0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Frage der Woche: Was bringt die BAföG-Reform 2019?

Das Studium ist für viele Menschen einer aufregender Lebensabschnitt. Doch die Zeit an der Hochschule ist auch herausfordernd. Die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung und ständige Geldsorgen prägen nicht selten das Studentenleben. Abhilfe soll nun die neue BAföG-Reform 2019 schaffen. Dadurch erhalten Studierende künftig bis zu 861 Euro BAföG.
Frage der Woche: Was bringt die BAföG-Reform 2019?
Steigende Mieten machen vielen Studenten das Leben schwer

Zuletzt aktualisiert: 5. April 2019

  • Die große Koalition will die BAföG-Leistungen zum Wintersemester 2019 deutlich erhöhen. Sowohl der Höchstsatz als auch die Freibeträge sollen steigen.
     
  • Grund für die BAföG-Reform sind die stark gestiegenen Mieten in den deutschen Hochschulstädten. 
     
  • Einer Studie zufolge reicht der aktuelle BAföG-Höchstsatz in 88 von 96 Hochschulstandorten nicht, um das Studium zu finanzieren. 

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) plant, wie im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung vereinbart, die Leistungen des BAföG deutlich verbessern. Zum einen soll  der Höchstsatz von derzeit 735 Euro auf 861 Euro im Monat steigen. Außerdem ist die Anhebung der Wohnpauschale von 250 Euro monatlich auf 325 Euro geplant.

Um mehr Schülern und Studierenden den Zugang zu den BAföG-Zahlungen zu ermöglichen, sieht das Bundesbildungsministerium zudem die Erhöhung der Bedarfssätze um sieben Prozent vor. Auch die Freibeträge für Eltern steigen bis 2021 um 15 Prozent.

Auch der Zuschlag für Krankenversicherung wird angepasst. Studenten erhalten dann 84 Euro statt 71 Euro. Für die Pflegeversicherung werden künftig 25 Euro statt 15 Euro gezahlt. Ein weitere Änderung betrifft die Rückzahlungsgrenze für das Darlehen. Mit der BAföG-Reform 2019 gelten ehemalige Studenten als schuldenfrei, wenn sie 77 Monatsraten getilgt haben.

Im Frühjahr 2019 wurden die Pläne zur Abstimmung vorgelegt werden, im April entscheidet der Bundestag darüber. Die Änderungen könnten so bereits im kommenden Herbst in Kraft treten. Bis Ende der Legislaturperiode sollen für die BAföG-Reform 2019 zusätzliche Mittel von einer Milliarde Euro bereitgestellt werden.

Warum ist eine Erhöhung des BAföG notwendig? 

Für Bildungsministerin Karliczek werden mit der Reform genau die Probleme angepackt, die die Studierenden am meisten betreffen: „Die vielerorts proportional gestiegenen Mieten und zu geringe Freibeiträge, die viele vom BAföG ausschließen“. Vor allem die ständig wachsenden Lebenshaltungskosten in den deutschen Hochschulstädten haben dazu geführt, dass die bisherigen BAföG-Leistungen nicht mehr ausreichen. Dies belegt auch eine Studie des Moses Mendelssohn Instituts. 

Die Studie verglich die Lebenshaltungskosten aus Miete für ein WG-Zimmer, Semestergebühren und Semesterticket sowie Ausgaben des täglichen Lebens mit den aktuellen BAföG-Leistungen. Das Ergebnis: In 88 von 96 Hochschulstädten ist es für Studierende nicht möglich, das Studium komplett über BAföG zu finanzieren. Nach der geplanten Reform im Herbst 2019 wären es immer noch 20 Städte, in denen die Förderung nicht ausreicht, darunter Berlin, Hamburg, Köln und München.

Die 5 deutschen Städte mit den höchsten Lebenshaltungskosten für Studierende:

  • München (1.000 Euro im Monat)
  • Frankfurt (885 Euro)
  • Stuttgart (860 Euro )
  • Hamburg (850 Euro)
  • Ludwigsburg (825 Euro)

Quelle: Sonderauswertung Studierkosten in Deutschland des Moses Mendelsson Instituts

Unser Service für Sie

Sie suchen einen professionellen Rat zu Vorsorge und Versicherungen?

Welche Sparmöglichkeiten gibt es während des Studiums?

Nicht jeder Studierende hat die Möglichkeit, sich neben dem Studium noch etwas Geld zum BAföG hinzu zu verdienen. Daher stellt sich oft die Frage, wie im Alltag Geld gespart werden kann. Diese drei Tipps können Studierende dabei beachten. 

Tipp 1: Studentenrabatte nutzen

Studierende bekommen in vielen öffentlichen Einrichtungen Rabatte, etwa im Kino oder im Zoo. Wer seinen Studentenausweis bei sich hat, spart oft auch bei Friseuren oder Imbissen und Restaurants. Das Essen in der Mensa ist zudem meist besser als sein Ruf und dank staatlicher Subventionen besonders günstig. 

Tipp 2: Günstig mobil bleiben 

Ein eigenes Auto oder Fahrrad zu haben, ist praktisch, kostet aber in der Anschaffung und im Unterhalt viel Geld. Günstiger ist es, über das Semesterticket den öffentlichen Nahverkehr, Mitfahrgelegenheiten sowie Car- und Bikesharing zu nutzen. 

Tipp 3: Versicherungsschutz anpassen 

Abgesehen von der Krankenversicherung spielt die Absicherung im Studentenleben noch keine große Rolle. Oft sind Studierende bis Ende des 25. Lebensjahrs in der gesetzlichen Familienversicherung kostenfrei mitversichert. Danach müssen sie selbst für ihren Versicherungsschutz sorgen. Günstige Angebote finden Studierende über einen unverbindlichen Krankenkassenvergleich.