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Ab wann sind E-Scooter auf Deutschlands Straßen endlich erlaubt?

Im deutschen Straßenverkehr gibt es zu viel Stau und zu viele Abgase. Bundesverkehrsminister Scheuer will das ändern. Eine der geplanten Maßnahmen: die Zulassung für elektrisch betriebene Tretroller, kurz E-Scooter. Damit sollen vor allem Lücken im Nahverkehrsnetz geschlossen werden.
Ab wann sind E-Scooter auf Deutschlands Straßen endlich erlaubt?
Die Zulassung für E-Scooter lässt noch auf sich warten.

E-Scooter könnten hierzulande ab dem 15, Juni erlaubt sein. Doch es formiert sich Widerstand gegen die Elektroroller, die nach Ansicht der Kritiker das Unfallrisiko massiv erhöhen. Uns haben Fragen unserer Leser zu den neuen Flitzern im Straßenverkehr erreicht. Die Antworten zu rechtlichen Bestimmungen, Kosten und Vorteilen der E-Scooter gibt es hier.

Zuletzt aktualisiert am 23. Mai 2019

Wann kommt die Zulassung für E-Scooter?

Am Mittwoch hat das Bundeskabinett einer Verordnung von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zugestimmt, die die Zulassung der elektrischen Roller ermöglicht. Am 17. Mai hat der Bundesrat  sein Einverständnis gegeben. Allerdings musste die Verordnung dazu in einigen Punkten angepasst werden.

Am 22. Mai beschloss das Bundeskabinett die überarbeitete Fassung final. Diese soll zum 15. Juni 2019 in Kraft treten. E-Scooter mit Zulassung sind ab dann auf Radwegen erlaubt.

Viele Landesministerien kritisieren Scheuers Verordnung dennoch. Ihrer Meinung nach erhöhen die E-Scooter das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Durch die fehlende Helmpflicht besteht damit eine erhebliche Verletzungsgefahr.

Wo dürfen E-Scooter fahren?

Wer künftig mit dem E-Scooter mobil sein will, ist damit nur auf dem Radweg unterwegs. Scheuer sah zwar auch vor, dass eletrektische Tretroller mit einer Höchstgeschwindigkeit von zwölf Kilometern pro Stunde auf Gehwegen fahren dürfen. Diese langsamen E-Scooter hätten von Jugendliche ab zwölf Jahren genutzt werden dürfen.

Jedoch gab der Verkehrsminister auf Druck der Bundesländer nach, sodass E-Scooter nur auf Radwegen erlaibt sind. Das Mindestalter der Fahrer ist zudem auf 14 Jahre festgesetzt. Die E-Scooter müssen grundsätzlich auf Radwegen und Radfahrstreifen fahren. Fehlen diese, dürfen die Roller auf die Fahrbahn ausweichen.

Braucht es eigens einen Führerschein und eine Versicherung für E-Roller?

Das Fahren mit dem E-Scooter ist bereits für Jugendliche möglich und benötigt daher keinen eigenen Führerschein. Diskutiert wurde zuvor über einen Mofa-Führerschein als Voraussetzung. Auch eine Helmpflicht gibt es nicht, wenngleich das Verkehrsministerium empfiehlt, stets einen Helm zu tragen.

Anders sieht es in Sachen Versicherung aus. Wer sich einen E-Scooter anschafft, benötigt für diesen eine Kfz-Haftpflichtversicherung für Roller. Von der Versicherung erhalten Fahrer eine spezielle Klebeplakette, die sie gut sichtbar auf dem Scooter anbringen müssen. Auch den entsprechenden Versicherungsschein müssen Rollerfahrer immer bei sich führen. Andernfalls drohen Bußgelder. Die Kosten für die E-Scooter-Versicherung werden auf 30 Euro bis 60 Euro im Jahr geschätzt.

Was kostet ein E-Scooter?

Günstige Modelle sind ab 300 Euro erhältlich. Für einen teuren E-Scooter können jedoch auch 2.000 Euro und mehr anfallen. Die Reichweite eines Elektrorollers beträgt je nach Ausstattung zwischen 15 und 50 Kilometern

In europäischen Städten wie Paris und Madrid, in denen es bereits eine Straßenzulassung für E-Scooter gibt, haben sich außerdem schon Leih- und Sharing-Anbieter etabliert. In Wien beispielsweise beträgt die Startgebühr einen Euro. Hinzu kommen weitere 15 Cent pro Minute. Es ist davon auszugehen, dass es auch in Deutschland Leih-Scooter mit ähnlichen Preismodellen geben wird. 

Welche Vorteile und Nachteile haben E-Scooter?

Gerade für den Verkehr in Großstädten hat der E-Scooter Vorteile. Die elektrisch angetriebenen Tretroller erlauben es ihren Fahrern, flexibel sowie umweltfreundlich mobil zu sein und damit weniger abhängig vom Auto zu sein. Zudem kann der Weg zwischen der Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs und der Arbeit beziehungsweise dem Zuhause besser überbrückt werden. Das Verkehrsministerium erhofft sich eine Entspannung auf den oft verstopften städtischen Straßen sowie eine Verbesserung der Luftqualität.

Kritiker sehen jedoch ein erhöhtes Unfallrisiko durch die E-Scooter. Diese sind nahezu geräuschlos unterwegs. Da die Roller unter Umständen sogar auf Straßen fahren dürfen, fürchtet der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, zudem eine „Zuspitzung der hitzigen Lage im innerstädtischen Straßenverkehr“. Burkhard Stork, Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, merkt an, dass die Radwege bereits „für den vorhandenen Radverkehr viel zu holprig und zu eng“ sind.

In welchen Ländern sind E-Roller bereits erlaubt?

Internationale Zulassungen für E-Scooter gibt es erst seit Herbst 2017. Vorreiter waren hier die USA. Im ersten Jahr registrierten die beiden größten Verleiher von elektrischen Rollern jeweils über zehn Millionen Fahrten. Dem gegenüber stehen jedoch bereits über 1.500 Menschen, die nach einem Unfall mit dem E-Tretroller im Krankenhaus behandelt werden mussten – die meisten von ihnen wegen Kopfverletzungen.

Mittlerweile haben viele europäische Staaten mit Zulassungen für E-Scooter nachgezogen. So sind die elektronischen Tretroller heute zum Beispiel auch in Frankreich, Spanien, Österreich und Schweden unterwegs.