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„Hart aber fair“ zum Pflegenotstand: Was bringen Spahns Vorhaben?

13.000 neue Pflegestellen, eine bessere Bezahlung und eine sinnvollere Ausbildung – mit diesen Maßnahmen will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Pflegenotstand bekämpfen. Doch die Vorhaben reichen Kritikern nicht aus. Zudem könnten sie zulasten der Beitragszahler gehen. In der aktuellen „hart aber fair“-Sendung diskutierten Pflegeexperten Spahns Pläne.
Pflegenotstand: „hart aber fair“ diskutiert Spahns geplante Maßnahmen
Spahns Maßnahmen gegen den Pflegenotstand stehen in der Kritik
  • Jens Spahn möchte 13.000 zusätzliche Pflegestellen schaffen und damit den Pflegenotstand in Deutschland bekämpfen.
     
  • Die geplanten Maßnahmen sind umstritten, da sie über höhere Pflegebeiträge finanziert werden könnten.
     
  • In der aktuellen ARD-Sendung „hart aber fair“ zum Thema Pflegenotstand stellte sich der Gesundheitsminister der Kritik.

Bundesweit gibt es immer mehr alte und pflegebedürftige Menschen, aber zunehmend weniger Personal, das sich um sie kümmert. Diesen Pflegenotstand einzudämmen, gehört zu den größten Baustellen von Gesundheitsminister Jens Spahn. Hierfür hat er unter anderem angekündigt, bis 2019 in der Pflege 13.000 neue Fachkraftstellen zu schaffen.

Kritikern zufolge reicht dies jedoch nicht aus, um für echte Verbesserungen zu sorgen. Hinzu kommt, dass die Kosten für zusätzliche Pflegekräfte zulasten der Betroffenen gehen dürften. Dies lehnen Patientenverbände ab. Viele Bürgerinnen und Bürger wären laut einer neuen Umfrage des SWR dagegen bereit, mehr Geld für die Pflege zu zahlen, wenn sich diese verbessert. Das ARD-Magazin „hart aber fair“ widmete sich nun den zahlreichen Herausforderungen im Pflegebereich. Dabei stand der Gesundheitsminister Rede und Antwort zum aktuellen Notstand.

Pflege wird Betroffene weiterhin in finanzielle Nöte bringen

Doch trotz aller Gespräche und Maßnahmen für eine bessere Situation für Angehörige, Pfleger und Pflegebedürftige wird Pflege teuer bleiben. „Ich habe das Haus meiner Mutter verkauft, ihr Vermögen verbraucht und mein kleines auch. Dann ist meine Mutter zum Sozialfall geworden. Da ging der Kampf erst richtig los“, beschreibt eine Tochter den finanziellen Druck durch die Pflege in der ARD-Sendung. Angesichts des medizinischen Fortschritts werden die Kosten sogar noch steigen. Umso wichtiger ist es, sich gegen die immense finanzielle Belastung im Pflegefall abzusichern.

Schon jetzt reicht das Geld aus der gesetzlichen Pflegekasse bei vielen Menschen für die anfallenden Pflegekosten nicht aus. Hier bietet eine private Pflegeversicherung wichtigen Schutz und ermöglicht die Pflege, die man sich wünscht, etwa zu Hause im Kreise der Liebsten. Wichtig ist dabei eine Versicherung, die auf die persönliche Wünsche zugeschnitten ist.

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Pflegenotstand: Viele Bürger haben kein Vertrauen in Pflegeheime

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag einige Maßnahmen festgeschrieben, mit denen sie die Pflege in Deutschland verbessern wollen. Insbesondere der Pflegenotstand hat dabei Priorität. So gibt es in vielen Einrichtungen nicht ausreichend Personal, das sich um die Pflegebedürftigen kümmert.

Darunter leidet auch die Qualität der pflegerischen Versorgung. Dementsprechend haben 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wenig bis gar kein Vertrauen in Pflegeheime, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des SWR zeigt. Ein Großteil der Befragten ist zudem unzufrieden mit den Maßnahmen, welche die Politik bisher für die Verbesserung der Pflege ergriffen hat. Das möchte die Große Koalition künftig ändern.

Pflegenotstand bekämpfen: Bessere Arbeitsbedingungen sollen helfen

Um der verheerenden Situation in der Pflege entgegenzuwirken, sollen durch ein Sofortprogramm bis 2019 13.000 neue Stellen geschaffen werden. Zudem wird eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte angestrebt, die künftig schneller nach Tarifvertrag erfolgen soll. Eine weitere Stellschraube sieht Gesundheitsminister Spahn in einer besseren Ausbildung für Pflegekräfte.

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, mahnt jedoch, dass dies allein nicht ausreiche. Wichtig sei vor allem, Pflegekräfte lange im Beruf zu halten. Denn viele Menschen verlassen den Pflegeberuf bereits nach wenigen Jahren wieder. Um den Notstand in der Pflege langfristig zu bekämpfen, fordern Wohlfahrtsverbände daher bessere Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal, beispielsweise eine geringere Wochenarbeitszeit von 35 anstatt 39 Stunden. Darüber hinaus brauche es mehr als die angekündigten 13.000 Stellen. In den Augen des Sozialverbands VdK werden insgesamt rund 60.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt.

Maßnahmen gegen den Pflegenotstand: Finanzierung ist umstritten

Ein großer Kritikpunkt an Spahns Vorhaben zur Bekämpfung des Pflegenotstands sind vor allem die Kosten. Allein die 13.000 neuen Stellen sollen rund 650 Millionen Euro kosten. Der Gesundheitsminister möchte dies vor allem über die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen. Eine Finanzierung aus Steuerzuschüssen, wie vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung gefordert, lehnt er dagegen ab.

Sowohl Spahn als auch Pflegeexperte Westerfellhaus betonen zudem, dass eine Erhöhung der Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung notwendig sei. Der SWR-Umfrage zufolge würden 78 Prozent der Befragten dies für eine bessere Pflege in Kauf nehmen. Doch ob die geplanten Maßnahmen tatsächlich für Verbesserungen sorgen, bleibt abzuwarten.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur privaten Pflegeversicherung.