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Uneinigkeit beim Konzept: Reform der Riester-Rente verzögert sich

Die Große Koalition hat in im Koalitionsvertrag festgehalten, die Riester-Rente zu reformieren. Denn die staatlich geförderte Altersvorsorge kämpft mit einem schlechten Ruf. Doch bisher lässt die Reform auf sich warten. Bisher sind sich SPD und Union nicht einig, wie genau die Änderungen aussehen sollen.
Deutschlandrente, Vorsorgekonto und Co.: GroKo plant Riester-Reform
Die Riester-Rente soll attraktiver werden
  • Die Bundesregierung will die Riester-Rente mit einer Reform noch in dieser Legislaturperiode attraktiver machen.
     
  • Das Vorhaben verzögert sich jedoch, da unklar ist, wie genau die staatlich geförderte Altersvorsorge verändert werden könnte.
     
  • Für Sparer, die für ihren Lebensabend vorsorgen möchten, ist es generell ratsam, sich über die Vor- und Nachteile verschiedener Formen der privaten Altersvorsorge zu informieren.

Seit 2015 stagniert die Zahl der bestehenden Riester-Verträge bei rund 16,5 Millionen. Denn die staatlich geförderte Altersvorsorge steht häufig in der Kritik, kompliziert, teuer und durch ihre lange Laufzeit unflexibel zu sein. Um sie wieder attraktiver zu machen, hat die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, „einen Dialogprozess mit der Versicherungswirtschaft anzustoßen mit dem Ziel einer zügigen Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts.“ Ursprünglich war die Reform der Riester-Rente für 2020 geplant.

Unklarheiten über Änderungen: Riester-Reform kommt mit Verspätung

Das Ziel der Großen Koalition, die Riester-Rente transparenter, günstiger und einfacher zu machen, scheint derzeit noch in weiter Ferne zu liegen. Zwar würde die Bundesregierung laut dem Bundesfinanzministerium „den Dialogprozess zu gegebener Zeit beginnen“, berichtet MDR aktuell. Zunächst sollen jedoch die Beratungen der Rentenkommission abgewartet werden. Im Hinblick auf die geplante Reform sei es daher „noch zu früh, exakte Daten zu nennen“, erklärt Carsten Brodesser (CDU), Berichterstatter für Altersvorsorge in der Union, gegenüber dem Magazin.

Der Prozess verzögert sich vor allem deshalb, weil bisher nicht klar ist, ob bei der staatlich geförderten Altersvorsorge lediglich einige Änderungen vorgenommen werden oder ob das gesamte System erneuert werden soll.

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Welche Vorschläge gibt es für die Reform der Riester-Rente?

Auf Länderebene ist seit Längerem ein Systemwechsel bei der Riester-Rente im Gespräch. So fordern Vertreter der Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg eine Deutschlandrente oder sehen ein Vorsorgekonto über die Deutsche Rentenversicherung vor. Damit soll der Staat selbst eine kapitalgedeckte private Altersvorsorge für alle Bürgerinnen und Bürger anbieten, bei der weniger Kosten anfallen als bei gewinnorientierten Versicherern.

Dies sei jedoch nur möglich, wenn die anfallenden Kosten größtenteils von Arbeitgebern und Steuerzahlern gedeckt würden, betont der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). In seinen Augen wäre der Staat als Altersvorsorge-Anbieter darüber hinaus „wettbewerbsrechtlich wohl unzulässig“.

Stattdessen hat der GDV einige Änderungen für das bestehende Riester-System vorgeschlagen, um dieses attraktiver zu machen:

  • Künftig sollten auch Selbstständige als förderberechtigt gelten
  • Der jährliche Zulagenantrag müsste gestrichen werden und
  • Der Steuervorteil für Sparer könnte direkt in die Altersvorsorge anstelle in die Steuererstattung fließen

Große Koalition uneinig über Konzepte zur Riester-Reform

Bei den Koalitionspartnern gibt es bisher keine Einigung bezüglich der Reform. Sowohl CDU-Politiker Brodesser als auch der rentenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ralf Kapschack, sehen in beiden Konzepten Vorteile, aber auch Hürden. Letzterer betrachtet beispielsweise das vorgeschlagene Vorsorgekonto als „einen guten Mix aus Transparenz, Sicherheit und Rendite“, wohingegen für Brodesser die Ideen des GDV „in die richtige Richtung“ gehen.

Aufgrund der Unklarheiten zeigt sich Kapschack bei der zeitlichen Umsetzung der Reformbestrebungen eher skeptisch. „Es wäre begrüßenswert, wenn wir in dieser Legislaturperiode den Weg dafür ebnen könnten“, betont er gegenüber MDR Aktuell.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.