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Fast jeder 2. Rentner muss mit weniger als 800 Euro Rente auskommen

Bei mehr als jedem zweiten Rentner lag die Altersrente 2016 unter 1.000 Euro pro Monat. 48 Prozent der Senioren bezogen sogar weniger als 800 Euro. Diese aktuellen Zahlen des Arbeitsministeriums liefern der Altersarmut-Debatte nicht nur neuen Zündstoff. Sie zeigen auch, wie wichtig die nächsten Rentenpakete der Regierung rund um Mütter- und Grundrente sind.
Mehr als jeder 2. Rentner erhält weniger als 1.000 Euro Rente
Fast jeder 2. Rentner erhält Mini-Rente von unter 800 Euro
  • Ein großer Teil der Rentner erhält ein Altersgeld unterhalb der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle.
     
  • Für künftige Generationen könnte sich die finanzielle Absicherung im Alter ohne private Vorsorge sogar noch verschlechtern.
     
  • Der drohenden Altersarmut setzt die Regierung in den nächsten zwei Jahren verschiedene Rentenmaßnahmen entgegen.

Viele Menschen wünschen sich einen unbeschwerten und finanziell sorgenfreien Ruhestand. Doch aktuelle Zahlen des Bundesarbeitsministeriums legen nahe, dass viele Rentner von Altersarmut bedroht sind. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf eine Anfrage von Sabine Zimmermann (Die Linke) an das Ministerium berichtet, bekamen 2016 rund 8,6 Millionen Rentner weniger als 800 Euro pro Monat von der gesetzlichen Rentenversicherung ausgezahlt. Das entspricht 48 Prozent der Senioren. Insgesamt 11,3 Millionen der mehr als 20 Millionen Rentner bezogen weniger als 1.000 Euro.

Gesetzliche Rente vieler Senioren liegt unter dem Grundsicherungsniveau

Zwar weist das Arbeitsministerium darauf hin, dass weitere Einkünfte der Rentner etwa aus einer privaten Altersvorsorge nicht berücksichtigt wurden. Für Zimmermann sprechen die Zahlen dennoch eine eindeutige Sprache. Demnach erhält schon heute „ein großer Teil der Rentnerinnen und Rentner gesetzliche Rentenbezüge unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle und sogar unter der Grundsicherungsschwelle“, erklärt sie dem RND. Laut deutscher Rentenversicherung sollte jede Person, deren Renteneinkünfte weniger als 838 Euro betragen, prüfen, ob sie Anspruch auf die Grundsicherung hat.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken geht davon aus, dass sich die Situation für künftige Rentengenerationen noch verschlechtern könnte. Denn während heutige Rentner ihre gesetzliche Rente mit dem Einkommen des Partners oder einer Betriebsrente aufstocken, werden solche Absicherungsformen immer seltener.

Achtung: Zu bedenken ist auch, dass das Rentenniveau gegenüber heutigen Rentengenerationen geringer ausfällt. Wer sich bei seiner finanziellen Absicherung im Alter nur auf die gesetzliche Rentenversicherung verlässt, muss daher höchstwahrscheinlich mit deutlichen Einschnitten rechnen. Um dies zu vermeiden, sollte sich jeder frühzeitig zu seinen individuellen Vorsorgemöglichkeiten informieren.

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Regierung setzt Altersarmut zwei Rentenpakete entgegen

Mit zwei umfangreichen Rentenpaketen will Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der drohenden Altersarmut entgegenwirken. Im ersten Maßnahmenbündel, das bereits ab 1. Januar 2019 gelten soll, sieht der Minister unter anderem

  • eine Erweiterung der Mütterrente,
  • eine Verlängerung der Zurechnungszeit vom 62. zum 65. Lebensjahr bei der Erwerbsminderungsrente,
  • eine sogenannte doppelte Haltelinie beim Rentenbeitrag und dem Rentenniveau sowie
  • niedrigere Rentenbeiträge für Einkommen bis 1.300 Euro pro Monat vor.

Mit dem zweiten, für das kommende Jahr geplante Rentenpaket will Heil nicht nur Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichten, sondern auch eine Grundrente einführen. Ziel ist es, „den Menschen die Angst zu nehmen, im Alter nicht genug zum Leben zu haben“, erklärt Heil gegenüber der Bild-Zeitung.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.