0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Frage der Woche: Für welche Krankheiten gibt es Cannabis auf Rezept?

Viele schwerkranke Menschen haben seit knapp einem Jahr Anspruch darauf, dass ihre Krankenkasse für die Behandlung mit medizinischem Cannabis aufkommt. Bei den Kassen geht seither eine regelrechte Flut von Anträgen ein. Um eine Erstattung zu bekommen, gelten für Patienten bestimmte Voraussetzungen. So gibt es nur für bestimmte Krankheiten Cannabis auf Rezept.
Cannabis auf Rezept eignet sich nur für bestimmte Krankheiten
Für Cannabis auf Rezept kommen die Krankenkassen auf
  • Die Krankenkassen müssen seit rund zwölf Monaten dafür zahlen, wenn sich Versicherte mit Cannabis behandeln lassen.
     
  • Die Regelung soll schwerkranken Menschen eine schmerzlindernde Versorgung erleichtern.
     
  • Allerdings übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten nur unter bestimmten Bedingungen.

Seit rund einem Jahr ist das „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ in Kraft. Dieses regelt, dass die gesetzliche Krankenversicherung für die Kosten aufkommt, wenn Ärzte schwerkranken Patienten eine medizinische Behandlung mit Cannabis verschreiben. 2017 haben die Apotheken nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände etwa 44.000 Einheiten Cannabis abgegeben, welche die Krankenkassen gezahlt haben.

Die Nachfrage nach Hanf zu medizinischen Zwecken ist in den letzten Monaten immer weiter angestiegen und übertrifft die ursprünglichen Prognosen von etwa 700 Patienten pro Jahr um ein Vielfaches. Einer Umfrage zufolge sind im Vorjahr bei der TK, Barmer sowie den AOKen rund 13.000 Anträge eingegangen. Das medizinische „Gras“ eignet sich allerdings nicht für jeden Patienten. Doch für welche Krankheiten gibt es überhaupt Cannabis auf Rezept?

Welche Voraussetzungen gelten für Cannabis auf Rezept?

Auch ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Gesetzes besteht bei vielen Patienten noch die Frage, bei welchen Krankheiten ihnen Cannabis auf Rezept verschrieben wird. Ärzte dürfen Cannabis für Schwerkranke verordnen, bei denen Behandlungsalternativen ausgeschöpft sind und die Aussicht auf eine positive Beeinflussung der Krankheitssymptome besteht.

Generell ist das pflanzliche Arzneimittel kein Medikament, mit dem sich Krankheiten heilen lassen. Allerdings wirkt Cannabis entzündungshemmend, sodass es bei chronischen Entzündungen eingesetzt werden kann. In erster Linie dient es jedoch dazu, Schmerzen zu lindern. Das gilt beispielsweise bei schweren Krebserkrankungen, Aids sowie Multipler Sklerose. Insbesondere in der Palliativversorgung kommt Cannabis somit eine wichtige Rolle zu.

Wie bei einigen anderen Medikamenten besteht für Patienten, die mit medizinischem Cannabis behandelt werden, die Gefahr der Abhängigkeit. Als weitere unerwünschte Nebenerscheinung können Patienten Halluzinationen oder Panik bekommen.

Unser Service für Sie

Finden Sie jetzt eine günstige Krankenkasse für Ihren Geldbeutel.

Cannabis auf Rezept: Viele unklare Regelungen im Gesetz

Viele Krankenkassen kommen problemlos für die Kosten einer Cannabisbehandlung auf. So haben TK, Barmer und der AOK-Bundesverband fast zwei Drittel der gestellten Anträge bewilligt. Denn dem Gesetz zufolge dürfen die Kassen die Kostenübernahme für eine Cannabis-Behandlung nur in Ausnahmefällen verweigern. Bei einigen Krankenkassen müssen Patienten dennoch mit Widerstand rechnen.

Grund dafür sind die teilweise schwammigen Regelungen im Gesetz. Cannabis ist als Medikament generell nicht zugelassen. Lediglich in Ausnahmefällen wie einer schwerwiegenden Erkrankung darf der Hanf zum Einsatz kommen. Allerdings legt das Gesetz nicht fest, für welche Krankheiten genau es Cannabis auf Rezept gibt. Ärzte verschreiben das Arzneimittel daher für unterschiedlichste Erkrankungen, für die jedoch eindeutige Studien zur Wirksamkeit von Cannabis bisher fehlen. Für die Krankenkassen ist dies oftmals ein Grund, die Erstattung abzulehnen.

Was können Patienten gegen eine Ablehnung der Kasse tun?

Lehnt die Krankenkasse den Antrag auf Kostenübernahme ab, haben Patienten die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Dafür müssen sie der Krankenkasse schriftlich mitteilen, dass sie mit der Ablehnung nicht einverstanden sind. Das jeweilige Schreiben sollte das Aktenzeichen und Datum des Kassenbescheids enthalten sowie den Antrag, den ursprünglichen Bescheid zurückzuziehen und die Kosten zu übernehmen. Die Frist für den Widerspruch beträgt einen Monat.

Wenn Patienten mit ihrem Widerspruch erfolglos bleiben, können sie sich mit ihrem Anliegen an das Bundesversicherungsamt wenden. Dieses muss sich innerhalb von drei Monaten der Sache annehmen.

Tipp: Sind Versicherte generell mit den Leistungen ihrer Krankenkasse unzufrieden, sollten Sie diese mit anderen Angeboten vergleichen. Viele Kassen bieten Patienten nicht nur umfangreiche Zusatzleistungen, sondern sind womöglich günstiger als die bisherige Absicherung.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur gesetzlichen Krankenversicherung.