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Burnout, Depressionen und Co.: Psychische Leiden erhöhen Fehlzeiten

Depressionen, Burnout und andere psychische Erkrankungen sind immer weiter auf dem Vormarsch. Das wirkt sich zunehmend auch auf die Arbeitswelt aus. Laut einer aktuellen Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit hat sich die Zahl der Krankheitstage aufgrund von Seelenleiden in den letzten 20 Jahren verdreifacht. Die Gründe dafür sind jedoch umstritten.
DAK-Psychoreport: Zahl der Fehltage wegen psychischer Leiden steigt
Arbeitnehmer fehlen häufiger wegen psychischer Leiden
  • Psychische Probleme führen bei Arbeitnehmer inzwischen zu dreimal so vielen Fehltagen wie noch vor 20 Jahren, zeigt der DAK-Psychoreport 2019.
     
  • Laut der Studie weisen vor allem Frauen eine hohe Zahl an seelisch bedingten Fehlzeiten auf.
     
  • Da psychische Belastungen häufig zu langfristiger Berufsunfähigkeit führen, ist die Absicherung durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung essentiell.

Ob ein stressiger Job, eine zu hohe Belastung oder Probleme im Privatleben: Immer mehr Menschen sind von psychischen Erkrankungen betroffen. Als Folge müssen sich inzwischen Millionen Arbeitnehmer eine Auszeit vom Job nehmen. Laut dem DAK-Psychoreport 2019 hat sich im letzten Jahr jeder 18. Arbeitnehmer aufgrund seelischer Leiden krankgemeldet. Somit erhöhte sich die Zahl der Fehltage seit 1997 um mehr als 200 Prozent. 2018 kamen bundesweit pro 100 Versicherte 236 Krankheitstage zusammen, 2017 waren es sogar 250.

Während die Studienverantwortlichen der DAK die Zahlen damit begründen, dass Seelenleiden weniger als Tabuthema angesehen werden, sehen Vertreter der Linken ein klares Indiz für eine zu hohe Arbeitsbelastung.

Psychische Erkrankungen: Deutlich mehr Krankheitstage bei Frauen

Für die meisten Fehltage aufgrund psychischer Probleme hat im vergangenen Jahr die Diagnose Depressionen gesorgt. Auch sogenannte Anpassungsstörungen gehören zu den häufig diagnostizierten Erkrankungen, durch die sich Arbeitnehmer krankmelden müssen.

Dabei gibt es sowohl Unterschiede zwischen den Berufszweigen als auch beim Geschlecht. In den Bereichen öffentliche Verwaltung sowie im Gesundheitswesen ist die Zahl der Fehltage pro 100 Versicherte mit 358 beziehungsweise 321 Tagen am höchsten. Darüber hinaus wiesen der Studie zufolge Arbeitnehmerinnen 2018 deutlich mehr Krankheitstage (298 pro 100 Versicherte) aufgrund von Seelenleiden auf als ihre männlichen Kollegen (183). Zudem steigt die Zahl der psychisch bedingten Abwesenheiten bei beiden Geschlechtern mit dem Alter.

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Regionale Unterschiede: Saarland mit den meisten Fehltagen

Auch je nach Region unterscheiden sich die Fehlzeiten mitunter gravierend. Das Saarland ist im bundesweiten Vergleich trauriger Spitzenreiter und weist im Schnitt 312 Krankheitstage pro 100 Versicherte auf. Dahinter folgen die beiden Stadtstaaten Berlin (281) und Bremen (279).

Demgegenüber kommen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in den beiden südlichsten Bundesländern auf die wenigsten psychisch bedingten Ausfälle: In Bayern gab es 2018 rund 193 Fehltage, in Baden-Württemberg 214 Tage pro 100 Versicherte. Für die übrigen Bundesländer liegen die Zahlen zwischen 226 und 276 Tagen.

Achtung: Angststörungen, Burnout und Co. entwickeln sich häufig zu langfristigen Erkrankungen und sind inzwischen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Umso wichtiger ist es, seine Arbeitskraft frühzeitig abzusichern, um im Ernstfall finanziell nicht im Regen zu stehen. Mit einem persönlich zugeschnittenen Angebot zur Berufsunfähigkeitsversicherung finden Interessierte schnell den passenden Schutz.

Mehr Offenheit und weniger Stress: Experten sehen Arbeitgeber in der Pflicht

DAK-Chef Andreas Storm begründet den Anstieg der Fehltage damit, dass insgesamt ein offener Umgang mit Seelenleiden vorherrsche als noch vor 20 Jahren. „Vor allem beim Arzt-Patienten-Gespräch sind psychische Probleme heutzutage kein Tabu mehr. Deshalb wird auch bei Krankschreibungen offener damit umgegangen“, betont er. Für ihn sind daher künftig die Arbeitgeber stärker in der Pflicht: „Auch Arbeitgeber müssen psychische Belastungen und Probleme aus der Tabuzone holen und ihren Mitarbeitern Hilfe anbieten.“

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Jutta Krellmann, fordert zudem eine Anti-Stress-Verordnung und flächendeckende Arbeitsschutzkontrollen. Sie begründet den Anstieg der Krankentage insbesondere mit einer steigenden Arbeitsbelastung. „Arbeitsstress macht krank. Viele Beschäftigte können ein trauriges Lied davon singen. Das darf nicht heruntergespielt werden“, so Krellmann gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung.