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VdK und SPD wollen „Rente für alle“

Die Rente „ist die Bilanz eines ganzen Arbeitslebens“, sagt der Sozialverband VdK Deutschland. Damit die Altersabsicherung künftig für alle gerechter wird, fordert er aktuell, alle Berufsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Unterstützung bekommt der Verband von der SPD. Doch nicht nur die gesetzliche Rente braucht eine Reform.
Gesetzliche und private Altersvorsorge stehen unter Druck
Reformen bei gesetzlicher und privater Altersvorsorge gefordert
  • Der VdK fordert, dass alle Bürger in die Rentenkasse einzahlen sollten, um allen Generationen die Gewissheit zu geben, durch die gesetzliche Rente abgesichert zu sein.
     
  • Zustimmung erhält der Verband von der SPD, die sich ihrerseits für eine Bürgerrente ausspricht.
     
  • Doch nicht nur bei der gesetzlichen Rente besteht Handlungsbedarf, sondern auch bei der Riester-Rente.

In den nächsten Monaten will Arbeitsminister Heil einen Gesetzentwurf vorstellen, mit dem Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichtet werden. Sofern sie noch nicht abgesichert sind, sollen sie sich künftig zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Altersvorsorge in Form einer Rürup-Rente entscheiden.

Für den VdK geht dies nicht weit genug. Es müssten alle Personen, also auch Beamte und Politiker, in die Rentenkasse einzahlen. Nur so könne die Altersabsicherung besser werden, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele. Um dies zu erreichen, hat der Verband in dieser Woche die Rentenkampagne „Rente für alle“ gestartet.

SPD will eine Bürgerrente

Mit seiner Idee steht der VdK nicht alleine da. Bereits im vergangenen Jahr kündigte Arbeitsminister Heil (SPD) eine Überprüfung an, ob Beamte in die Rentenversicherung einbezogen werden können. Nun bekräftigte SPD-Chefin Andrea Nahles, dass eine „Rente für alle“ Programm der Sozialdemokraten sei. „Wir wollen eine Bürgerrente“, sagte die Fraktionschefin am Montag in Berlin, wie das Handelsblatt berichtet.

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Staatlich geförderte Altersvorsorge braucht neue Anreize

Mit der nun gestarteten Rentenkampagne will der VdK „die Politik lautstark unter Druck setzen“, so Bentele. Dabei hat die Bundesregierung mit der Riester-Rente bereits eine große Baustelle, die sie schließen will. Laut Koalitionsvertrag soll die private Altersvorsorge in dieser Legislaturperiode verbessert werden, doch bisher treten Union und SPD auf der Stelle.

Aus Sicht des Bundesverbands Investment (BVI) ließe sich die Riester-Rente schon mit drei Maßnahmen stärken. So fordert der Verband einerseits, dass deutlich mehr Personen förderberechtigt sein sollten. Bisher richtet sich die Riester-Rente an gesetzlich Rentenversicherte. Viele Selbstständige bleiben so außen vor. Andererseits sieht der BVI eine höhere Förderung vor. Derzeit erhalten Versicherte eine Grundzulage von bis zu 175 Euro sowie eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro im Jahr.

Der letzte Punkt zur Stärkung der Riester-Rente betrifft die Entbürokratisierung. Sowohl die Fördersystematik als auch die Zulagenverwaltung müssten vereinfacht werden.

Viele Rentenkonzepte in der Schublade

Komplett gegen die Riester-Rente sprechen sich unter anderem der Bund der Versicherten und der Verbraucherzentrale Bundesverband aus. Letzterer hat zuletzt eine sogenannte Extrarente als Alternative vorgeschlagen. Mit ihr würden Verbraucher automatisch über ein aktienbasiertes Produkt für den Ruhestand vorsorgen, da der Beitrag direkt vom Gehalt abginge.

Dabei orientiert sich das Modell an der sogenannten Deutschlandrente, einer Idee aus dem Bundesland Hessen. Dessen Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) teilte gegenüber der Rheinischen Post mit, er hoffe, dass die „Diskussion um ein staatlich organisiertes Standardprodukt der privaten Altersvorsorge nun nicht nur weiter Fahrt aufnimmt, sondern in Berlin auch zu Ergebnissen führt.“

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