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Frage der Woche: Über welche Vorteile können sich Ehepaare freuen?

2017 gaben sich in Deutschland rund 400.000 Paare das Ja-Wort. Neben großen Gefühlen sind dabei meist die finanziellen und rechtlichen Vorteile Grund dafür, den Bund der Ehe einzugehen. Denn dieser verspricht beiden Partnern in unterschiedlichen Lebenslagen mehr Sicherheit.
Für Eheleute ändert sich nach der Hochzeit einiges
Nach der Hochzeit erwarten Ehepaare viele Vorteile
  • Während der Weg zum Ja-Wort oft in wenigen Schritten getan ist, müssen sich Eheleute im Anschluss auf einige Neuerungen einstellen.
     
  • Denn die Eheschließung kann für Verheiratete finanzielle und rechtliche Vorteile haben, zum Beispiel Steuerersparnisse und mehr Rechte bei Erkrankungen des Partners.
     
  • Zudem verfügen Ehepartner auch über den Tod hinaus über mehr Rechte als unverheiratete Paare.

Knapp 60 Prozent aller Deutschen sind verheiratet. Für viele ist es der romantische Kniefall, für einige ein gemeinsamer, pragmatischer Entschluss, der den Startschuss für das Eheleben setzt. In den meisten Fällen entscheiden sowohl die Gefühle als auch die finanziellen Vorteile für eine Trauung.

Die ersten Schritte in die Ehe können, je nach Ansprüchen des Paares, ganz unkompliziert verlaufen. Wer nicht gerade an einem Datum mit einer Schnapszahl heiraten möchte, sollte keine Probleme bei der Terminvereinbarung haben. Zudem fallen die Kosten für eine standesamtliche Trauung mit maximal 100 Euro relativ gering aus. Diese können jedoch je nach Stadt und möglichen Zusatzkosten, die zum Beispiel bei der Einführung eines Doppelnamens anfallen, variieren.

Unabhängig davon, wie viel Aufwand mit der Planung der Hochzeit zusammenhängt, lohnt es sich dennoch im Voraus einen intensiven Blick auf die künftigen Neuerungen und Vorteile als Ehepaar zu werfen.

Steuern sparen durch Ehegattensplitting

Aus steuerlicher Sicht ist eine Heirat vorteilhaft, wenn beide Partner unterschiedlich viel verdienen. Dann können sie durch das sogenannte Ehegattensplitting bei ihrer gemeinsamen Steuererklärung viel rausholen. Hierbei werden im ersten Schritt die beiden Einkommen zusammengelegt und die Summe im Anschluss halbiert. Auf den Betrag, der dadurch entsteht, wird schließlich die Einkommensteuer berechnet und wieder auf die Partner übertragen. 

Ein Beispiel: Wenn Partner A ein jährliches Bruttoeinkommen von 40.000 Euro bekommt und Partner B pro Jahr 20.000 Euro verdient, berechnet das Finanzamt für sie durch das Ehegattensplitting nur eine Einkommensteuer von 10.936 Euro. Bei getrennter Veranlagung beträgt diese 11.386 Euro. Das Ehepaar spart hier also 450 Euro.

Tipp: Je nach Einkommen können für Verheiratete unterschiedliche Steuerklassen-Kombinationen in Frage kommen. Hier lohnt es sich, anhand der eigenen Einkommensverhältnisse und Bedürfnisse mit einem Experten abzuwägen, welche die sinnvollste ist.

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Im Krankheitsfall: Mehr Rechte für Ehepartner

Unter gesundheitlichen Aspekten kommen auf Vermählte rechtliche Änderungen zu. Denn nach der Heirat gehört der Partner zu den festen Angehörigen. Im Fall eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung wird es damit zum Beispiel unkomplizierter, im Krankenhaus Informationen über den Zustand des Partners zu erhalten.

Mit der Heirat werden allerdings Punkte wie eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung nicht hinfällig. Paare sollten hier nach einer intensiven Beratung die Möglichkeit nutzen und sich gegenseitige Vollmachten erteilen, um die Wünsche des anderen im Fall eines Unglücks erfüllen zu können.

Welchen Platz nehmen Eheleute in der Erbfolge ein?

Es klingt ziemlich makaber, sich bereits vor der Hochzeit Gedanken über den Tod des Partners zu machen. Im Laufe der Ehe sollten sich Verheiratete dennoch mit der Erbschaft auseinandersetzen. Denn mit dem Tod des Ehepartners wird für den jeweils  anderen der Platz in der Erbfolge relevant. Dieser ist normalerweise gesetzlich vorgeschrieben, es sei denn, der Partner hat vor seinem Tod ein Testament verfasst, in dem er dem Ehepartner mehr oder weniger zuspricht.

Nach der gesetzlichen Erbfolge erbt der Partner die Hälfte des Nachlasses. Voraussetzung ist, dass die  Eheleute ihr Hab und Gut in einer sogenannten Zugewinngemeinschaft notariell festgelegt haben. Die andere Hälfte des Nachlasses erben die gemeinsamen Kinder oder die Eltern des Verstorbenen.

Frischvermählte müssen sich im Laufe des neuen Lebensabschnitts mit vielen unterschiedlichen Informationen vertraut machen. Diese bringen viele Vorteile und können je nach Situation bestenfalls auch für einen volleren Geldbeutel sorgen. Welche weiteren finanziellen, aber auch rechtlichen Themen Eheleute nicht vernachlässigen sollten und an welche Anlaufstellen sie sich wenden können, erfahren sie hier.