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Pflegebeitrag 2019: Versicherte müssen mehr für bessere Pflege zahlen

Der Pflegebeitrag steigt 2019 auf über drei Prozent, beschloss heute das Bundeskabinett. Die höheren Einnahmen will Gesundheitsminister Spahn (CDU) unter anderem für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften nutzen. Für die Bürger könnte es künftig jedoch noch teurer werden.
Mehr als drei Prozent: Kabinett beschließt höheren Pflegebeitrag 2019
Für eine bessere Pflege: Pflegebeitrag steigt 2019
  • Gesetzlich Versicherte müssen sich auf einen höheren Pflegebeitrag für 2019 einstellen.
     
  • Das Bundeskabinett hat einer Steigerung um 0,5 Prozent zugestimmt, um mit den Mehreinnahmen Maßnahmen zur Stärkung der Pflege zu finanzieren.
     
  • Trotz der Verbesserungen können viele Betroffene ihre Pflegekosten jedoch nur mithilfe einer privaten Pflegeversicherung komplett decken.

Das Bundeskabinett hat heute eine Steigerung des Pflegebeitrags ab 1. Januar 2019 beschlossen. Demnach werden die Kosten für die gesetzliche Pflegeversicherung im kommenden Jahr um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Kinderlose zahlen dann 3,3 Prozent ihres Bruttoeinkommens in die Pflegekasse ein, für Personen mit Kindern sind es 3,05 Prozent. Die Änderung wurde von Gesundheitsminister Jens Spahn angestoßen, um die steigenden Kosten im Pflegebereich zu decken.

Ursprünglich hatte der Minister eine Erhöhung um 0,2 oder 0,3 Prozentpunkte angeregt. Kritiker wie die Deutsche Stiftung Patientenschutz werfen Spahn bereits vor, ein sogenanntes „Beitrags-Jo-Jo“ zu betreiben und die Beiträge zu erhöhen, ohne ein langfristiges und konkretes Konzept für die Altenpflege zu haben.

Pflegebeitrag 2019: Höhere Kosten sollen Pflege verbessern

Bereits seit Längerem herrscht in Deutschland ein Pflegenotstand. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen steigt und es gibt nicht genügend Fachpersonal, um dem zunehmendem Bedarf gerecht zu werden. Mit der „Konzertierten Aktion Pflege“ wollen Familienministerin Franziska Giffey (SPD) sowie Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gemeinsam mit dem Gesundheitsminister Maßnahmen entwerfen, um hier gegenzusteuern. Dazu gehört unter anderem eine tarifliche Bezahlung für Pflegekräfte sowie eine Reform der Pflegeausbildung. Da dies finanziert werden muss, steigt der Pflegebeitrag 2019 an, denn „bessere Pflege kostet“, so Spahn. Er rechnet durch die Anpassung mit Zusatzeinnahmen von 7,6 Milliarden Euro pro Jahr.

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, betont gegenüber ntv, wie wichtig die Anpassung sei und weist darauf hin, dass die zusätzlichen Einnahmen sinnvoll investiert werden müssen, beispielsweise in „flächendeckende Tariflöhne für alle, die in der Pflege arbeiten“. Ob für eine weitere Verbesserung der Pflege auch Steuerzuschüsse in Betracht gezogen werden, ließ Westerfellhaus offen.

Achtung: Das Ziel des Gesundheitsministers ist zwar, die Pflege zu verbessern. Das bedeutet jedoch nicht, dass Betroffene künftig mehr finanzielle Unterstützung für die Pflege erhalten. Um die Pflegekosten decken zu können, ist es für Pflegebedürftige daher wichtig, sich mit einer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Pflegezusatzversicherung abzusichern.

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Neben steigendem Pflegebeitrag 2019 drohen weitere Kosten

Nach der Erhöhung des Pflegebeitrags ab 2019 soll dieser bis 2022 stabil bleiben. Dennoch könnte die Anpassung für Bürgerinnen und Bürger weitere Kosten nach sich ziehen, berichtet das Handelsblatt. Denn auch Rentner zahlen den höheren Beitrag in die Pflegekasse. Um dies abzufedern, muss ihr Altersgeld langfristig steigen, da das Rentenniveau nach dem Willen der Bundesregierung bis zum Jahr 2025 nicht unter das aktuelle Niveau von 48 Prozent sinken soll.

Dies dürfte den Rentenbeitrag in die Höhe treiben, damit die zusätzlichen Ausgaben gedeckt werden. Wie das Magazin schreibt, geht aus Berechnungen des Gesetzentwurfes hervor, dass der Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung im Jahr 2023 um 0,2 Prozente höher liegen wird als bisher.

Bessere Patientenversorgung dank Personaluntergrenzen?

Um die Pflege weiter zu verbessern, hat der Gesundheitsminister mit dem sogenannten Pflegepersonal-Stärkungsgesetz zudem eine Mindestgrenze für Pflegekräfte in Krankenhauseinrichtungen auf den Weg gebracht. In den Abteilungen Geriatrie, Kardiologie, Unfallchirurgie sowie auf Intensivstationen wird es ab Januar 2019 eine Mindestanzahl an Pflegern für eine bestimmte Patientenzahl geben.

Einrichtungen, die dies nicht gewährleisten können, sollen möglicherweise Betten sperren, also weniger Patienten aufnehmen. Konkrete Sanktionen bei einem Verstoß gegen die Mindestgrenze müssen die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen nun erarbeiten. Die Gewerkschaft ver.di hat die neuen Personaluntergrenzen bereits kritisiert und schätzt sie als viel zu niedrig ein.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur privaten Pflegeversicherung.