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Minister legen Plan vor: Ausbildungsoffensive für mehr Pflegepersonal

Mehr Auszubildende, eine höhere Bezahlung und bessere Weiterbildungsmöglichkeiten für das Pflegepersonal – Rund sechs Monate nach dem Start der Konzertierten Aktion Pflege haben die Minister Spahn, Giffey und Heil heute erste Ergebnisse präsentiert. Im Fokus steht vor allem eine Ausbildungsoffensive. Sorgen machen die Kosten.
Konzertierte Aktion Pflege will mit Ausbildungsoffensive durchstarten
Mit besserer Ausbildung zu mehr Pflegepersonal
  • Mit der Konzertierten Aktion Pflege will die Bundesregierung effektiv gegen den hohen Personalmangel in der Pflege vorgehen.
     
  • Die drei Minister Spahn (Gesundheit), Heil (Arbeit) und Giffey (Familie) haben heute erste Zwischenergebnisse der Initiative vorgestellt.
     
  • Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer besseren Pflegeausbildung.

Seit rund einem halben Jahr läuft die sogenannte Konzertierte Aktion Pflege. Mit der gemeinsamen Initiative wollen Familienministerin Franziska Giffey, Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) sowie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bis zum Sommer wirksame Maßnahmen gegen den Pflegenotstand entwickeln. Heute haben sie die ersten Ergebnisse ihrer Arbeit vorgestellt.

Priorität hat dabei vor allem die Personalnot in der Pflege. Denn aktuell sind mehrere Zehntausend Pflegestellen unbesetzt. Um hier gegenzusteuern, wurde bereits eine bessere Bezahlung nach Tarifvertrag für Pflegekräfte angekündigt. Darüber hinaus wollen die Minister mit einer Ausbildungsoffensive für eine bessere Pflegeausbildung sorgen.

Ausbildungsoffensive soll Pflegenotstand bekämpfen

„Um mehr Pflegekräfte zu gewinnen, müssen wir sie besser bezahlen und ihre Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen verbessern. Unsere Entscheidungen heute helfen dabei“, betont Spahn bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse. Erste wichtige Maßnahmen der Initiative sind einerseits, junge Menschen aus dem Ausland für die Pflege zu gewinnen. Andererseits sollen auch in Deutschland wieder mehr Menschen für die Pflegeberufe begeistert werden.

Ein zentraler Aspekt ist die Reform der Pflegeausbildung. Die Minister kündigten dafür folgende Maßnahmen an:

  • Die Zahl der Auszubildenden und der ausbildenden Einrichtungen soll in Zusammenarbeit mit den Ländern durchschnittlich um zehn Prozent steigen.
  • Weiterhin wollen sie bis 2023 rund 5.000 Weiterbildungsplätze schaffen.
  • Die Qualifikation von Pflegehelfern zu Pflegefachkräften soll vergütet werden.
  • Ausgebildeten Fachkräften, die aus dem Pflegeberuf ausgeschieden sind, wird die Rückkehr erleichtert.
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Streitpunkt Kosten: Verbesserungen in der Pflege belasten Betroffene finanziell

Die Vorhaben der Initiative werden von Pflegeexperten wie dem Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, sowie dem Sozialverband VdK positiv aufgenommen. Letzterer warnt jedoch davor, die dafür anfallenden Kosten auf Betroffene abzuwälzen.

Damit Maßnahmen wie die bessere Entlohnung von Pflegekräften finanziert werden können, hat sich bereits zu Beginn des Jahres der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Zudem sind die Pflegekosten für Betroffene mitunter drastisch angestiegen. So müssen zahlreiche Pflegeheimbewohner einen höheren Eigenanteil für Verpflegung und Unterkunft in Kauf nehmen. Einer Studie des Verbands der Ersatzkassen zufolge zahlen Pflegebedürftige im Bundesdurschnitt fast 60 Euro mehr im Monat für die Pflege. Demnach liegen die durchschnittlichen Kosten im Januar bei über 1.830 Euro.

Um hier gegenzusteuern, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband kürzlich angeregt, die Leistungen aus der Pflegeversicherung jedes Jahr automatisch zu erhöhen. VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert, die zusätzlichen Ausgaben unter anderem über Steuermittel zu decken. Auch Gesundheitsminister Spahn hat bereits ein Umdenken bei der Finanzierung der Pflege angekündigt, damit Verbraucher nicht zusätzlich belastet werden.

Tipp: Viele Pflegebedürftige können den höheren Eigenanteil für die Pflege kaum bezahlen. Um sich und die eigenen Angehörigen davor zu schützen, ist eine private Pflegeversicherung wichtig. Sie deckt die hohen Pflegekosten ab. Mit einem individuellen Angebot finden Interessierte die Absicherung, die zu ihren Wünschen passt.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur privaten Pflegeversicherung.