0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Sparkasse kündigt über 20.000 Sparverträge: Was Betroffene tun können

390.000 Privatkunden hat die Sparkasse Nürnberg. Rund 16.000 von ihnen haben schlechte Nachrichten erhalten. Denn die Bank hat den Sparvertrag „Prämiensparen flexibel“ gekündigt. Insgesamt sind 21.000 Verträge betroffen. Durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs sieht sich das Geldinstitut zwar auf der sicheren Seite. Doch Kunden sollten die Kündigung genau prüfen.
Sparvertrag Prämiensparen flexibel: Kündigung nicht einfach hinnehmen
Sparkasse kündigt über 20.000 Sparverträge
  • Der Sparkasse Nürnberg werden ihre über 20.000 Prämiensparverträge zu teuer, daher hat sie Kunden die Kündigung ausgesprochen.
     
  • Auch wenn ein BGH-Urteil die Bank im Recht sieht, empfehlen die Verbraucherzentralen Betroffenen ihren Vertrag genau zu prüfen.
     
  • Die Sparkasse Nürnberg ist längst nicht die erste Sparkasse, die Sparverträge kündigt.

Im Mai hat der Bundesgerichtshof der Sparkasse Stendal den Rücken gestärkt. Demnach darf die Bank Kunden mit dem Sparvertrag „S-Prämiensparen flexibel“ unter bestimmten Umständen kündigen. Keine drei Monate später zieht nun die Sparkasse Nürnberg im großen Stil nach und beendet mehr als 20.000 Verträge von 16.000 Kunden. Wie das Handelsblatt berichtet, begründet das Geldinstitut den Schritt mit der anhaltenden Niedrigzinsphase.

Update 26. September 2019: Auch die Sparkasse München hat nun 28.000 Prämien-Sparverträge zum Jahresende gekündigt. Bei nochmals 15.000 Kunden soll der Vertrag im kommenden Jahr beendet werden. Betroffen sind hier ebenfalls Sparer, deren Sparvertrag seit mehr als 15 Jahren läuft.

Lukratives Bonussystem für Sparer

Die Prämiensparverträge, die die Bank bis 2007 vertrieben hat, sind aus Sicht der Sparer äußerst lukrativ. Jedes Jahr erhalten sie einen prozentualen Bonus auf ihre eingezahlten Beiträge. Dieser wächst bei der Sparkasse Nürnberg auf bis 50 Prozent im 15. Sparjahr an. Zahlen Kunden beispielsweise 1.800 Euro ein, steuert die Bank 900 Euro dazu.

Aus Sicht der Sparkasse ist das Prämienversprechen daher ein teures. Denn der Kapitalmarkt gibt es längst nicht mehr her, solche Gewinne zu erwirtschaften. Die hohe Verzinsung der Sparbeiträge wird so zur Belastung für das Geldinstitut. Es kündigt daher allen Sparern, die die höchste Prämie mindestens einmal erhalten haben.

Unser Service für Sie

Machen Sie mit lukrativen Anlagen jetzt mehr aus Ihrem Geld.

Kündigung widersprechen

Der BGH hatte im Mai im Streit um die Kündigung dreier Sparverträge der Sparkasse Stendal entschieden, dass dieser Schritt zulässig ist, wenn der Vertrag die höchste Prämienstufe erreicht hat. Dies ist zwar bei den aktuell von der Sparkasse Nürnberg gekündigten Verträgen auch der Fall. Dennoch raten die Verbraucherzentralen dazu, Widerspruch einzureichen und die Kündigung prüfen zu lassen.

Ist beispielsweise im Sparvertrag eine konkrete Laufzeit vereinbart, etwa von 1.188 Monaten beziehungsweise 99 Jahre, zeigt sich die Verbraucherzentrale Sachsen optimistisch, dass ein Widerspruch sinnvoll ist, berichtet die Stiftung Warentest. Dazu stellt beispielsweise die Verbraucherzentrale Brandenburg einen Musterbrief bereit.

Vielzahl von Sparkassen haben Sparverträge einseitig gekündigt

Die Sparkasse Nürnberg wird voraussichtlich nicht die letzte sein, die Kunden mit Prämiensparverträgen vor die Tür setzt. Allein in diesem Jahr haben unter anderem die

  • Städtische Sparkassen zu Schwelm,
  • Stadtsparkasse Schwedt,
  • Sparkasse Pfaffenhofen,
  • Sparkasse Mittelthüringen,
  • Sparkasse Jerichower Land und die
  • Kreisparkasse Kandel-Germersheim

eine Kündigung ausgesprochen, wie eine Übersicht der Stiftung Warentest zeigt.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Geldanlage.