Kosten durchrechnen
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

56 statt 228 Euro: Große Preisunterschiede bei Hausratversicherungen

Hausratversicherungen zählen zu den beliebtesten Absicherungen – auch, weil sie für einen kleinen Jahresbeitrag umfangreiche Leistungen bieten. Ein gutes Leistungspaket gibt es je nach Region schon für rund 60 Euro. Allerdings sind die Preisunterschiede riesig: Bei teuren Versicherern werden über 200 Euro fällig, wie die Stiftung Warentest in einer aktuellen Untersuchung zeigt.

  • Bei der Wahl der Hausratversicherung lässt sich laut der Stiftung Warentest viel Geld sparen.
  • Teure Angebote kosten zum Teil dreimal so viel wie die günstigen Anbieter – und das bei vergleichbaren Leistungen.
  • Welche Versicherer besonders preiswert sind, zeigt ein neuer Test der Verbraucherorganisation.

Schäden am Hausrat durch einen Brand oder Einbrecher, die Wertgegenstände, Bargeld und Elektronik entwenden, zählen zu den häufigen Versicherungsfällen bei der Hausratversicherung. In den meisten Fällen schlummert der einmal abgeschlossene Vertrag jedoch jahrelang in einem Aktenordner, ohne dass Versicherte Leistungen beanspruchen müssen. Gerade für sie lohnt es sich jedoch, sich mit neuen Angeboten zu beschäftigen. Denn häufig können sie durch einen Versicherungswechsel Geld sparen und den Leistungsumfang gleichzeitig aufpeppen.



Wie groß die Preisunterschiede bei den Hausratversicherern ist, zeigt ein aktueller Vergleich der Stiftung Warentest für das Magazin Finanztest (7/2020). Demnach kosten teure Tarife zwei- bis dreimal so viel wie günstige Hausratversicherungen.

So wurde getestet

Für ihren Test hat die Stiftung Warentest 157 Tarife von 61 Anbietern unter die Lupe genommen. Da der Versicherungsbeitrag auch vom Wohnort abhängt, wurden die Kosten für zwei Städte ermittelt: München und Frankfurt am Main. In München wurde dabei ein Ortsteil mit geringem Einbruchsrisiko gewählt, in Frankfurt einer mit erhöhtem. In Bayerns Hauptstadt kostet die Hausratversicherung daher weniger.

Grundlage war eine 100 Quadratmeter große Wohnung. Darüber hinaus definierte die Verbraucherorganisation einen Mindestschutz:

  • Grob fahrlässig verursachte Schäden sind versichert
  • Schäden durch Überspannung sind mit mindestens 10 Prozent der Versicherungssumme abgesichert
  • Wertsachen mit mindestens 20 Prozent
  • Einfacher Fahrraddiebstahl mit mindestens 1.000 Euro
  • Schutz auch bei Schäden durch Naturgewalten wie Hochwasser

Wo die Hausratversicherung wenig kostet

Bei den Hausratversicherungen werden häufig mehrere Tarifvarianten angeboten. Aus Sicht von Stiftung Warentest reicht jedoch in der Regel ein Basistarif aus. Wer allerdings besondere Wünsche bei den Leistungen hat, etwa dass der Kinderwagen auch dann bei Diebstahl versichert ist, wenn dieser aus dem Hausflur geklaut wurde, sollte die Angebote entsprechend prüfen.

Zu den günstigsten Hausratversicherungen zählen dem aktuellen Test zufolge:

  • Ammerländer – „Comfort“
  • GEV Grundeigentümer – „HomeCare Top“
  • Lemonade – „Hausrat“
  • Medien – „Premium“
  • WGV – „Basis“

In München kosten diese Tarife maximal 65 Euro im Jahr, ohne den Schutz bei Naturgewalten. Der günstigste Beitrag liegt dabei bei 56 Euro, der teuerste bei 228 Euro. Sollen Elementarschäden mitversichert sein, sollten Interessierte zwischen 70 Euro und 80 Euro einplanen. In Frankfurt am Main liegt der Jahresbeitrag bei diesen Hausratversicherungen bei höchstens 116 Euro, mit den Zusatzleistungen bei 128 Euro. Teure Tarife kosten dagegen über 300 Euro.

Tipp:

Die Testsieger der Stiftung Warentest geben lediglich eine Orientierung über günstige Tarife. Einen Preisvergleich mithilfe eines Vergleichsrechners ersetzen sie nicht. Zudem ist es sinnvoll, bei der Wahl der optimalen Versicherung auch andere Hausratversicherung Testsieger zu berücksichtigen.