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Rentencheck: Rahmen für Rentenübersicht soll im Herbst 2019 kommen

Um den Lebensstandard im Rentenalter zu halten, sorgen viele Personen vor. Da jeder Versicherer separat mitteilt, mit welchem Alterseinkommen zu rechnen ist, können sich Verbraucher nur schwer einen Überblick über ihr Polster machen. Das will die Regierung nun mit einem Online-Rentencheck ändern. Noch 2019 soll der Rahmen für die „Information zur Altersvorsorge auf einen Blick“ stehen.
Rentencheck: Politik will Rahmen für Rentenübersicht schnell umsetzen
Schwierige Frage: Wie viel Geld bleibt nun im Alter übrig?
  • Sich transparent an einem Ort über seine Vorsorgebemühungen zu informieren, ist derzeit nicht möglich.
     
  • Die Bundesregierung will für mehr Transparenz sorgen und plant daher einen Rentencheck.
     
  • Schon im Herbst soll sich Politik den Rahmenbedingungen annehmen, sodass das Portal für die umfassende Rentenübersicht zügig starten kann.

Wie viel Geld habe ich im Alter zum Leben? Diese Frage zu beantworten, ist schon allein mit der jährlichen Renteninformation der gesetzlichen Rentenversicherung nicht leicht. Denn dort wird nur eine Bruttorente angegeben, die Beiträge etwa zur Pflege-und Krankenversicherung nicht berücksichtigt. Wer zudem privat oder betrieblich vorsorgt, erhält von jedem Versicherer einzeln Informationen über das bisher angesparte finanzielle Polster. Ob dies alles zusammen ausreicht, um im Alter sorgenfrei zu leben, lässt sich aufgrund der separaten Mitteilungen nur schwer feststellen.

Dies soll mit einem Rentencheck im Internet künftig besser werden. So zeigt ein Gutachten des Beratungsunternehmens Aon und der Universität Ulm im Auftrag des Bundesarbeits- und Bundesfinanzministeriums, dass entsprechende Pläne nicht nur sinnvoll, sondern auch umsetzbar sind. Schafft die Regierung den gesetzlichen Rahmen zügig, könnte ein Pilotprojekt bis spätestens 2022 folgen.

Gegebenenfalls ist eine Umsetzung sogar schon früher möglich. Wie die Frankfurter Zeitung berichtet, steht bereits ein Prototyp namens „Rentencockpit“ bereit. Dieser könnte schon 2020 starten.

Schrittweise Einführung einer übergreifenden Rentenübersicht im Internet

Zu einer verlässlichen Rentenpolitik zählt auch, „dass sich die Bürgerinnen und Bürger möglichst unbürokratisch an einer zentralen Stelle informieren können, wie es um ihre gesamte Altersvorsorge aus allen drei Säulen“ aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge bestellt ist, betont Arbeitsminister Heil (SPD) gegenüber dem Handelsblatt. Die Regierung will daher keine Zeit verlieren und im Herbst 2019 die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Rentencheck festlegen. Im nächsten Schritt folgen die technischen Voraussetzungen für das Onlineportal.

Wie die Umsetzung gelingt, skizziert das Gutachten. So sehen die Experten einen stufenweisen Aufbau der Rentenübersicht vor. Zunächst sollen all die Informationen von den Versicherern zusammengefasst werden, die ihre Versicherten ohnehin schon regelmäßig über sogenannte Standardmitteilungen informieren. Die Daten auf der Plattform zusammenzufassen, ist dabei eine „sehr herausfordernde Aufgabe“, so Aon. Daher ist es „nicht sinnvoll zu warten, bis alles unter einem Hut ist.“

Professor Hans-Joachim Zwiesler von der Universität Ulm ergänzt: „Schon ein reiner Überblick über vorhandene Altersvorsorgeprodukte an einer zentralen Stelle würde die gegenwärtige Situation deutlich verbessern.“

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Verbraucherschützer stehen Rentencheck kritisch gegenüber

Während der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den übergreifenden Rentencheck begrüßt, sehen Verbraucherschützer die Pläne kritisch. So bemängelt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg im Interview mit der Welt, dass die Rentenübersicht keines der Probleme löse, die auf das Rentensystem zukommen.

Außerdem sind Vorhersagen des Alterseinkommens über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten „mit größter Vorsicht zu genießen. Die Renteninformation birgt aufgrund der Komplexität von solchen Hochrechnungen die Gefahr, dass Vorhersagbarkeit suggeriert wird, wo sie nicht verlässlich möglich ist.“

Nauhauser warnt zudem davor, dass der Rentencheck zu einem Verkaufsargument für die Versicherer werden könnte. Es gäbe kein besseres Argument „als die Angst vor einem sinkenden Lebensstandard, noch dazu von Amts wegen dokumentiert.“ Eine Alternative, wie sich Verbraucher stattdessen über den Stand ihrer Vorsorgebemühungen transparent und einfach informieren können, nennt der Verbraucherschützer im Interview jedoch nicht.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.