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Schlechte Versorgung und unnötige Extras: Krankenkassen in der Kritik

Um die gesetzliche Krankenversicherung gibt es aktuell viel Wirbel. Denn die Krankenkassen müssen sich mit unterschiedlichen Vorwürfen wie vermeintlich sinnlosen Extraleistungen, der Benachteiligung älterer Versicherter und der Forderung nach Beitragssenkungen auseinandersetzen. Kritik kommt dabei sowohl von der Politik als auch von Gesundheitsexperten.
Krankenkassen sparen laut Kritikern Kosten zulasten der Versicherten
Kassen sollen ältere und schwerkranke Menschen benachteiligen
  • Eine bessere Versorgung von Kassenpatienten gehört zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Bundesregierung.
     
  • Derzeit müssen die Krankenkassen sowohl für ihre Beiträge als auch für ihre Leistungen viel Kritik einstecken.
     
  • Demnach sollen die Kassen unter anderem ältere und kranke Patienten benachteiligen, um Kosten zu sparen.

Für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) soll sich dieser Legislaturperiode vieles verbessern. So plant der neue Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unter anderem eine schnelle Vergabe von Facharztterminen und eine Angleichung des Ärztehonorars für Kassenpatienten. Darüber hinaus macht sich Spahn aktuell für eine Beitragssenkung stark. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland fordert er, dass die Kassen ihre Versicherten finanziell stärker entlasten sollten.

Kritik bekommen die Krankenkassen jedoch nicht nur im Hinblick auf die Beiträge. Sowohl das Bundesversicherungsamt als auch weitere Gesundheitsexperten aus der Politik sowie Patienten werfen ihnen außerdem vor, ältere und kranke Versicherte bei den Leistungen zu benachteiligen. Dagegen wehren sich die Kassen.

Hohe Überschüsse: Spahn fordert Kassen zu Beitragssenkungen auf

Geht es nach Gesundheitsminister Spahn, könnten Kassenpatienten durchschnittlich 80 Euro im Jahr weniger für ihren Gesundheitsschutz zahlen. Die Voraussetzung dafür wäre, dass die Krankenkassen gesetzlich Versicherte in Anbetracht ihrer erwirtschafteten Überschüsse in Milliardenhöhe mit niedrigeren Beiträgen entlasten würden. Das Bundesgesundheitsministerium beziffert das Finanzpolster der GKV auf insgesamt 28 Milliarden Euro. Dabei sei es nicht die Aufgabe der Kassen, Geld zu horten, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Kassenpatienten hätten zudem einen Anspruch auf ihr Geld.

Vonseiten der Kassen gibt es bereits Widerstand gegen die Forderung des CDU-Politikers. Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, kritisierte Spahns Äußerung und verwies darauf, dass Millionen gesetzlich Versicherte bereits zu Beginn des Jahres von Beitragssenkungen profitiert hätten.

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Krankenkassen sollen ältere und kranke Patienten benachteiligen

Die Krankenkassen stehen aktuell nicht nur beim neuen Gesundheitsminister in der Kritik. Das Bundesversicherungsamt sowie Gesundheitspolitiker von SPD und Union bemängeln, dass die Kassen ältere und kranke Menschen bei den Leistungen benachteiligen würden. Denn diese Patienten verursachen ihnen höhere Ausgaben. Nach Meinung der Experten versuchen die Kassen jedoch, Kosten zu sparen, indem sie Leistungen wie Reha-Maßnahmen häufig ablehnen oder Versicherte mit Hilfsmitteln in schlechter Qualität versorgen.

So würden einige Krankenkassen Hilfsmittel wie Beatmungsgeräte oder Katheter über Ausschreibungen einkaufen, bei denen sie zulasten der Qualität vor allem auf einen günstigen Preis achten. Das Bundesversicherungsamt geht daher derzeit gegen drei Kassen vor. Diese wehren sich jedoch gegen die Vorwürfe. Die DAK-Gesundheit klagt beispielsweise gegen den Beschluss des Bundesversicherungsamtes.

Extraleistungen auf dem Prüfstand: Aufsichtsbehörde fordert Reform

Im Zusammenhang mit der Qualität der Kassenleistungen beschäftigt sich das Bundesversicherungsamt auch mit den Zusatzangeboten vieler Krankenkassen. Hierbei fordern die Experten eine Reform beziehungsweise strenge Regulierungen. Denn viele dieser Extras wie Bonusprogramme oder homöopathische Behandlungen hätten keinen Mehrwert für Patienten, betont Frank Plate, Präsident der Aufsichtsbehörde, in einem Bericht. Vielmehr würden die Angebote lediglich der Werbung neuer Mitglieder dienen anstatt eine bessere Versorgung zu gewährleisten, wie vom Gesetzgeber angestrebt.

Plate sieht vor allem bei Bonusprogrammen Änderungsbedarf und fordert von der neuen Bundesregierung, über eine Abschaffung nachzudenken. Auch die sogenannten Satzungsleistungen betrachtet die Behörde kritisch. Für Plate sollten die Kassen künftig nur noch für Behandlungen zahlen, bei denen ein wissenschaftlicher Nachweis über ihre Wirksamkeit vorliegt.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur gesetzlichen Krankenversicherung.