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Frage der Woche: Wie viel Geld gibt der Staat für Kinder 2019?

Das Jahr 2019 bringt für Eltern zusätzliche staatliche Leistungen. Alleinerziehende erhalten mehr Unterhalt, der Kinderfreibetrag ist gestiegen und ab Juli wird das Kindergeld angehoben. Angesichts der vielen und teils unübersichtlichen Sozialleistungen will die SPD nun die Unterstützung für Kinder in einer eigenständigen Kindergrundsicherung bündeln.
Frage der Woche: Wie viel Geld gibt der Staat für Kinder 2019?
Eltern erhalten finanzielle Unterstützung für ihre Kinder
  • Die SPD will 2019 ein Konzept vorlegen, mit dem staatliche Leistungen für Eltern in einer Zahlung zusammengefasst werden.
     
  • Bisher erhalten Eltern für ihren Nachwuchs eine Reihe von finanziellen Unterstützungen, zum Beispiel durch das Kindergeld und Elterngeld.
     
  • Steuerlich werden Mütter und Väter durch den Kinderfreibetrag und den Entlastungsbetrag begünstigt.

Die Bundestagsfraktion der SPD hat auf ihrer Klausurtagung beschlossen, Kinderarmut stärker zu bekämpfen. Dazu will die Partei innerhalb dieses Jahres ein Konzept für eine eigenständige Absicherung für Kinder ausarbeiten. In dieser sogenannten Kindergrundsicherung sollen alle bisherigen Sozialleistungen und Steuervorteile für Eltern zusammengefasst werden. Doch auf welche Leistungen haben Familien und Alleinerziehende aktuell Anspruch?

Wie viel Kindergeld und Elterngeld gibt es aktuell?

Die wohl bekannteste staatliche Unterstützung für Eltern ist das Kindergeld. Wer Kinder hat, einkommenssteuerpflichtig ist und auf deutschem Boden wohnt, erhält unabhängig vom Einkommen folgende monatlichen Leistungen:

  • Für das erste und zweite Kind 194 Euro
  • Für das dritte Kind 200 Euro
  • Für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro

Ab 1. Juli 2019 steigen die Leistungen jeweils um zehn Euro. Das Kindergeld gibt es dabei bis zu den folgenden Altersstufen:

  • Alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr
  • Arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr
  • Kinder in einer Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr

 

Eltern, die nach der Geburt ihre berufliche Tätigkeit unterbrechen und sich um den Nachwuchs kümmern, haben Anspruch auf Elterngeld. Damit werden Einkommensverluste aufgefangen. Das Elterngeld gilt für bis zu 14 Monate. Die Zeit können beide Elternteile frei untereinander aufteilen. Darüber hinaus gibt es das ElterngeldPlus für Mütter und Väter, die in diesem Zeitraum bereits wieder in Teilzeit arbeiten wollen. So können sie doppelt so lange Elterngeld beziehen.

Mit dem sogenannten Kinderzuschlag werden vor allem Eltern mit geringem Einkommen finanziell zusätzlich unterstützt. Der Zuschlag wird im Rahmen des Starke-Familien-Gesetzes reformiert. So soll der Kinderzuschlag von 170 Euro auf 185 Euro erhöht und für Alleinerziehende geöffnet werden. Zudem soll es keine obere Einkommensgrenze mehr geben.

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Welche Steuervorteile gibt es für Familien und Alleinerziehende?

Das Finanzamt prüft jedes Jahr, ob sich für Eltern das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag mehr lohnt. Die Prüfung erfolgt automatisch und muss nicht beantrag werden. Seit 1. Januar 2019 beträgt der Kinderfreibetrag 7.620 Euro. Es gelten die gleichen Altersgrenzen wie beim Kindergeld.

Alleinerziehende haben grundsätzlich Anspruch auf Unterhalt vom anderen Elternteil. Seit dem 1. Januar 2019 beträgt der Mindestunterhalt 354 Euro für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr. Für ältere Kinder gelten höhere Beträge. Erhalten Alleinerziehende keine regelmäßigen Unterhaltszahlungen, bekommen Sie vom Staat einen Vorschuss.

Zudem werden Alleinerziehende steuerlich durch den Entlastungsbetrag begünstigt. Dieser beträgt aktuell 1.908 Euro pro Jahr, wird unabhängig vom Kindergeld gewährt und von allen steuerpflichtigen Einkünften abgezogen. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um 240 Euro. Für ihn gelten folgende Voraussetzungen:

  • Mutter oder Vater sind alleinstehend
  • Mutter oder Vater haben Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibetrag
  • Kind beziehungsweise Kinder leben im selben Haushalt
  • Gleiche Altersgrenzen wie beim Kindergeld

Wie werden die Pläne der SPD bewertet?

Die Leistungen und Steuervorteile für Eltern will die SPD künftig in einer Zahlung zusammenfassen. Somit soll der Grundbedarf für Kinder komplett gedeckt werden. Diskutiert werden Beträge von rund 620 Euro monatlich, die bei höheren Einkommen etwas niedriger ausfallen. Lob kommt von Sozialverbänden, die das Konzept gerechter als die aktuelle Gesetzgebung ansehen.

Die CSU hat dagegen Widerstand angekündigt. So seien die Vorschläge kein schlüssiges Konzept, um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen, teilte Stephan Stracke, familienpolitischer Sprecher der CSU-Bundestagsfraktion, der Augsburger Allgemeinen mit. Ziel müsse es sein, die Ursacher der Armut zu beheben.