0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Entlastung für Immobilienkäufer: SPD will Bestellerprinzip ausweiten

„Wer bestellt, der zahlt“ – Mit dem Bestellerprinzip zahlt seit 2015 bei der Vermittlung von Mietwohnungen die Person für den Makler, die ihn beauftragt hat. Geht es nach Justizministerin Barley (SPD) soll die Regelung künftig auch bei Immobilienverkäufen greifen, um Käufer zu entlasten. Das sorgt jedoch nicht nur für Begeisterung.
Maklerprovision: Barley will Bestellerprinzip auch für Immobilienkäufe
Bestellerprinzip soll auch bei Immobilienkäufen gelten
  • Wer für die Immobilienvermittlung einen Makler beauftragt, muss diesen auch selbst bezahlen.
     
  • Dieses seit 2015 für Mietwohnungen geltende Bestellerprinzip soll künftig auch beim Kauf und Verkauf von Immobilien gelten.
     
  • Justizministerin Katharina Barley hat dafür einen Gesetzentwurf vorgelegt, der jedoch für Kritik sorgt.

Seit rund vier Jahren gilt mit dem Mietrechtsnovellierungsgesetz (MietNovG) das sogenannte Bestellerprinzip. Das bedeutet, dass bei Wohnungs- oder Immobilienvermietungen über einen Makler derjenige die Provision bezahlen muss, der den Makler beauftragt hat. Für Käufe oder Verkäufe von Häusern und Wohnungen greift die Regelung bisher nicht. Seit Monaten wird in der Politik jedoch darüber diskutiert, das Prinzip auszuweiten. Nun hat Justizministerin Katarina Barley einen neuen Vorstoß gewagt. Sie fordert, dass künftig auch bei Immobilienverkäufen die Regelung „Wer bestellt, der zahlt“ gelten soll.

Entlastung für Mieter: Bestellerprinzip bisher nur bei Mietwohnungen

Mit der Einführung des Bestellerprinzips hat die Bunderegierung bei vielen Wohnungssuchenden für Entlastung gesorgt. Denn zuvor mussten meist sie für die Courtage des Maklers aufkommen – auch wenn dieser durch den Vermieter eingeschaltet wurde. In Ballungsgebieten, wo die Suche nach bezahlbarem Wohnraum besonders schwierig ist, stellte dies für viele Mieter eine zusätzliche Belastung dar.

Anders als Mieter müssen Immobilienkäufer noch mit diesen Extrakosten rechnen. Sie tragen neben dem regulären Kaufpreis oft hohe Kosten für den von Verkäufern beauftragten Makler. So laufen nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes zwei Drittel der jährlich rund 500.000 Immobilienverkäufe über Maklerbüros. Die Provision beträgt dabei bis zu mehr als sieben Prozent des Kaufpreises, was oft mehrere Zehntausend Euro ausmacht. „Ein eigenes Zuhause wird gerade für junge Menschen und Familien immer schwerer zu finanzieren“, erklärt Barley gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ).

Unser Service für Sie

Schützen Sie jetzt Ihr Hab und Gut mit einer Hausratversicherung.

Gesetzentwurf will für echten Wettbewerb bei Maklerkosten sorgen

In einigen Bundesländern ist bereits geregelt, dass die Maklerkosten zwischen Käufer und Verkäufer geteilt werden, in anderen Regionen liegen sie dagegen allein beim Käufer. Die Bundesjustizministerin setzt sich nun mithilfe eines entsprechenden Gesetzentwurfs dafür ein, die Verkäufer von Immobilien stärker in die Pflicht zu nehmen. Beauftragen diese für den Verkauf einen Makler, sollen sie dessen Courtage tragen. „Das sorgt für einen echten Wettbewerb und faire Preise bei den Maklerkosten“, erklärt Barley.

Vor allem für junge Menschen, die auf der Suche nach einem Eigenheim sind, bringe dies laut der SPD-Politikerin Entlastung. Denn diese seien ihr zufolge aufgrund der vielerorts herrschenden Wohnungsknappheit in einer „faktischen Zwangslage“.

Falls das Gesetz durchkommt, rechnet das Justizministerium für Käufer mit Einsparungen in Milliardenhöhe. Demgegenüber seien für Makler Umsatzeinbußen im dreistelligen Millionenbetrag zu erwarten, da viele Immobilienbesitzer aus Kostengründen von einem Auftrag absehen könnten. Damit müssten die Makler wohl auch ihre Preise senken, um konkurrenzfähig zu bleiben. Sie lehnen die Ausweitung des Bestellerprinzips daher entschieden ab und fordern stattdessen eine Reform der Grunderwerbssteuer.

Ausdehnung des Bestellerprinzips bekommt Gegenwind

Der Wunsch, das Bestellerprinzips auf Immobilienverkäufe auszudehnen, ist seit Längerem im Gespräch. Bereits im Sommer 2018 haben die Grünen einen entsprechenden Antrag darauf gestellt – ohne Erfolg.

Auch Barleys Gesetzentwurf dürfte innerhalb der Regierung für Diskussionen sorgen. Nach Angaben der SZ könnte der Vorschlag sowohl in der Union als auch im Kanzleramt auf Widerstand stoßen. Denn er stimme offenbar nicht mit den Zielen des Wohngipfels aus dem letzten Herbst überein.

Welche Erfolgsaussichten der Entwurf hat, bleibt abzuwarten. In einem ersten Schritt wurde er an die jeweiligen Fachgremien weitergeleitet, die nun darüber beraten.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Wohngebäudeversicherung und Hausratversicherung.