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Probleme bei der Betriebsrente: Bald weniger Geld für Versicherte?

Seit Beginn des Jahres gelten für die Betriebsrente neue Gesetze, welche die Vorsorge für Erwerbstätige sowie Arbeitgeber attraktiver machen soll. Doch durch die dauerhaft niedrigen Zinsen gerät die betriebliche Altersvorsorge (bAV) zunehmend in Schwierigkeiten, mahnt die Bundesfinanzaufsicht. Vielen Versicherten drohen nun sogar Leistungskürzungen.
Pensionskassen haben durch niedrige Zinsen oft Probleme bei der bAV
Arbeitnehmern könnten Leistungskürzungen bei der bAV drohen
  • Die anhaltende Niedrigzinsphase stellt die betriebliche Altersvorsorge vor finanzielle Probleme.
     
  • Vor allem Pensionskassen können den vereinbarten Leistungen laut Finanzaufsicht kaum noch gerecht werden.
     
  • Um die finanziellen Abstriche auszugleichen, können Betroffene beispielsweise verschiedene Alternativen zur Geldanlage prüfen.

Seit Langem beherrscht die Niedrigzinsphase den Finanzmarkt und sorgt bei sicheren Anlageformen für geringe Renditechancen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt nun, dass sich die niedrigen Zinsen auch auf die betriebliche Altersvorsorge auswirken können. Denn für viele Pensionskassen wird es immer schwieriger, die vereinbarten Leistungen zu erbringen. Ihnen ist es kaum noch möglich, die Beiträge der Versicherten gewinnbringend anzulegen. Doch was genau bedeutet dies für Menschen, die über die Betriebsrente für das Alter vorsorgen?

 

Warum gibt es Probleme bei der betrieblichen Altersvorsorge?

Vor allem Beschäftigte, deren bAV über eine Pensionskasse läuft, müssen mit Problemen rechnen. Generell stellt die BaFin Banken und Versicherungen unter intensivere Aufsicht, wenn diese in finanzielle Schwierigkeiten geraten. In Anbetracht der schlechten Zinslage betrifft dies inzwischen etwa ein Drittel der fast 140 Pensionskassen.

Um Zahlungsprobleme zu vermeiden, rät die Finanzaufsicht ihnen, sich finanzielle Unterstützung bei Aktionären und Trägern wie Arbeitgebern einzufordern. Denn ohne zusätzliches Kapital müssen Versicherte mit Leistungskürzungen rechnen, erklärt BaFin-Chef Frank Grund. So würden zwei Pensionskassen nach Angaben der Süddeutschen Zeitung (SZ) bereits in Kürze eine Absenkung der vereinbarten Leistungen vornehmen – sie dürften nicht die einzigen bleiben.

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Weniger Geld als vereinbart: Wem drohen Kürzungen bei der Betriebsrente?

2015 hatten schätzungsweise 4,8 Millionen Menschen eine Betriebsrente, die über eine Pensionskasse läuft. Nach Angaben der SZ könnten vielen von ihnen nun geringere Zahlungen drohen als ursprünglich vereinbart.

Ob Beschäftigte von möglichen Leistungskürzungen bei der bAV betroffen sind, richtet sich unter anderem nach dem Durchführungsweg der Vorsorge, betont Friedhelm Gieseler, Geschäftsführer der Klinikrente, gegenüber der SZ. So gibt es bei der Betriebsrente verschiedene Durchführungswege: Unterstützungskassen, Direktversicherungen, Pensionsfonds, öffentliche Zusatzversorgungsträger, die sogenannte Nahles-Rente sowie die Pensionskassen verschiedene Durchführungswege. Nicht bei allen sei die wirtschaftliche Lage problematisch, so der Experte.

 

Alternativen zur privaten Vorsorge prüfen

Um die private Rente möglichst renditestark aufzustocken, empfiehlt sich ein Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten einer Geldanlage. Denn hierbei sind trotz Niedrigzinsphase noch gute Renditechancen möglich. Mit einem individuellen Vergleich finden Sie das passende Angebot.

Leistungskürzungen: Wie können sich Betroffene wehren?

Vor der Reform der Betriebsrente haben Arbeitnehmer mit dem Abschluss von ihrem Chef eine Versorgungszusage erhalten. Sie wissen so, wie viel sie einzahlen und welche Leistungen ihnen im Rentenalter ausgezahlt werden. Kann die Pensionskasse nun diesen vereinbarten Betrag nicht zahlen, können Angestellte die Differenz vom Arbeitgeber einfordern, sagt Gieseler. Dadurch müssen sie keine finanziellen Einbußen fürchten, falls ihre Pensionskasse in Schwierigkeiten gerät. Ist der Arbeitgeber in der Zwischenzeit jedoch insolvent gegangen, sind die geringeren Auszahlungen wohl nicht abzuwenden.

 

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.