beim Gesundheitsschutz. Denn SPD und Union haben sich in ihren Gesprächen auf die Rückkehr einer paritätisch finanzierten gesetzlichen Krankenversicherung geeinigt. Für Versicherte bedeutet dies, dass zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent auch der von den Krankenkassen festgelegte Zusatzbeitrag zur Hälfte vom Arbeitgeber übernommen wird. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen liegt derzeit bei 1,0 Prozent. 

Arbeitnehmer werden damit bei der gesetzlichen Krankenversicherung im Schnitt um 0,5 Prozentpunkte entlastet. Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.500 Euro ist das eine Ersparnis von 17,50 Euro. Die Änderungen sollen zum 1. Januar 2019 eintreten. 

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Steuerzahler sollen bis 2021 vom Abbau des Soli profitieren

Neben der Erhöhung des Grundfreibetrags auf 9.000 Euro pro Jahr für Singles und 18.000 Euro für Ehepaare könnten Arbeitnehmer in Zukunft auch vom Abbau des Solidaritätszuschlags (Soli) profitieren. 

Die Planung sieht vor, Steuerzahler ab 2021 um zehn Milliarden Euro zu entlasten. Für Union und SPD ist dies eine Maßnahme, die 90 Prozent aller Arbeitnehmer betrifft, die den Soli-Beitrag zahlen. Dabei soll der Beitrag schrittweise abgeschafft werden. Singles mit einem jährlichen Einkommen bis zur Freigrenze von 61.000 Euro werden vollständig von der Beitragszahlung befreit. Ab dieser Grenze wird der Soli-Beitrag dann gleitend abgeschafft. Laut Berechnungen vom Handelsblatt hätte ein Single mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4.000 Euro dann 692 Euro pro Jahr mehr in der Tasche. Wann und in welcher Form diese Änderung am Ende jedoch in Kraft tritt, ist noch nicht bekannt.

Geringverdienern soll eine Grundrente garantiert werden

Die Einführung einer Solidarrente war im Rahmen der Sondierungen ein wichtiger Punkt für die SPD. Damit sollen Arbeitnehmer, vor allem Geringverdiener, die mindestens 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, stärker gewürdigt werden. Die Zeit, in der sie sich um die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen gekümmert haben, wird mitberechnet. 

Besteht ein Anspruch auf die Grundrente, soll diese zehn Prozent mehr als die staatliche Grundsicherung im Alter betragen. Abhängig von der Region können Rentner daraufhin mit mehr Geld im Monat rechnen. Wann die Maßnahmen zur Umsetzung der Grundrente beginnen, ist allerdings noch ungewiss.  

Baukindergeld kann mehr als 200.000 Familien entlasten

Eltern mit Kindern profitieren künftig nicht nur von der Erhöhung des Kindergeldes, das ab dem 1. Januar 2019 um zehn Euro und ab dem 1. Januar 2021 um weitere 15 Euro angehoben werden soll. Nach den neuen Planungen will die Regierung Familien auch bei dem Bau oder Kauf der eigenen vier Wände unterstützen. Demnach wird das sogenannte Baukindergeld, welches noch bis 2006 existierte, wieder eingeführt. Familien erhalten damit für jedes ihrer Kinder, maximal zehn Jahre lang, einen jährlichen Zuschuss von 1.200 Euro

Das Baukindergeld soll Familien mit einem Jahresbruttoeinkommen bis 75.000 Euro zuzüglich eines Freibetrags von 15.000 Euro zustehen. Nach Angaben des Finanzministeriums können künftig mehr als 200.000 Familien von der staatlichen Unterstützung profitieren. 

Pflegekräfte sollen von GroKo Änderungen profitieren

Wer als Pflegekraft tätig ist, kann sich über die Verbesserungen bei der neuen GroKo freuen. Neben der Optimierung von Arbeitsbedingungen wird auch die Bezahlung der Angestellten in der Kranken- und Altenpflege angepasst. 

Maßnahmen dafür sind flächendeckende Tarifverträge. Durch die Neuerungen bei den Arbeitsverträgen und die Anpassung des Mindestlohns in Ost- und West-Deutschland können sich Pflegekräfte über etwas mehr Gehalt auf dem Konto freuen. Das Konzept steht jedoch bereits stark in der Kritik, da es Pflegebedürftige stärker als zuvor belasten und auch die Schaffung neuer Pflegestellen den bestehenden Notstand nicht beheben könnte. 

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