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Frage der Woche: Kommt bald die Rente mit 69?

Seit zwei Tagen beschäftigt sich eine neu einberufene Rentenkommission mit der Aufgabe, die Zukunft der gesetzlichen Rente zu sichern. Die zehnköpfige Gruppe soll wichtige Impulse liefern, welche Änderungen bei der Rente ab 2025 notwendig sind. Schon jetzt wird bei Versicherern und Finanzexperten der Ruf nach einer Rente mit 69 laut. Aber worum geht es dabei überhaupt?
Zukunft der gesetzlichen Rente: Experten fordern Rente mit 69
Können Arbeitnehmer bald erst mit 69 Jahren in Rente gehen?
  • Eine neue Rentenkommission berät seit dieser Woche über die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung.
     
  • Da die Zahl der Rentner in den nächsten Jahren immer weiter steigen wird, droht eine Finanzlücke von rund 100 Milliarden Euro.
     
  • Um hier gegenzusteuern, fordern Rentenexperten eine Rente mit 69 Jahren.

Die neue Rentenkommission ist gerade einmal zwei Tage offiziell im Amt. Auf sie wartet jedoch viel Arbeit, bereits 2020 soll sie erste Ergebnisse vorlegen. Wie im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union vereinbart, befasst sich die Kommission damit, wie es mit der gesetzlichen Rentenversicherung ab 2025 weitergehen wird. Bisher gilt einerseits, dass die Rentenbeiträge bis 2020 nicht über 20 Prozent steigen. Andererseits soll das Rentenniveau bis mindestens 2025 stabil bei rund 48 Prozent liegen.

Darüber, wie dies in Zukunft aussehen wird, müssen in den kommenden Monaten die zuständigen Vertreter der Kommission beraten. Bereits zwei Tage nach ihrem ersten Treffen wird über eine mögliche Rente mit 69 diskutiert. Doch was genau hat es damit auf sich?

Was ist das Problem der gesetzlichen Rentenversicherung?

Das System der gesetzlichen Rente basiert in Deutschland generell darauf, dass Arbeitnehmer während ihres Erwerbslebens einen Teil ihres Einkommens in die Rentenkasse einzahlen. Damit finanzieren sie die Rente für Menschen im Ruhestand. Die Grundannahme ist dabei, dass es weitaus mehr Erwerbstätige als Rentner gibt. Genau dies könnte sich jedoch bald ändern. Denn die Lebenserwartung steigt und die Zahl der Rentner erhöht sich stetig. Somit müssen die Beitragszahler für immer mehr Rentenempfänger aufkommen.

Der demografische Wandel führt langfristig zu einer Finanzierungslücke in der Rentenversicherung, welche die Steuerzahler decken müssen. Experten zufolge könnte das Defizit im Jahr 2040 bei rund 100 Milliarden Euro liegen, wenn die Beiträge und das Rentenniveau weiter stabil bleiben. Hierfür soll die Rentenkommission eine Lösung finden.

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Höheres Rentenalter soll Finanzierungslücke schließen

Eine denkbare Maßnahme, um die Finanzlücke in der Rentenkasse möglichst klein zu halten, ist ein höheres Renteneintrittsalter. Damit würden Arbeitnehmer einerseits länger in die Rentenkasse einzahlen und andererseits über einen kürzeren Zeitraum Rente beziehen. Aktuell beträgt das Eintrittsalter für die Rente 65 Jahre und sechs Monate.

Aufgrund der zunehmend älter werdenden Bevölkerung wird die Grenze regelmäßig angepasst, bis sie im Jahr 2031 bei 67 Jahren liegen wird. Vor allem SPD und Linke kritisieren den Anstieg des Eintrittsalters seit Jahren. So haben sich die Sozialdemokraten in der vergangenen Legislaturperiode für die Rente mit 63 stark gemacht.

Rente mit 69 eine der wenigen Stellschrauben für die Rentenversicherung?

Anders als SPD und Linke betrachten sowohl der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) als auch Finanzexperten die Erhöhung des Rentenalters als notwendige Maßnahme. Sie fordern aktuell die Rente mit 69 Jahren. Dies sei zwar ein „unpopuläres Thema“, so Sozialwissenschaftler Martin Werding, allerdings führe im Hinblick auf den demografischen Wandel kaum ein Weg daran vorbei. Für GDV-Geschäftsführungsmitglied Dr. Peter Schwark ist wichtig, dass sich die Rentenkommission offen mit einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit befasst und sich dabei keine Denkverbote auferlegt.

Das sieht der ehemalige Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), Mitglied der Rentenkommission, offenbar ähnlich. Er sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, es gebe für die Lösung der Rentenproblematik nur wenige Stellschrauben und Maßnahmen, von denen keine „vorschnell tabuisiert werden“ sollte.

Private Altersvorsorge: Warum ist eine zusätzliche Absicherung wichtig?

Unabhängig von den möglichen Plänen der Rentenkommission raten Rentenexperten Arbeitnehmern dazu, sich neben der gesetzlichen Rente frühzeitig um eine private Altersvorsorge zu kümmern. Denn das Geld aus der Rentenkasse dürfte bei vielen Menschen nicht ausreichen, ihren bisherigen Lebensstandard auch als Rentner zu halten.

Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes fürchten rund 80 Prozent der Befragten, dass sie im Rentenalter finanziell nur schwer über die Runden kommen werden. Umso wichtiger ist es, sich bestmöglich vor Altersarmut zu schützen. Um die passende Absicherung zu finden, ist es sinnvoll, sich umfassend über die verschiedenen Optionen zu informieren und die Entscheidung für ein sicheres Vorsorgeprodukt mit der Unterstützung eines Experten zu treffen.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.