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Fachkräftemangel: Deutsche Unternehmen müssen auf Freelancer setzen

In Zeiten des Fachkräftemangels kann nicht jedes Unternehmen für spezielle Aufgaben auf das Knowhow seiner Mitarbeiter setzen. Die professionelle Unterstützung durch Freelancern wird daher immer wichtiger. Für Falko Kremp von der Online-Plattform Fiverr ist die Zusammenarbeit mit Freelancern sogar existenziell, um den Anschluss am globalen Markt nicht zu verlieren.
Mehr Selbstständigkeit: Der deutsche Arbeitsmarkt ist im Umbruch
Falko Kremp von Fiverr (Bild: Johannes Heinke)

Ob eine aufwendige Programmierung für ein großes Projekt, regelmäßig neue Texte für die eigene Website oder professionell gestaltete Einladungskarten für die Hochzeit: Die Arbeit von Freelancern wird immer gefragter. Den richtigen Profi für die jeweilige Aufgabe zu finden, ist dabei trotz der meist großen Auswahl alles andere als leicht.

Dies will die Plattform Fiverr ändern. Als Online-Marktplatz bietet sie Gründern, Freiberuflern und Unternehmen die Möglichkeit, mit Experten aus der ganzen Welt zusammenzuarbeiten. Auch Privatpersonen können sich hier Dienstleistungen aus mehr als 100 verschiedenen Bereichen sichern. Im Interview mit finanzen.de erklärt Falko Kremp, Deutschland-Chef von Fiverr, wie das Prinzip funktioniert und warum dies für den Arbeitsmarkt der Zukunft wichtig ist.

Herr Kremp, wie kam es zu der Idee, Ihre Plattform zu gründen und welche Hürden mussten Sie in der Anfangsphase des Unternehmens meistern?

Falko Kremp: Unser Gründer Micha Kaufman, ein Serien-Unternehmer, war für ein früheres Startup auf der Suche nach Freelancern. Aber das Finden derselben stellte sich als Problem heraus:

  • Wo sollte man suchen?
  • Wen muss ich fragen?
  • Wem kann ich vertrauen?
  • Wie buche ich?

Unsere Plattform wurde schlussendlich aus der Not heraus geboren. Das Finden und Buchen von Freelancer-Dienstleistungen haben wir so einfach gestaltet, wie das Kaufen bei großen Online-Händlern. Was Amazon für physische Produkte ist, sollte Fiverr für digitale Produkte, also kreative Dienstleistungen aller Art, werden.

Als Online-Marktplatz müssen wir stets für die richtige Balance zwischen den Freelancern, ihren Produkten und der Nachfrage der Käufer sorgen. Die Produktkategorien, die auf aktuellen Marktbedürfnissen sowie ein zuverlässiger und schneller Kundenservice basieren, sind Herausforderungen, die uns seit Tag 1 begeistern.

Wie viele Nutzer haben Sie in Deutschland?

Falko Kremp: Zum Deutschlandstart im November 2018 waren es bereits mehr als 200.000 Nutzer. Seitdem wachsen wir extrem schnell in allen Bereichen, besonders stark allerdings in Kategorien, die mit dem Fachkräftemangel in digitalen Geschäftsfeldern zu tun haben, also beispielsweise Programmierdienstleistungen und digitalem Marketing.

Welche Voraussetzungen müssen Freelancer erfüllen, wenn sie sich bei der Plattform anmelden und ihre Dienste anbieten möchten?

Falko Kremp: Für unseren allgemeinen Marktplatz gibt es keine Eintrittsbarrieren, jeder darf mitmachen. Es fallen keine Kosten für die Registrierung an. Daher ist unsere Plattform auch ideal für Menschen, die online gerne einen Nebenjob starten möchten.

Für top ausgebildete und hochprofessionelle Freelancer haben wir zudem Fiverr Pro eingerichtet. Diese werden von unserem Team vor der Freischaltung intensiv überprüft. Nur die besten werden zugelassen. Gemessen an den Bewerbungen sind wir dabei härter als Harvard. Nur rund ein Prozent der Bewerber wird am Ende ein Fiverr Pro-Verkäufer.

Sie richten sich vor allem an Unternehmen, aber auch Privatpersonen können die Dienstleistungen buchen. Was passiert, wenn es bei einem Auftrag zu Problemen kommt, beispielsweise wenn der Kunde mit der Arbeit des Freelancers nicht zufrieden ist?

Falko Kremp: Bei uns kümmern sich dutzende Servicemitarbeiter rund um die Uhr um die Zufriedenheit unserer Kunden und Verkäufer. Ist ein Kunde unzufrieden, steht jederzeit ein Mitarbeiter zur Verfügung, der für eine schnelle Einigung sorgt. Im Normalfall werden alle Probleme schnell behoben.

Welche Weiterentwicklungen planen Sie für die Plattform in den nächsten Jahren?

Falko Kremp: Wir wollen eine Plattform für die Arbeit der Zukunft erschaffen. Jüngst haben wir unter anderem mit Studios ein Feature gelauncht, mit dem Freelancer sich digital und dezentral zu virtuellen Mini-Agenturen zusammenfinden können. Hier arbeiten wir an der Digitalisierung der festgefahrenen Agenturwirtschaft. Hinzu kommen zahlreiche weitere Features.

Mittelfristig wollen wir Freelancern und Nebenverdienern alle notwendigen Tools und Inhalte aus einer Hand anbieten. Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich schon heute im radikalen Umbruch. Mehr und mehr Menschen entscheiden sich für die Selbstständigkeit, klassische Tätigkeiten werden online abgebildet und Personalentscheider müssen mit dem Outsourcing von Projekten beginnen. Deutsche Unternehmen müssen in Zeiten des Fachkräftemangels auf Freelancer setzen, um auf dem globalen Markt mithalten zu können.

Vielen Dank für das Interview, Herr Kremp.