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Sparverträge: Falsche Zinsberechnung kostet Sparern über 2.000 Euro

Verbraucher, die einen älteren Sparvertrag mit variablem Zinssatz haben, sollten eine Zinsnachzahlung prüfen. Wie eine aktuelle Untersuchung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zeigt, haben in der Vergangenheit 31 Geldinstitute fehlerhafte Klauseln zur Zinsberechnung genutzt. Im Schnitt steht Sparern eine Nachzahlung von knapp 2.100 Euro zu.
Fehlerhafte Zinsberechnung bei altem Sparvertrag: Nachzahlung fordern
Unzulässige Klausel im Sparvertrag kostet Sparern Zinsen
  • Haben Verbraucher einen langfristigen Sparvertrag mit variabler Verzinsung abgeschlossen, mahnen die Verbraucherzentralen derzeit zur Überprüfung der Zinsberechnung.
     
  • Die Verbraucherschützer haben bei vielen Instituten unzulässige Klauseln zum Nachteil der Sparer gefunden.
     
  • Betroffene sollten ihre Bank auffordern, die Berechnung der Zinsen offenzulegen.

Das Verbrauchermagazin ZDF WISO beschäftigt sich in der aktuellen Sendung mit dem Beitrag „Vorsicht bei alten Sparverträgen: Fehlerhafte Zinsberechnungen möglich“ mit unzulässigen Klauseln, die dazu führen, dass Sparern teils tausende Euro Zinsen entgehen. Wie viele Verbraucher betroffen sein könnten, deutet die neueste Studie der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg an. Sie hat bei über 30 Instituten unzulässige Klauseln gefunden – und dies „trotz klarer Vorgaben des Bundesgerichtshofs (BGH) an die Transparenz von Zinsänderungsklauseln“, betont Verbraucherschützer Niels Nauhauser.

Sparvertrag: Klare BGH-Vorgaben zur Transparenz der Zinsberechnung

„Im Mittel haben die Sparer nur die Hälfte der Zinsen erhalten, die ihnen bei Anwendung der BGH Rechtsprechung zustünden“, erläutert Nauhauser. Die Institute haben durchschnittlich 2.092 Euro zu wenig Zinsen gezahlt.

Die Karlsruher Richter haben in verschiedenen Urteilen festgelegt, wann Klauseln zur Zinsberechnung bei Sparverträgen zulässig sind. Sieht der Vertrag einen variablen Zinssatz vor, muss für den Verbraucher klar erkenntlich sein, wann und in welcher Weise dieser angepasst wird. In vielen Klauseln fehlen die Informationen jedoch. Weisen die Vertragsbedingungen beispielsweise darauf hin, dass ein Preisaushang in der Filiale über den aktuellen Zins informiert, ist dies nicht transparent genug.

Der Bundesgerichtshof fordert unter anderem, dass sich der Zinssatz an einem Referenzzins orientieren muss und die Sparzinsen in Relation dazu angepasst werden. Beträgt die Verzinsung des Vertrags bei Abschluss beispielsweise 80 Prozent des Referenzzinses, darf der Zinssatz nur in dieser Abhängigkeit angepasst werden. Würde der Referenzzins heute bei einem Prozent liegen, stünden Sparer 0,8 Prozent Zinsen zu.

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Unzulässige Klauseln bei Zinsberechnung: Sparern entgehen tausende Euro

Die Untersuchung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg verdeutlicht, dass es sich bei den fehlerhaften Klauseln im Zuge der Zinsberechnung in alten Sparverträgen „nicht um Einzelfälle handelt und dass Sparer um einen erheblichen Teil ihrer Zinsen gebracht werden“, betont Nauhauser. Bei einer Überprüfung durch die Verbraucherzentrale Sachsen ergab sich beispielsweise eine Nachforderung von rund 13.000 Euro.

Betroffen sind laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg unter anderem die folgenden Sparverträge, hauptsächlich vertrieben durch verschiedene Sparkassen:

  • „S-Prämiensparen flexibel“
  • „S-Vorsorgesparen“
  • „S-Scala“
  • „Express“
  • „S-VorsorgePlus“
  • „VR-RentePlus“
  • „VR-Vorsorgesparen“
  • „Sparda-Vorsorgeplan“

Falsche Zinsberechnung beim Sparvertrag: Was Betroffene tun können

Verbraucher mit Sparverträgen, bei denen das Geldinstitut eine einfache Änderung des Zinses ermöglicht, sollten ihre Bank auffordern, die Zinsberechnung offenzulegen. Die Verbraucherschützer stellen dazu einen entsprechenden Musterbrief bereit. Bei Problemen oder Zweifel an den Zahlen können sich Betroffene zudem an eine Verbraucherzentrale in ihrer Nähe wenden. Alternativ steht die Schlichtungsstelle der Sparkassen als Anlaufstelle zur Verfügung.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Geldanlage.